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Papstrücktritt

Betroffenheit bis Spott - Reaktionen auf Papst-Rücktritt bei Twitter

11.02.2013 | 15:45 Uhr
Betroffenheit bis Spott - Reaktionen auf Papst-Rücktritt bei Twitter
Zahlreiche Menschen folgen dem Papst auf Twitter. In dem sozialen Netzwerk überschlagen sich die Kommentare zu seinem Rücktritt.Foto: ap / dpad

Essen.  Der Papst wird zurücktreten: Die Nachricht, die die ganze Welt überrascht, sorgt auch im Twitteruniversum für Aufruhr. Die Reaktionen in den Tweets reichen von Trauer bis Spott. Die Kirche selbst reagierte zuerst nicht in dem sozialen Netzwerk.

Papst Benedikt XVI. legt sein Amt nieder. Auf diese überraschende Ankündigung reagierten die Nutzer sozialer Netzwerke sofort. Mit hoher Geschwindigkeit liefen die Kommentare im Kurznachrichtendienst Twitter ein. Die Meinungen zu seinem Rücktritt sind gemischt.

"Habemus Eilmeldung“, postet Blogger Richard Gutjahr und beschreibt damit die Stimmung auf Twitter perfekt. Im Sekundentakt kommen neue Nachrichten zum Thema Papstrücktritt hinzu. Die Hashtags #papst  und #benedikt überholen das bis dahin beliebte Schlagwort #rosenmontag in den Punkten Interesse und Beliebtheit spielend. Die Inhalte der Nutzerkommentare sind höchst unterschiedlich.  Spott und Hohn wechseln mit ehrlicher Betroffenheit und Skepsis.

Betroffenheit über den überraschenden Rücktritt

Viele Nutzer sorgen sich um den Zustand des Kirchenoberhaupts. So schreibt Userin LadyofTheDay mitfühlend: „Da muss man fürchten er ist ernsthaft krank #papst :-/ zuletzt sah er auch nicht aus wie das blühende Leben ..“

Und Nutzerin schnattertasch fragt: „In was für einer Welt leben wir, wenn selbst der #papst einfach so hinschmeißt?!?!?“ Damit spricht sie vielen Usern aus der Seele. Die Frage ob ein Papst überhaupt zurücktreten könne, wird intensiv diskutiert.

Lustiges Twitter

Wieder andere nehmen den Rücktritt des Pontifex leicht und mit Humor. Witze werden über die Kirche und ihr Oberhaupt gemacht. Viele Witze. Nutzerin my7voices fragt in Anspielung auf die jüngsten deutschen Politikskandale: „Mhm ob Gott gesagt hat er hat vollstes Vertrauen in den #Papst und steht hinter ihm ???“. Das Satiremagazin extra3 erkundigt sich: „#Papst tritt zurück? Doktorarbeit bei der Bibel abgeschrieben?“

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p><a href="https://twitter.com/search/%23Papst">#Papst</a> tritt zurück? Doktorarbeit bei der Bibel abgeschrieben? <a href="https://twitter.com/search/%23PapstplagE">#PapstplagE</a></p>&mdash; extra3 (@extra3) <a href="https://twitter.com/extra3/status/300923123778322432">11. Februar 2013</a></blockquote>

Auch Nutzer Alex Ruehle nutzt die Plagiatsaffären als Steilvorlage: „EIL+++: Ratzinger soll bei der Abfassung seines Testaments bei Matthäus, Markus, Lukas und Johannes abgeschrieben haben EIL+++“

Reaktionen deutscher Politiker

Binnen Stundenfrist melden sich schließlich auch die ersten deutsche Politiker bei Twitter zu Wort.  Der FDP-Bundestagsabgeordneter Frank Schäffler bescheinigt dem 85-jährigen Joseph Ratzinger, "ein Papst der Moderne" gewesen zu sein.

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Schade! Benedikt XVI ist ein Papst der Moderne, der die Religionsfreiheit konsequent gegen jedwede Anfeindungen... <a href="http://t.co/UIC8K4HB" title="http://fb.me/KyEPyL12">fb.me/KyEPyL12</a></p>&mdash; Frank Schäffler (@f_schaeffler) <a href="https://twitter.com/f_schaeffler/status/300926831970902016">11. Februar 2013</a></blockquote>

<script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>

Die stellvertretende Generalsekretärin der CSU, Dorothee Bär, zeigt sich sehr betroffen: "Bin erschüttert, dass Papst Benedikt zurücktritt. An meinem Geburtstag gewählt. Selbst im Dreipäpstejahr geboren. Seufz"

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Bin erschüttert, dass Papst Benedikt zurücktritt. An meinem Geburtstag gewählt. Selbst im Dreipäpstejahr geboren. <a href="https://twitter.com/search/%23Seufz">#Seufz</a></p>&mdash; Dorothee Bär (@DoroBaer) <a href="https://twitter.com/DoroBaer/status/300923756614938625">11. Februar 2013</a></blockquote>

<script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>

Die netzaffinen Politiker der Piraten sehen den Rücktritt da schon lockerer. Klaus Peukert , Mitglied des Bundesvorstandes,  witzelt: "Auf Anfrage erklärte Lothar Matthäus, für eine Nachfolge grundsätzlich zur Verfügung zu stehen". Und User Alf Frommer spielt auf einen Streit innerhalb der Piratenpartei zwischen Johannes Ponader und Christopher Lauer an: „SMS von Gott: "Wenn Du bist morgen um 12 Uhr nicht zurücktrittst, knallt es gewaltig!"

Keine Stellungnahme der Kirche über Twitter

Die Flut an Kurznachrichten gefällt nicht jedem. Einige hoffe endlich auf verlässlichere Informationen, anderen missfällt die Hysterie. User Jochen Reinhardt ‏kritisiert die Diskussionskultur im Netz: „Da war es wieder: es ist alles gesagt, aber noch nicht von jedem getwittert #papst“

Im Gegensatz zu den meisten Usern hält sich die Katholische Kirch in dem sozialen Netzwerk bislang zurück. Unter dem erst kürzlich eingerichteten offiziellen Twitter-Account @pontifex haben der Papst und seine Helfer bislang noch nicht Stellung genommen.

(hast)

Kommentare
14.02.2013
12:22
Frank Schäffler bescheinigt.....
von K.J.Schmitz | #2

Ratzinger ein Papst der Moderne???? Schäffler sollte dringend zum Neurologen!!!

12.02.2013
16:26
Betroffenheit bis Spott - Reaktionen auf Papst-Rücktritt bei Twitter
von stoffel747 | #1

Wieso braucht die katholische Kirche Twitter, Facebook, ect.? Die katholische Kirhce kommt ja noch nicht einmal mit ihrer eigentlich normalen Aufgabe klar. Kann ich verstehen die Firma. Seit Jahrhunderten hat diese Firma nur Elend gebracht, Staßenzüge heute noch z.B.in Essen (Hexentaufe) in Lübeck zeugen noch von diesem Irrsinn die diese angeblichen Gottesvertreter vielleicht heute noch toll finden. Ähm, Meister Papst guten Flug, bitte senkrecht starten :-)

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Betroffenheit bis Spott - Reaktionen auf Papst-Rücktritt bei Twitter
Betroffenheit bis Spott - Reaktionen auf Papst-Rücktritt bei Twitter
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http://www.derwesten.de/wirtschaft/digital/von-betroffenheit-bis-amuesement-papstruecktritt-bei-twitter-id7600185.html
2013-02-11 15:45
Twitter, Facebook, Soziale Netzwerke, Papst, Rücktritt
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