Ein Tiefschlag für das Unternehmen

Es muss schon viel zusammenkommen, wenn ein Vorstandsmitglied der Deutschen Bank aufgibt. Sehr viel. Zumal dann, wenn er 25 Jahre für die Bank gearbeitet hat. Der Abgang von Rainer Neske ist ein weiterer Tiefschlag für das größte deutsche Geldhaus – und mehr als ein Denkzettel für die beiden Co-Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Seit drei Jahren mühen sie sich, die Deutsche Bank wieder in die Spur zu bekommen. Davon ist nicht sehr viel zu sehen. Es kommt einiges zusammen: Milliardenstrafen, ein dümpelnder Aktienkurs, der kaum wahrnehmbare Kulturwandel, Fitschen vor Gericht und eine strategische Kurvenfahrt.

Die Postbank war auch für Jain noch vor einem Jahr das große Los und eine Stütze auf dem Weg, die Deutsche Bank im Privatkundengeschäft in Europa zur unangefochtenen Nummer eins zu machen. Das ist längst Makulatur. Jain sieht die Postbank auf einmal als Ballast und stößt sie ab. Dazu will er auch noch 200 Filialen der Deutschen Bank dicht machen. Das musste Neske als Affront auffassen.