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Von Finnland lernen heißt Breitband lernen

16.07.2010 | 10:11 Uhr
Von Finnland lernen heißt Breitband lernen

Neuerdings wäre mancher deutsche Internetnutzer gerne Finne. Denn dort gilt seit Monatsbeginn ein Rechtsanspruch auf Breitband. In NRW können viele Surfer von sowas nur träumen.

Finnland, Finnland, Finnland, das Land, in dem ich gerne wär. Als Monty Python das 1980 sangen, dachten sie bestimmt weder an 2010 noch an laajakaista. Laajakaista heißt Breitband, und alle Finninnen und Finnen haben neuerdings einen Rechtsanspruch auf Breitbandzugang zum Internet. „Rechtsanspruch“ ist auf Finnisch ebenfalls ein beeindruckender, vokalsatter Begriff. Aber warum ist das wichtig?

Weil es mit dem Internet ist wie mit dem Wasser im Sommer. Ja, es ist zum Waschen da (falleri, fallera, Sie kennen das). Eiswürfel, Freibad, beides gefällige Aggregatzustände. Aber vor allem kann man’s eben trinken.

Mit schnellem Internet-Zugang kann man TV-Serien gucken, ruckelfrei. Sich den kompletten Ringelnatz vorlesen lassen. Mit allen Tanten gleichzeitig eine Videokonferenz halten. Alles keine Werte an sich. Nur wenn einer das kann und der andere nicht, ohne bewussten Verzicht, dann geht es bald nicht mehr um die neue Folge „Lost“, sondern um Dinge wie Teilhabe, Meinungs- und Willensbildung. Wer sich einen Kaffee machen muss, während die Seite lädt, wo er eine Online-Petition zeichnen kann, wird das eben lieber lassen.

Die BBC hat mal durchgerechnet, dass in Finnland noch 4000 Haushalte ans Breitbandnetz müssen, dann ist der Rechtsanspruch auch schon erfüllt. Nicht mal jeder zweite Deutsche hat dagegen Breitband-Netz, allein in NRW gibt es eine lange Liste von Orten ohne schnelles DSL. Unternehmer am Niederrhein klagen schon lange, ihr lahmes Netz lähme auch den Umsatz. Ladezeit ist eben auch Geld. Also: Nicht wir nach Finnland, sondern bitte Finnland hierher. Internet mit laajakaista. Am besten als lailinen oikeus: Rechtsanspruch.

Katrin Scheib

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Kommentare
22.07.2010
19:06
Von Finnland lernen heißt Breitband lernen
von bluppdidupp | #37

Eigentlich ja unglaublich, dass immer noch oller Klingeldraht in die Wohnungen geht ;D

20.07.2010
12:13
Von Finnland lernen heißt Breitband lernen
von blinse2 | #36

Ich kann hier Essen nur loben! Frintrop und Werden - Top Geschwindigkeit. Fernsehn über Internet - Null problemo! Also ist doch alles ok. Kann alles so bleiben.

20.07.2010
10:18
Von Finnland lernen heißt Breitband lernen
von feder24 | #35

Ich wiederhole mich noch einmal:
Wenn es schon technische Unterschiede in den verschiedenen Bereichen Stadt/ Land gibt, dann muß die Telekom die niedrige Qualität DSL-LIGHT auchzu einem niedrigen Preis verkaufen. Die 50 Jahre alten Kupferdrähte sind schon längst abgeschriebn, aber leider nicht wegkorrodiert.

20.07.2010
07:39
Von Finnland lernen heißt Breitband lernen
von SilviaBogdanic | #34

Nein!Wir werden ausgebremst?Verblödet?Mit Absicht?Aber,aber,aber...das gibt es doch gar nicht;-)

19.07.2010
19:44
Von Finnland lernen heißt Breitband lernen
von movienrz | #33

Das Glück der Finnen ist:

sie haben keine Deutsche Telekom AG, die die Datenleitungen systematisch ausbremst.

19.07.2010
19:21
Von Finnland lernen heißt Breitband lernen
von movienrz | #32

Der Beschiss mit DSL hat in Deutshland Methode. Selbst bei einem VDSL-Anschluss der Telekom wird ab einem Datentransfervolumen von ca. 250 GB/Monat auf DSL 6000 gedrosselt.

Im Klartext:

selbst für 45 Oecken WILL die Telekom keine adäquate Leistung erbringen.

Da es in Deutschland kaum außerhalb der Telekom Netzbetreiber gibt , drücken alle Provider bei größeren Transfervolumen notgedrungen auf die Bremse - daher heißt es heutzutage bei Alice, Vodafone etc. DSL bis zu 16.000 k.

