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Wie @Fischblog seine Nierentransplantation zum Twitter-Thema macht

26.07.2013 | 06:13 Uhr
Wie @Fischblog seine Nierentransplantation zum Twitter-Thema macht
Während der OP war Twitter-Stille, ansonsten gab es in kleinen Abständen neuen Tweets rund um die Nierentransplantation.Foto: Jakob Studnar/WAZFotoPool

Essen.  Wie viel Privates veröffentlichen wir im Netz? Lars Fischer hat sich für Twitter und für radikale Öffentlichkeit entschieden: Unter dem Hashtag #catchthekidney berichtet er offen und humorvoll von seiner Nierentransplantation - und lenkt so die Aufmerksamkeit auf das Thema Organspende.

#TheGreatKateWait, dann #RoyalBaby, dann #George. Ja ja, Glückwunsch an die Eheleute Cambridge, aber interessanter war in der vergangenen Woche ein anderes Twitter-Schlagwort, das auch mit einem Krankenhausaufenthalt zu tun hat: #catchthekidney.

Dass es diesen Hashtag gibt, liegt an Lars Fischer, bei Twitter heißt er @Fischblog. Nach vielen Dialyseterminen (er hat 156 in einem Jahr gezählt) war es nun endlich so weit: Nierentransplantation. Und, abgesehen von der Zeit unter Narkose, twittert er davon im Detail: Blutabnahme vor der OP. Essverbot. Stützstrümpfe.

<blockquote class="twitter-tweet"><p>Grad schlug die diensthabende Ärztin vor, mir mit Edding NIERENTRANSPLANTATION auf den Bauch zu schreiben. Zur Sicherheit. <a href="https://twitter.com/search?q=%23catchthekidney&amp;src=hash">#catchthekidney</a></p>&mdash; Lars Fischer (@Fischblog) <a href="https://twitter.com/Fischblog/statuses/356893493676867585">July 15, 2013</a></blockquote>

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Dann der erste Tweet nach dem Eingriff: "OK, bin wieder da. Scheint wohl geklappt zu haben. Laut unbestätigten Gerüchten arbeitet die Niere." Es folgten: Spontan entflammte Liebe zur Nachtschwester, weil sie die Infusions-Zugänge an der Hand rausmacht. Füße, die dank neuer Niere nicht mehr jucken. Harnbilanzen, tröpfchenweise.

<blockquote class="twitter-tweet"><p>Flüssigkeit unter der Narbe. Ärztin mit Wattestab zentimetertief zwischen die Hautschichten, holt nen gefühlten Liter raus. <a href="https://twitter.com/search?q=%23catchthekidney&amp;src=hash">#catchthekidney</a></p>&mdash; Lars Fischer (@Fischblog) <a href="https://twitter.com/Fischblog/statuses/359948213274836992">July 24, 2013</a></blockquote>

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Warum so öffentlich? "Warum nicht", hält Fischer dagegen, der über die Transplantation auch in seinem Blog berichtet. Erst habe er nur von seinen Arztbesuchen getwittert, dann habe das Ganze an Fahrt aufgenommen: "Außerdem muss ich hier ja twittern. Ohne Netz wirst Du im Krankenhaus doch irre. Seh ich an den Mitpatienten."

<blockquote class="twitter-tweet"><p>Mein neuer Bettnachbar heißt John und ist ein schwuler Klassik-Komponist. Endlich mal ein Normaler! *freu* <a href="https://twitter.com/search?q=%23catchthekidney&amp;src=hash">#catchthekidney</a></p>&mdash; Lars Fischer (@Fischblog) <a href="https://twitter.com/Fischblog/statuses/360129239137259520">July 24, 2013</a></blockquote>

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Dass noch etwas für so radikale Offenheit spricht, zeigen Twitter-Einträge wie der von @Rasmus1972: "Danke @Fischblog für #catchthekidney. So habe ich nachgedacht, heute mal was Sinnvolles gemacht und endlich den Spenderausweis ausgefüllt." Öffentlichkeit hilft - da ist Lars Fischer die Angelina Jolie der Nierentransplation.

<blockquote class="twitter-tweet"><p>Uffala, Krankenschwesterüberfall. Bin mit knapper Not aus dem Bett rausgekommen, sonst wär ich jetzt auch neu bezogen. <a href="https://twitter.com/search?q=%23catchthekidney&amp;src=hash">#catchthekidney</a></p>&mdash; Lars Fischer (@Fischblog) <a href="https://twitter.com/Fischblog/statuses/359203741917904896">July 22, 2013</a></blockquote>

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Katrin Scheib


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