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Wie man Spam verhindern kann

02.01.2009 | 12:33 Uhr
Wie man Spam verhindern kann

Berlin. Unerwünschte Werbemails sind zu einer Plage geworden, der anscheinend niemand mehr entgehen kann. Es gibt jedoch gute Tricks, wie man sich vor solchen Mails schützen kann.

Unerwünschte Werbemails sind zu einer Plage geworden, der anscheinend niemand mehr entgehen kann. Früher oder später erwischt es fast jedes E-Mail-Postfach. Ist die eigene Adresse erst einmal in falsche Hände geraten, ist die Spamflut kaum noch aufzuhalten. Und auch nicht alle Spamfilter arbeiten zuverlässig. Doch es gibt gute Tricks, wie man sich vor solchen Mails schützen kann.

Wenn das Postfach mit Spams verseucht ist, ist eigentlich schon zu spät. Der beste Schutz sei immer noch Vorbeugung, sagt Jo Bager von der Computerzeitschrift «c't». Die eigene E-Mail-Adresse sollte man wirklich nur an Familie, Freunde, Bekannte und Geschäftspartner weitergeben. Für den E-Mail-Kontakt mit Fremden greife man am besten auf Wegwerf-Mailadressen zurück.

Wenn etwa in Foren, für Online-Registrierungen oder für Newsletter eine E-Mail-Adresse verlangt wird, sollte man Internet-Dienste wie Spamgourmet (spamgourmet.com) nutzen, rät Bager. Sie generieren für den User Wegwerfadressen und leiten eine bestimmte Zahl von Antworten an seine richtige Adresse weiter. Alle weiteren Nachrichten werden geblockt.

Wegwerfadressen einrichten

Das Prinzip ist ganz einfach: Der User registriert sich mit seiner echten E-Mail-Adresse bei Spamgourmet und legt einen Benutzernamen fest. Wenn er eine Wegwerfadresse braucht, denkt er sich ein Wort mit maximal 20 Zeichen aus und überlegt, wie viele Nachrichten er von dem Anbieter maximal erhalten will. Dann setzt er aus dem ausgedachten Wort, der Zahl und seinem Benutzernamen eine E-Mail-Adresse zusammen, die mit @spamgourmet endet. Diese verwendet er, um sich bei dem Dienst oder im Forum anzumelden. Von dem Empfänger erhält der User dann noch maximal 20 E-Mails, die folgenden Nachrichten werden von Spamgourmet «verschluckt». Wenn man auch diese Nachrichten empfangen will, kann man den jeweiligen Dienst im Nachhinein auf die Liste zuverlässiger Absender setzen.

Im Profimodus kann man zudem eine Antwortmaskierung einschalten. Dabei wird eine Mail, auf die man antwortet, zunächst an Spamgourmet geschickt. Der Dienst tauscht dann die echte E-Mail-Adresse gegen eine Wegwerf-Adresse aus und leitet die Antwort schließlich an den eigentlichen Empfänger weiter. Dadurch wird verhindert, dass Spammer über die Antwortfunktion an die E-Mail-Adresse kommen. Außerdem kann man eine Wegwerfadresse kreieren, mit der man Kontakt zu einem fremden Empfänger aufnehmen kann, ohne ihm seine echte Adresse zu verraten.

Die einfachste Lösung ist natürlich, für Anmeldungen bei Diensten oder Foren ein spezielles Postfach zu nutzen. Auch hierfür gibt es Dienste, etwa Sofort-Mail (sofort-mail.de) oder Trash-Mail (trash-mail.de). Der Nutzer muss sich nur einen E-Mail-Namen ausdenken und schon kann es losgehen. Der Name dient gleichzeitig als Login, eine Anmeldung ist nicht nötig. Hier liegt auch das Hauptproblem: Im Prinzip kann jeder, der den Login-Namen errät, die Mails einsehen - und damit auch sensible Zugangsdaten. Zudem lässt sich die Post nur kurze Zeit abrufen, danach wird sie automatisch gelöscht. Daher sollte man sich genau überlegen, wann man eine solche Adresse einsetzt. Wirklich empfehlenswert seien solche Dienste nicht - schon gar nicht für Anmeldevorgänge, warnt Bager.

Ein Problem ist, dass Dienste wie Spamgourmet und Sofort-Mail inzwischen ziemlich bekannt sind und bei manchen Registrierungen nicht mehr akzeptiert werden. Es empfiehlt sich, dies einfach auszuprobieren. In jedem Fall sollte man auch solchen Diensten nicht blind vertrauen, wie Bager sagt. Man sollte auch hier genau überlegen, wem man seine echte E-Mail-Adresse anvertrauen kann und wem nicht.

Spamfilter einrichten

Spam-Mails lassen sich trotz aller Vorsicht oft nicht verhindern. Daher sollte immer ein Spamfilter aktiv sein. Bager rät dazu, nach Möglichkeit fest auf dem PC installierte Spamfilter zu nutzen. Sie kann man auf die E-Mails trainieren, die man wirklich empfangen will. Die Fehlerquote wird dadurch mit der Zeit immer niedriger. Kostenlose Programme gibt es unter anderem für Thunderbird und Outlook.

Wer browserbasierte Mailclients nutzt, erhält zusätzliche Spamfilter hingegen oft nur für Geld. Die Spamfilter der Clients selbst seien aber längst nicht so schlecht wie ihr Ruf, sagt Bager. Sie filterten viele Spam-Nachrichten heraus. Allerdings sollte man regelmäßig in den Spam-Ordner schauen, da sich dort reguläre E-Mails verfangen haben können. Wenn man selbst mit seinen Mails in einem Spam-Filter landet, merkt man das meist gar nicht erst. Bei wichtigen E-Mails sollte man daher telefonisch nachfragen, ob sie auch angekommen sind, rät Bager.

Anti-Spam-Tipps im Internet

Ausführliche Tipps zur Vermeidung von Spam gibt es auch im Internet. So beschreibt das Portal Teltarif ausführlich, wie man sich vor Spam schützt, welche Methoden Spammer anwenden und wie man gegen sie vorgehen kann. Auch andere Portale wie Spamflam geben gute Ratschläge zur Vermeidung von Spam.

Spam-Attacken lassen sich ganz einfach melden - beispielsweise bei der Internet-Beschwerdestelle. Und wer hinter Spam-Mails steckt, das verrät die Seite Spamhaus Project. (ddp)

DerWesten



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