Schließlich sind das nur Reseller von Telekomleitungen, die allerdings von den Resellern außerhalb der von der Telekom spezifizierten Normen betrieben werden.

19.07.2010
11:40
Von Finnland lernen heißt Breitband lernen
von Chevalier57 | #31

Zitat: Was soll das? Für Informationen aller Art, Emails, braucht man kein Breitband! Nur für Filme, Videos, Bilder und Spiele und solchen Kram, man verschiebt nicht jeden Tag riesige Datensätze oder Programme.
Wie man hört, ist der größte Teil im Internet die Pornoindustrie, soll die gefördert werden?
Toll, VANTAST, echt Phantastisch - wie sagte Dieter Nuhr? Keine Ahnung? Fr*** halten! Schon mal davon gehört, dass Firmen technische Daten für z.B. Autos online gemeinsam bearbeiten wollen? So ein Mittelständler im Sauerland, der tolle Schmiedestücke oder Drahteile herstellen kann, der muss mit den Autobauern in Wolfsburg, Ingolstadt, Stuttgart und vielleicht auch Rüsselsheim GEMEINSAM an CAD-Modellen planen können. 3D-CAD-Modelle sind also Pornos, hä? Klar, hier macht das Auto Striptease, und datt ziehst Du Dir also jeden Tag rein?
Und die Produktion für den chin. Markt braucht life die Daten von heute Gigabyte-Weise... Aber der normale Ruhrie kauft ja T-Home Entertain für Fussballlll und macht die Bandbreiten hin. Man kann das wirklich spüren - Samstag nachmittag - die Chinesen arbeiten dann - ist nur schlapper Durchsatz. Es leben die Bundesliga!

19.07.2010
11:32
Von Finnland lernen heißt Breitband lernen
von Chevalier57 | #30

Leute, Leute, Leute... Breitbandiges Internet ist so was von sozialistisch. Surfe viele, dann wird die Bandbreite auf viele verteilt. Das heisst jeder krigt ein Häppchen - wie im Kommunismus: Armut auf alle gleichmäßig verteilt.
In Finnland leben gerade so viele Menschen wie im Review - nur viel weiter verteilt (15 Personen pro Quadratkilometer) Stellt man also alle 10 km einen Funkmast auf (Finnland ist relativ flach), dann versorgt der Mast mal eben 150 Menschen - also soviele, wie in einem Wohnblock in Herne-Baukau wohnen. Und wenn die 150 Männekes schnell surfen wollen, dann ist das also kein Problem. Einen Wohnblock vernetzt du lokal mit 1000 MBit/s mit Standardtechnik.
Aber NRW geschweige denn Deutschland? Da gehört mehr Investitionen dazu als in Finnland. Der DSL.Anschluss müsste in D wg. der backbonetechnik locker 10mal höher liegen als derzeit.
Und Revier ist schlecht angebunden? Ja klar! Gerade hier wo der vielgeschmähte Wolfgang Clement das Revier mit einem Hyperschnellen Glasfaserring auf Staatskosten hat versehen lassen von wegen Zukunft und so, hier meckert noch einer? Schämt Euch! Geht mal in die Eifel oder den Niederrhein. DSL? Nö! 115 kBit/s wird da getrommelt. Ist eben eine Frage der Kosten - und des gesetzten Schwerpunktes. Deutschland gibt pro Kopf eben mehr Geld im Sozialbereich aus und seitdem die GRÜNEn hier mitreden, ist das Land im Grunde technikfeindlich.
Da hilft nur: Bei Abstimmungen (Wahlen) auf alle hingehen und die ideologisch verblendeten Politiker abwählen.

19.07.2010
10:12
Von Finnland lernen heißt Breitband lernen
von jessmitsolle | #29

Breitband?
Ich habe Dorf-DSL mit 384 Kbit/s. :-(
Bei mir dauert das Laden von www.bundesregierung.de so lang wie meine erste Geburt!

Gruß Jessi

18.07.2010
21:59
Von Finnland lernen heißt Breitband lernen
von feder24 | #28

Zitat aus Bericht:
..Alles keine Werte an sich. Nur wenn einer das kann und der andere nicht, ohne bewussten Verzicht, dann geht es bald nicht mehr um die neue Folge „Lost“, sondern um Dinge wie Teilhabe, Meinungs- und Willensbildung.

Und der es nicht hat, muß trotzdem 39 Euro bezahlen gegenüber dem, der es gerade neu bekommt für 34 Euro und das ohne Ruckeln!
Das ist Preisgestaltung bei derTelekom, dem Verteidiger der letzten Meile

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