Durchbruch bei Amazon nicht in Sicht

Berlin..  Der Arbeitskampf von Verdi beim Online-Versandhändler Amazon hat für den Chef der Dienstleistungsgewerkschaft grundsätzliche Ausstrahlung weit über den deutschen Ableger des US-Giganten hinaus. „Es ist ein fundamentaler Konflikt“, sagte Frank Bsirske. „Es geht darum, wie im digitalen Zeitalter die Zukunft der Arbeitsbeziehungen gestaltet werden soll“, so Bsirske. „Hier sollen amerikanisierte Arbeitsbeziehungen mit einer Ablehnung von Gewerkschaften als Verhandlungspartner nach Europa exportiert werden.“

Kurzfristig zeichne sich auch nach den jüngsten Streiks bei Amazon kein Durchbruch ab. Verdi habe zuletzt sechs Standorte in der Bundesrepublik einbezogen, Arbeitsniederlegungen habe es auch in Frankreich gegeben. Amazon wolle den Streik durch den Zugriff auf Lagerbestände im Ausland und den Einsatz von befristet Beschäftigten unterlaufen. Verdi vernetze sich aber international mit Franzosen, Briten, Polen und Tschechen. „Ich bin überzeugt, dass es am Ende zu einer tariflichen Anerkennung der Gewerkschaft als Verhandlungspartner kommt. Denn darum geht es“, meinte der Verdi-Chef. Amazon wolle keine Tarifverträge, sondern einseitig festlegen, zu welchen Bedingungen gearbeitet wird. „An den verschiedenen deutschen Amazon-Standorten gibt es unterschiedliche Lohnniveaus, Zuschlagsregelungen und Nebenleistungen.“