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Internet-Auktionshaus

Ebay in der Krise

04.10.2009 | 15:36 Uhr
Ebay in der Krise

Essen. Das Internet-Auktionshaus Ebay steckt tief in der Krise. In Deutschland werden 400 von 1000 Stellen im Kundeservice gestrichen. Die Ursachen: die wachsende Konkurrenz von Online-Händlern wie Amazon und die Abwanderung privater Verkäufer.

400 von 1000 Arbeitnehmer im Kundenservice muss das weltgrößte Internet-Auktionshaus Ebay in Deutschland entlassen. Die Ursachen für den Niedergang liegen nicht allein in der gewachsenen Konkurrenz von Online-Händlern wie Amazon, sondern auch in der Abwanderung privater Verkäufer. Für sie lohnt es sich immer weniger, bei Ebay zu handeln.

Früher ging Manfred Schneider (Name geändert) trödeln. Immer wieder sonntags. Früh aufstehen musste er dafür. Mal war es lausig kalt, mal viel zu heiß. „Alles nicht so optimal", sagt Schneider. Dann kam Ebay. „War wie das Paradies", erinnert sich der 50-Jährige. Comics, Bücher, Schallplatten, alte Feuerzeuge – alles, von dem der gelernte Grafiker sich nach der Geburt seines Kindes aus Platzgründen trennen musste, wurde er los. „Zu guten Preisen."

Goldgräberstimmung - das war einmal

Wahre Goldgräberstimmung herrschte zur Jahrtausendwende im Internet-Auktionshaus, in dem damals nahezu ausschließlich Privatleute kauften und verkauften. Diese Zeiten sind längst vorbei. „In manchen Kategorien finden sich seit Jahren nur noch professionelle Angebote", hat Schneider festgestellt. „Rund 70 Prozent aller Verkäufer sind mittlerweile gewerblich", bestätigt Ebay-Experte und Buchautor Axel Gronen.

Doch wachsende Konkurrenz ist noch das kleinste Problem privater Ebay-Verkäufer. Wer – wie Schneider – ausmistet, dem droht Ungemach von vielen Seiten. Seit Jahren bereits jagen die Finanzämter Suchroboter durch die Listen des virtuellen Auktionshauses, um Steuersünder zu finden. Vor Gericht wird jemand dann schon mal als gewerblich Handelnder eingestuft, wenn er nur ein paar alte Hosen seiner Kinder anbietet.

Private Verkäufer als Einnahmequelle

Auch Markeninhaber und deren Anwälte haben private Verkäufer als Einnahmequelle entdeckt. Sie versenden bei geringstem Verdacht auf einen Rechtsverstoß Abmahnungen in vierstelliger Höhe.

Jetzt ist Schneider sauer. Sauer auf Ebay. „Jetzt", sagt er, „ist Schluss." Denn vom 19. Oktober an muss er als Verkäufer in vielen Kategorien die Versandkosten selbst tragen – auch wenn seine Artikel nur zum Startpreis von einem Euro weggehen. Was sehr oft passiert. „Da zahle ich drauf." Höhere Startpreise sind auch keine Lösung. Weil dann die Einstellgebühren steigen, die Ebay für jeden Artikel kassiert.

"Großer Fehler"

„Ebay macht mit der neuen Regelung einen großen Fehler", sagt Autor Gronen. Er glaubt, dass mit der Versandkostenregelung die Zahl privater Anbieter drastisch zurückgehen werde. Ein Blick in einschlägige Internetforen bestätigt die Einschätzung. Von „Unverschämtheit" ist die Rede und „Beutelschneiderei".

Das Auktionshaus versteht die Aufregung nicht. Im Gegenteil. „Zu hohe Versandkosten sind für viele Käufer der häufigste Grund, doch nicht online einzukaufen", heißt es bei Ebay. Deshalb ist der Versand auf Kosten des Verkäufers bei vielen anderen Online-Shops längst Standard. Ebay ziehe nach, „damit wir auch in Zukunft ein attraktiver Marktplatz bleiben". Ob die Verkäufer das Versandkostenrisiko eingehen, bleibt abzuwarten.

Alternative Trödelmarkt

„Finger weg von Ebay" rät jedenfalls Gronen allen privaten Verkäufern. Private Auktionen mit einem Startpreis von einem Euro würden unkalkulierbar. Der Gang zu Konkurrenten wie Hood.de oder Yatego.de lohne mangels Kundschaft meist nicht. Deshalb rät Gronen – je nach Ware – zur klassischen Zeitungs-Kleinanzeige. „Oder man geht auf den Trödelmarkt."

Andreas Böhme

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Kommentare
23.11.2009
17:04
Ebay in der Krise
von Plastic | #25

wer ist eigentlich Ebay?

22.10.2009
20:47
Ebay in der Krise
von Thomas.Lau | #24

ebpay nein danke! ich kauf nur noch in shops und amazon!

22.10.2009
20:47
Blockierter Kommentar.
von armin99 | #23

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.10.2009
10:39
Ebay in der Krise
von karlosdallos | #22

Der Sinn von Ebay ist Quartalszahl verkommen.

20.10.2009
21:35
Ebay in der Krise
von Klaus Kind | #21

ebay?
nein danke. Das war einmal.
Ein Kumpel von mir vegetiert mit ALG II dahin.
Mit ebay wollte er sein Hab und Gut los werden.
Da kam dann die ARGE mit dem Zoll und durchsuchte seine Wohnung.
Und mir stinkt ebay seit es so viele Händler gibt.

20.10.2009
13:57
Ebay in der Krise
von danielo123 | #20

päckchen

20.10.2009
13:57
Ebay in der Krise
von danielo123 | #19

warum gibt ebay die versandkosten nicht einfach durch artikelsuche vor...

bspw. jeanshose - päkchen 5 €

kann ja nit so schwer sein, die korrekten preise anhand der artikelüberschrift abzuleiten. sperrgut etc. dann wie gewohnt...

19.10.2009
22:50
Ebay in der Krise
von tom576 | #18

Gebot + Versandkosten = Gesamtbetrag

Entweder ist mir der Artikel den Preis wert oder nicht.

Als wenn die Käufer nicht 1+1 zusammen zählen könnten.

Und wenn ich bei Ebay nichts verkaufe, weil ich zu teuer bin, dann ist das doch mein Problem und nicht Ebays.

Dann eben der Trödelmarkt :)

19.10.2009
15:55
Ebay in der Krise
von Bernd1573 | #17

die schießen sich doch selbst ins abseits. 2-3 jahre gebe ich ebay noch.

19.10.2009
14:05
Ebay in der Krise
von Bankerine | #16

Ich verkaufe bei Ebay immer meine 2 Jahre alte Elektronik (Drucker, Kamera etc.) und erlöse immer recht viel Geld damit. Das lohnt sich aber tatsächlich nur noch ab einem bestimmten Warenwert (so 40€).

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