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Verbraucherschützer bewerten Handy-Ortung skeptisch

23.02.2009 | 15:07 Uhr
Verbraucherschützer bewerten Handy-Ortung skeptisch

Berlin. Vor der allzu blauäugigen Nutzung von Handy-Ortungsdiensten hat die Verbraucherzentrale Sachsen gewarnt. Sie verwies auf Pläne der Bundesregierung, die Handy-Ortungen künftig von einer schriftlichen Zustimmung abhängig machen will.

Vor der allzu blauäugigen Nutzung von Handy-Ortungsdiensten hat die Verbraucherzentrale Sachsen gewarnt. Wer seinen Ehepartner ohne dessen Einverständnis überwachen lasse, mache sich streng genommen strafbar, erklärten die Verbraucherschützer am Montag. Der Lobbyverband Bitkom wies in Berlin darauf hin, dass sich bereits Zehntausende Eltern bei Ortungs-Diensten angemeldet hätten, um die Handys und damit den Aufenthaltsort ihrer Kinder lokalisieren zu können.

Mit der neuen Google-Funktion "Latitude" können Internetbenutzer die Aufenthaltsorte von Freunden und Verwandten herausfinden. Um Datenschutzbedenken vorzugreifen seien alle Funktionen von Google Latitude optional, versicherte der Konzern. (Foto: AP)

Die Verbraucherzentrale Sachsen betonte, dass für eine Handy-Ortung, wie sie von vielen Anbietern im Internet angeboten wird, die Mobilfunknummer und die Einwilligung des Gesuchten benötigt werden. Für diese Einwilligung ist derzeit eine SMS ausreichend. Diese könne aber «gefälscht werden und beweist nicht, dass sich auch wirklich vom Inhaber des Handys stammt», erklärte Fachreferentin Beate Scharf.

Sie verwies auf Pläne der Bundesregierung, die Handy-Ortungen künftig von einer schriftlichen Zustimmung abhängig machen will. Ein entsprechender Kabinettsbeschluss zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes wurde Ende Oktober gefasst. Die Neuregelung sieht auch vor, dass künftig über die Zahl der erfolgten Ortungen spätestens bei der fünften Standortfeststellung informiert wird.

Bitkom sieht Sicherheitsgewinn

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) berichtete, dass jährlich mehr als 50.000 Kinder und Jugendliche vermisst gemeldet würden. «Mit der Möglichkeit der Handy-Ortung können Eltern und Kinder einen Sicherheitsgewinn realisieren», erklärte Präsidiumsmitglied Dieter Kempf.

Jedes zweite Kind zwischen sechs und 13 Jahren (52 Prozent) besitze bereits ein eigenes Mobiltelefon, teilte der Verband unter Berufung auf eine Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest mit. Etwa jedes sechste Mobiltelefon (17 Prozent) sei mit einer GPS-Ortungsfunktion ausgerüstet.

Bei der Handy-Ortung gibt es zwei Verfahren: Eine Such-SMS wird auf das jeweilige Handy geschickt. Sobald das Handy die SMS empfängt, ist die Position feststellbar. Wenn es sich um ein GPS-Handy mit Internetzugang handelt, erfolgt eine genaue Ortung. Beim anderen Handys wird der jeweilige Sendemast registriert, an dem sich das Handy eingewählt hat. Je nach dessen Entfernung ist die Positionsbestimmung mehr oder weniger genau. (AP)

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