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Wie Hacker unvorsichtige Computernutzer zu ihren "Sklaven" machen

23.03.2013 | 12:56 Uhr
Wie Hacker unvorsichtige Computernutzer zu ihren "Sklaven" machen
Mit Fernwartungssoftware, Remote Administration Tool (RAT), können Hacker auf Privatcomputer zugreifen.Foto: dapd

Essen.  Mit Fernwartungssoftware können Hacker auf Privatcomputer zugreifen und sie von außen steuern. Über die Webcam des Rechners gelangen dann intime Aufnahmen aus den Wohnungen der Opfer ins Internet. Diese Art von Computer-Kriminalität nimmt auch in Nordrhein-Westfalen immer weiter zu.

Der kleine Junge in dem Video ist vielleicht fünf, sechs Jahre alt. Er hat strohblondes Haar, ein rundliches Gesicht. Er sitzt vor einem Computer, im Hintergrund ist das Wohnzimmer seiner Eltern zu sehen. Plötzlich flackert auf dem Bildschirm eine Horrormaske auf. Es ist diese Puppe mit dem weißen Gesicht und den tiefen Augenhöhlen aus dem Film Saw. Der kleine Junge schreit, rennt weinend weg.

Wie unzählige Computer weltweit ist auch der des Jungen oder seiner Eltern gehackt worden. Von Menschen, die sich im Internet, in einschlägigen Foren oder unter ihren Youtube-Videos, damit brüsten. Ihre Opfer nennen sie "Sklaven" und prahlen damit, wie viele sie haben, dass sie ihnen hörig seien und wie sie sie schikanieren. "Yeah, ich habe gerade meinen 500. Sklaven", gibt etwa einer an.

Die Hacker haben vollen Zugriff - auf Webcam, Fotos, Videos

Mit Fernwartungssoftware, einem sogenannten Remote Administration Tool (RAT), können die Hacker, Ratter nennen sie sich oft selbst, auf die Privatrechner zugreifen. Ist der Computer einmal geknackt, haben die Eindringlinge den vollen Zugriff - etwa auf die Webcam. Sie können Fotos und Videos stehlen, die auf dem Computer abgespeichert sind, und im Internet hochladen. Sie dringen in das Privatleben der Menschen ein.

Ein Franzose, dunkle Locken, mittleres Alter, sitzt in seiner Küche. Er blickt auf seinen Laptop, direkt in die Webcam. Dann schreckt er zurück. Auf dem Bildschirm erscheint ein Foto von ihm mit dem Untertitel "Tu pues comme un tas de chien." - "Du stinkst wie ein Hundehaufen." Zuvor hatte der offenbar deutsche Hacker extra französische Schimpfwörter im Internet gesucht. Ratting, so nennen die Hacker ihr fragwürdiges "Hobby", gibt es also auch in Deutschland.

Innenminister Jäger: "Cybercrime ist die Kriminalität von heute."

Computer-Kriminalität nimmt auch in NRW immer weiter zu: 22.228 Fälle registrierte das Landeskriminalamt im vergangenen Jahr in NRW. Davon alleine 4373 Fälle von Ausspähen und Abfangen von Daten. Damit hat das Delikt um 34,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. "Cybercrime ist die Kriminalität von heute", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger anlässlich der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2012. Und offenbar werden auch immer öfter Privatleute Opfer.

Auf dem braunen Sofa sitzt eine Frau mit langen braunen Haaren und einem gestreiften Oberteil, neben ihr ein Mann. Ein Kind spielt in dem Wohnzimmer, es läuft umher. Die Frau nimmt einen Schluck aus einer Getränkedose. Plötzlich fängt ihr Computer an zu sprechen: "Hallo Leute, checkt bitte den Computer." Die Frau springt auf, läuft auf den Betrachter zu. "Schau' dir das an", flüstert sie dem Mann verängstigt zu.

  1. Seite 1: Wie Hacker unvorsichtige Computernutzer zu ihren "Sklaven" machen
    Seite 2: "Raus aus meinem Computer! Ich rufe das FBI!"

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Kommentare
24.03.2013
00:06
Wie Hacker unvorsichtige Computernutzer zu ihren
von Herby52 | #3

#Flachzangen
Wer sich in der Materie auskennt braucht den Artikel nicht überdenken.

23.03.2013
23:37
Wie Hacker unvorsichtige Computernutzer zu ihren
von Flachzangen | #2

http://de.wikipedia.org/wiki/Hacker

Lesen, verstehen, Artikel überdenken

23.03.2013
20:49
Wie Hacker unvorsichtige Computernutzer zu ihren
von klaig | #1

Wenn es die Hacker glücklich macht? Von mir aus... Geht mir doch am A* vorbei.

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