Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Hafen

Duisburgs Hafen wird zur Drehscheibe für Audi

05.12.2012 | 18:38 Uhr
Auf dieser Fläche am Logport II in Duisburg siedelt sich Audi an. Die neuen Hallen sollen eine Fläche von 53 000 Quadratmeter haben.Foto: Hans Blossey

Duisburg.   Für 25 Millionen Euro entsteht in Duisburg für den Autobauer Audi dessen weltweit größtes Exportzentrum. 500 neue Mitarbeiter stellen Teile für 400 000 Pkw im Jahr zusammen, die in China gebaut werden.

Der Duisburger Hafen wird zur Logistik-Drehscheibe des Autobauers Audi. Der Hafenbetreiber Duisport errichtet für 25 Millionen Euro den weltgrößten Export-Standort für Automobilkomponenten der Ingolstädter nach China und Indien. Auf dem Logport II-Areal im Duisburger Süden direkt am Rhein werden 500 neue Mitarbeiter ab Spätsommer 2013 tausende Einzelteile für die Audi-Autowerke in China seefest verpacken und in 16 000 Containern verschiffen.

Für Duisport ist das der entscheidende Einstieg in die Automobil-Logistik. Hafen-Chef Erich Starke nannte die Großinvestition ein Leuchtturm-Projekt mit Zukunftschancen: „Duisport setzt sich damit als Logistik-Drehscheibe und Wertschöpfungsplattform für die Automotive-Branche im bundesweiten Wettbewerb durch.“ Duis-port stellt nicht nur die Fläche und errichtet die über fünf Hektar großen Hallen für Audis Partner Schnellecke Logistics, sondern übernimmt auch Transport- und Serviceleistungen. „Die Zeiten, dass Logistik nur Flächen frisst, sind längst vorbei“, so Staake. Für die 500 neuen Arbeitsplätze führt Duisport bereits Gespräche mit den Arbeitsagenturen der Region.

Video
Wilde Tiere leben im Wald, das weiß jedes Kind. Meistens hört man sie eher als dass man sie sieht. Doch wir haben Glück und bekommen diesen Wolf im Schafspelz vor die Kamera.

Von Duisburg aus werden die Container mit Automobil-Komponenten, insgesamt 800 000 Kubikmeter, für die Produktion von bis zu 400 000 Audi-Pkw vom A4 bis zum Q7 über Antwerpen nach China verschifft. Die „Triade“ aus Schiene, Straße und Wasserweg sowie die geografisch hervorragende Lage hat für Audi den Ausschlag gegeben, seinen siebten Export-Standort in Europa nach Duisburg zu vergeben.

Die Ansiedlung mag zudem Signalcharakter haben: „Gutes lässt sich nicht verstecken. Die Entscheidung ist mit dem VW-Konzern abgestimmt“, erklärte der Leiter Markenlogistik der Audi AG, Michael Hauf. Ohnehin setzt der Autobauer auf Wachstum: „Wir werden in China noch sehr, sehr viel mehr machen.“

Zwei Minister bei Präsentation anwesend

Gleich zwei NRW-Minister flankierten am Mittwoch die Präsentation der spektakulären Unternehmensansiedlung und dokumentierten damit den Stellenwert des Duisburger Hafens für die rot-grüne Landesregierung. Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) bezeichnete den Audi-Standort als „herausragende Visitenkarte“ und kündigte den weiteren Ausbau der Infrastruktur im Dreieck Antwerpen-Rotterdam-Duisburg mit Blick auf die Güterfernstrecke Betuwe-Linie und den „Eisernen Rhein“ zwischen Duisburg und Antwerpen an. Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) unterstrich, dass NRW mit 21 000 Unternehmen und einem Umsatz von 70 Milliarden Euro „als Logistik-Standort die Nummer eins in Deutschland ist“.

Fotoreise durch den größten Binnenhafen...

Beide Minister sitzen zudem ab sofort auch persönlich im Aufsichtsrat der Duisburger Hafen AG, an dem das Land neben Stadt und Bund mit einem Drittel beteiligt ist. Zugleich verhandelt das Land mit der Bundesregierung über die Übernahme des Anteils des Bundes, der sich von seiner Beteiligung seit Langem trennen will.

 

Oliver Schmeer



Kommentare
12.12.2012
08:34
was ein Aufwand....
von derLabbecker | #2

... da wird das Zeugs wahrscheinlich europaweit gebaut, dann nach Duisburg gekarrt, in Container verpackt, die Container dann irgendwie nach Hamburg oder Wilhelmshafen gebracht und dann dort auf ein Containerschiff gepackt... irre.
Wundert mich die LKW Kolonne auf deutschen Straßen?

06.12.2012
08:38
Duisburgs Hafen wird zur Drehscheibe für Audi
von RennYuppieRenn | #1

Mal was zum Nachdenken für die Duisburger Wirtschaftskapitäne: Der Anteil der Lager- und Transportkosten an den Produktionskosten ist so gering, der wird von Wirtschaftswissenschaftlern gar nicht beachtet. Wir müssen produzieren und nicht transportieren und lagern.

Aus dem Ressort
Thyssen-Krupp Steel führt die 31-Stunden-Woche ein
Stahl
Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp Steel führt an seinen Standorten Duisburg, Bochum, Dortmund, Finnentrop und Siegen die 31-Stunden-Woche bei Lohnverzicht ein. Darauf haben sich Unternehmen und Betriebsrat verständigt. Der „Tarifvertrag Zukunft“ soll Stellenstreichungen und Kurzarbeit verhindern.
Jeder vierte Auszubildende in Duisburg bricht die Lehre ab
Arbeitsmarkt
Jeder vierte Duisburger Auszubildende beendet seine Lehre nicht. Gründe dafür können sowohl eine falsche Berufswahl aber auch zwischenmenschliche Gründe sein. Allein im letzten Jahr wurden 966 Ausbildungen abgebrochen. Um die Zahlen zu senken setzt die Arbeitsagentur auf die Berufsorientierung.
Warum Buchhändler das Ende der Buchpreisbindung fürchten
Freihandel
Buchhändler machen mobil gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. Ihre Angst: Bei den Verhandlungen könnten die Europäer die deutsche Buchpreisbindung opfern. Aber sind die festen Preise überhaupt noch zeitgemäß - und was wäre, wenn die Preisbindung verschwände?
„Rote Karte gegen Tarifflucht“ bei Amazon in Rheinberg
Streik
Die Beschäftigten des Onlineversandhändlers Amazon wollen unbedingt einen Tarifvertrag abschließen. Die Haltung, dass das Unternehmen mit den Mitarbeitervertretern darüber nicht einmal reden wolle, müsse aufgebrochen werden. Man werde nicht locker lassen, kündigen DGB und Verdi an.
Autozulieferer Hella aus Lippstadt geht an die Börse
Familienunternehmen
Mit neuer LED-Lichttechnik und Elektronik für die Automobil-Industrie wächst Hella aus Lippstadt seit Jahren. Der Automobilzulieferer eilt von Erfolg zu Erfolg. Jetzt geht das Familienunternehmen an die Börse. Platziert werden aber nur 15 Prozent der Anteile.
Umfrage
Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?

Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?