Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Asylantrag

Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador

20.06.2012 | 08:01 Uhr
Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
Julian Assange hofft auf politisches Asyl in Ecuador

London.  Wikileaks-Mitbegründer Assange hat in London Zuflucht in der Botschaft Ecuadors gesucht. Der Internetaktivist habe einen Asylantrag gestellt, erklärte Ecuadors Außenminister Patiño in Quito. Bis zu einer Entscheidung steht Assange laut der Botschaft "unter dem Schutz der ecuadorianischen Regierung". Assange droht die Auslieferung an Schweden, wo ihm Sexualdelikte vorgeworfen werden.

Überraschende Wendung im Fall rund um Julian Assange: Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks ist am Dienstag Abend in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet und hat politisches Asyl beantragt, um seiner Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Der Fall werde derzeit geprüft, sagte Ecuadors Außenminister Ricardo Patino. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen sein könnte, ließ er aber offen.

Für Assange, der in Schweden der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung beschuldigt wird, ist es der bisher letzte in einer Reihe von Versuchen, seine Auslieferung zu verhindern. In Großbritannien hatte er zuvor bereits alle juristischen Möglichkeiten ausgeschöpft. Vor weniger als einer Woche hatte der dortige Oberste Gerichtshof eine Wiederaufnahme des Auslieferungsverfahrens gegen Assange abgelehnt - auch dieser Antrag war bereits ein für das britische Rechtssystem ungewöhnlicher Schritt gewesen.

Britisches Außenministerium hat sich eingeschaltet

In einer kurzen Erklärung teilte Assange mit, er sei dem ecuadorianischen Botschafter und der Regierung dankbar, dass sie seinen Antrag in Erwägung ziehe. Der Wikileaks-Gründer stehe so lange unter dem Schutz der ecuadorianischen Regierung, bis der Antrag geprüft sei, teilte die Botschaft ihrerseits mit. Das britische Außenministerium erklärte, es arbeite mit Ecuador an einer Lösung der Situation, ohne Einzelheiten zu nennen.

Der ecuadorianische Außenminister Patino sagte, Assange sehe seine grundlegenden Rechte von seinem Heimatland Australien nicht ausreichend geschützt. Der Wikileaks-Gründer hatte zuvor erklärt, dass in den USA bereits Anklage gegen ihn erhoben worden sei und er bei einer Auslieferung nach Schweden wegen Geheimnisverrats belangt werden könnte. Die Enthüllungsplattform hatte 2010 Hunderttausende vertrauliche US-Diplomatendepeschen im Internet veröffentlicht.

Regierung von Ecuador steht USA kritisch gegenüber

Die linksgerichtete Regierung des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa ist gegenüber den USA kritisch eingestellt und hat sich auch positiv über Wikileaks geäußert. Correa war über eine Videoschaltung sogar Gast in Assanges Talkshow gewesen und hatte dem Wikileaks-Gründer Mut zugesprochen. Nach Angaben einer Mitarbeiterin der Show soll Assange in diesem Zusammenhang auch ein Angebot für Asyl in Ecuador erhalten haben.

Rechtsexperten schätzten die Chancen Assanges, politisches Asyl zu erhalten, dennoch als gering ein. Der Schritt mache keinen Sinn, sagte die auf Auslieferungsrecht spezialisierte britische Anwältin Karen Todner. Und auch Michael Scharf von der Case-Western-Reserve-Universität im US-Staat Ohio sagte: "Ich denke, sie werden ihn bitten, das Botschaftsgelände wieder zu verlassen." (afp/dapd)

Facebook
 
Kommentare
20.06.2012
15:56
Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von MisterB | #8

In was für einer kranken Welt leben wir. Die Helden unserer Zeit jagd man und sperrt sie ein...die Feinde der Bürger und Staaten, eben die Banken, lässt man laufen und bezahlt ihnen ihre Geschäftsverluste mit Steuergelder.

20.06.2012
15:26
Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von Bronkhorst | #7

Selbst wenn er in Schweden nicht verurteilt wird - und das ist wahrscheinlich - geht die reise nonstop weiter in die USA. Nur darum geht es.

Er hat sich mit den falschen angelegt, dafür soll er bezahlen. Traurig, dass die Schweden nur eine Marionette der USA sind, die Briten sowieso.

