Dura soll ein Fall für die Bundespolitik werden

Plettenberg/Kirchhundem..  Über den Kurznachrichtendienst Twitter rufen Dura-Beschäftigte jetzt die Konzernchefin des Automobilzulieferers, die US-amerikanische Geschäftsfrau Lynn Tilton, auf, persönlich nach Plettenberg zu kommen, um so die stockenden Gespräche über eine Restrukturierung des Unternehmens wieder in Gang zu bringen.

„Kommen Sie und reden Sie mit uns!“, heißt die Aktion, die die Beschäftigten aufgelegt haben. Tilton soll die Aktion wahrgenommen haben; eine aussagekräftige Reaktion steht aber wohl noch aus.

Derweil versuchen die Beschäftigten und die IG Metall das Thema Einsatz von Beschäftigten über Werkverträge auf die bundespolitische Ebene zu hieven; die Gewerkschaft befürchtet, dass Duras Vorgehen kein Einzelfall bleiben könnte. Wie berichtet sind an den zurückliegenden zwei Wochenenden 280 aus Portugal eingeflogene Dura-Mitarbeiter über Werkverträge im Plettenberger Werk eingesetzt worden. Das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm hatte das Vorgehen von Dura als rechtmäßig eingestuft; der (Plettenberger) Betriebsrat muss demnach nicht beteiligt werden.

Untergebracht sind die Portugiesen in zwei Hotels in Winterberg und in Willingen. In mindestens einem Hotel liegt nach Informationen dieser Zeitung eine Buchung über den 30. Oktober hinaus vor.

Nach unseren Informationen soll ein Drittel der Beschäftigten aus Portugal aus dem Werk in Carregado kommen – zwei Drittel sollen Leiharbeiter aus Portugal sein.