20.06.2012
14:35
Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von randori20 | #6

Der Schritt macht nur dann keinen Sinn, wenn sich die Briten im Falle einer positiven Entscheidung Ecudors, nicht an das internationale Recht halten und ihn aus der Botschaft eines fremden Landes herausholen.

20.06.2012
13:44
Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von holmark | #5

Dazu hat er allen Grund. Die USA sind kein Rechtsstaat.

1 Antwort
Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von Pit01 | #5-1

#5
Da stimme ich Ihnen zu.

20.06.2012
12:00
Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von Schneewittchen68 | #4

an MeisterRosenfeld: Noch ist er kein rechtskräftig Verurteilter, sondern (nur) Beschuldigter. Also dürfte in diesem Fall noch die Unschuldsvermutung gelten. Da sich Assange jedoch mit den USA angelegt hat, dürfte es sich vielleicht auch nur um einen vorgeschobenen Grund handeln.

3 Antworten
Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von MeisterRosenfeld | #4-1

Ja klar, eine Verschwöööörung !

Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von jcm | #4-2

Genauuuuh....

Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von Schneewittchen68 | #4-3

MeisterRosenfeld, ich habe nichts von einer Verschwörung geschrieben.

20.06.2012
10:14
Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von MeisterRosenfeld | #3

Eine sehr zwielichtige Gestalt, dieser Sexgangster !

9 Antworten
Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von flori5 | #3-1

Ein vorverurteilender Mensch mit einem kleinen Horizont, dieser MeisterRosenfeld !

Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von MeisterRosenfeld | #3-2

#3-1
Sie scheinen auch so ein Typ wie der Assange zu sein ......

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3-3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3-4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3-5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3-6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3-7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3-8

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von flori5 | #3-9

Sehr geehrter MeisterRosenfeld,

um angemessen diskutieren zu können, müssen wir zuerst "Waffengleichheit" herstellen.
Da ich nicht bereit bin, mich um diese Uhrzeit zu betrinken, möchte ich Sie bitten, sich VOR Ihrer nächsten Antwort mit den Begriffen "Rechtsstaatsprinzip", "reaktionär" und "geistig retardiert" auseinanderzusetzen.

20.06.2012
09:29
Wer bis gestern gedacht hatte,..
von FernerBeobachter | #2

... der Paradiesvogel hätte bereits sämtliche Register gezogen, um sich lächerlich zu machen, wird heute erkennen müssen, dass er noch um Klassen peinlicher sein kann.

2 Antworten
Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von jcm | #2-1

Tja, hätten sie weiter als bis gestern gedacht, wäre ihr peinlicher Eintrag mglw. nie erfolgt....
Wie? Das soll ich begründen? Hamm sie doch auch nicht....

Ich habe lediglich auf die Peinlichkeiten anderer hingewiesen.
von FernerBeobachter | #2-2

Für J.A. schämen werde ich mich natürlich nicht. Aber auch nicht für Ihren peinlichen Antwortversuch.
"Wie? Das soll ich begründen...?" /#2-1/
FB off

20.06.2012
08:52
Wikileaks-Gründer Assange flüchtet in Botschaft von Ecuador
von TVtotal | #1

Na kann ich nur hoffen das die dem Druck der USA standhalten, alle anderen scheinen ja ein zu knicken vor dem Reich des bösen!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6787450/create

Fotos und Videos
Das neue Galaxy S4
Bildgalerie
Smartphone
So lustig kann simsen sein
Bildgalerie
SMS
Hightech für den Alltag
Bildgalerie
Technikmesse
Aus dem Ressort
Wie Yahoo-Chefin Mayer das Internet-Urgestein neu belebt
Tumblr
Die Zeit der Stagnation soll bei Yahoo vorbei sein. Das Internet-Unternehmen ist im Aufbruch. Nach dem Kauf der Blog-Plattform Tumblr bekommen die 500 Mitarbeiter in New York ein gemeinsames Büro. Auch der Fotodienst Flickr ist aufgefrischt worden.
Apple vermied laut US-Senat Steuern in Milliardenhöhe
Apple
Apple habe durch ein komplexes Netz an Auslandsfirmen Milliarden Dollar an Steuerzahlungen in den USA vermieden, erklärte ein Senatsausschuss. Um diese Ansicht zu untermauern, veröffentlichte das Gremium ein 40-seitiges Dokument über das Unternehmen und dessen internationale Verflechtungen.