Sony PS Vita ist Top, trotzdem droht ein Verkaufs-Flop
21.02.2012 | 18:10 Uhr 2012-02-21T18:10:31+0100
Essen. Sony PS Vita wird ab Mittwoch auch in Deutschland verkauft. Wir haben das Handheld-Gerät vorab getestet. Unser Fazit: Die Kiste kann vieles, was andere Handhelds nicht können. Trotzdem könnte es zum Verkaufs-Flop werden. Denn die wahre Konkurrenz kommt aus einem anderen Segment.
Die Japaner dürfen damit schon seit Dezember vergangenen Jahres spielen, am Mittwoch nun erscheint die PS Vita auch in Deutschland. Wir haben Sonys neue Konsole für unterwegs bereits getestet und festgestellt: technisch gibt es im Handheld-Markt nichts Besseres. Dennoch ist fraglich, ob die Vita ein Erfolg wird. Konkurrenz droht vor allem durch die immer beliebter werdenden Smartphones.
Hoch über den Dächern von Köln gibt es Kaffee und Kuchen an diesem kalten Spätwintermorgen. Und es gibt die PS Vita. Überall in der großen Lounge im 27. Stock des SKY-Towers liegen die Exemplare der neuen Konsole von Sony zum ausprobieren. Edel sieht sie aus, aber etwas groß für etwas, das zum spielen für unterwegs gedacht ist. In durchschnittliche Hosen- oder Jackentaschen passt die Vita mit ihren Maßen von 18x8 Zentimetern jedenfalls nicht, wie ein Test unter dem misstrauischen Augen eines Aufpassers zeigt. Dafür liegt sie aber gut in der Hand. Auch weil sie mit nur 260 Gramm weniger wiegt, als man vermutet. Und weil sie zudem zwei Einbuchtungen für Spielerfinger auf der Rückseite hat.
Die PS Vita ist scharf und zeigt jedes Detail
Dann schaltet man sie ein und nur Sekunden später sagt man zum ersten Mal leise „Wow“, um seine Anerkennung für das Display zum Ausdruck zu bringen. Irgendjemand wird später etwas von 960x544 Bildpunkten und einem Kontrastverhältnis von 5050:1 erzählen. Anders gesagt: Es ist scharf und zeigt jedes Detail. Anfangs allerdings gibt es nur eine neue Oberfläche zu sehen, die etwas bunt und verspielt daherkommt. Bedient wird das Menü über Berührungen des Bildschirms. Endlich ist auch bei Sony also „Touch“ angesagt.
Was die Vita wirklich kann, zeigt sich natürlich erst, wenn man ein Spiel startet. Am besten gleich „Uncharted“, das mit dem Untertitel „The Golden Abyss“ nur für die neue Sony-Konsole erscheint. So gute Grafik hat man auf einer portablen Konsole noch nicht erleben dürfen. Und auch das Rennspiel „Wipeout 2048“ legt ein atemberaubendes Tempo vor. Beides erklären die freundlichen Helfer mit Worten wie „Vierkernprozessor“ und „hervorragender Grafikchip“.
Das neue Sony-Handheld kann auch spielen
Spielen jedenfalls kann man mit dem neuen Sony-Handheld. Auch wenn man sich erst einmal an die vielen unterschiedlichen Steuerungsmöglichkeiten gewöhnen muss, die die Konsole bereithält. Knöpfen und Sticks, Bewegungs- und Navigationssensoren gibt es da, das schon erwähnte Multi-Touch-Display und ein rückwärtige Multi-Touch-Trackpad.
Die Vita bietet aber noch mehr. Natürlich kann man mit ihr im Internet surfen, Fotos schießen oder Musik hören. Aber – mit Verlaub, das kann man mit jedem guten Smart-Phone auch. Meistens so gar besser.
Sony PS Vita verkauft sich in Japan eher schlecht
Vielleicht sind die Verkaufszahlen in Japan nach gutem Start auch deshalb eher verhalten . Vorsichtig ausgedrückt. So verkaufte sich im Januar zeitweise selbst das mehrere Jahre alte aber wesentlich günstigere Vorgängermodell PSP besser. Von Nintendos 3D ganz zu schweigen. Es gebe, mutmaßen Sony-Verantwortliche auf Nachfrage gerne, zu wenige, auf den japanischen Markt zugeschnittene Softwaretitel. Von zu hohen Preisen und mangelnder Kompatibilität sprechen sie dagegen nicht bei Sony. Dabei wird genau darüber in vielen Online-Foren geschimpft.
249 Euro kostet der High-Tech-Handheld mit W-Lan-Zugang. Noch einmal 50 Euro mehr muss zahlen, wer über 3G, also mit Sim-Karte ins Netz möchte. In beiden Fällen hat er noch kein Spiel. Das kostet noch einmal zwischen 30 und 50 Euro extra.
PS Vita hat kein CD-Laufwerk
Eine CD gibt es dafür nicht. Die Vita hat nämlich kein Laufwerk. Spiele sind nur auf speziellen Karten oder als Download erhältlich. Letzterer muss allerdings auf einer leeren Flash-Karte gespeichert werden. Die Vita hat nämlich auch keinen eingebauten Speicher. Diese Flashkarten sind speziell für die Sony-Konsole entwickelt und nicht mit anderen Systemen kompatibel. Wahrscheinlich sind sie deshalb auch so teuer. Eine 16-Gigabyte-Karte etwa kostet rund 50 Euro und damit mehr als dreimal so viel wie eine herkömmliche SD-Karte, die in Kameras oder Mobiltelefonen zum Einsatz kommt.
So nähert man sich schnell der 400 Euro-Marke, bevor das Spielvergnügen beginnen kann. Ein Preis, der nicht mehr weit weg ist von den Smart-Phones der jüngsten Generation, manchmal sogar deutlich darüber liegt. Und für die gibt es mehr Spiele, als ein Mensch je spielen kann. Technisch sind sie zwar nicht so aufwändig wie die Sony-Angebote, müssen sich hinter vielen Vita-Minigames auch nicht verstecken. Und es sie meist für ein paar Cent oder gleich ganz umsonst. Außerdem kann man mit iPod, Galaxy & Co. auch telefonieren .
Vita ist - zumindest anfangs - eher etwas für Hardcore-Spieler
Anfangs, räumt dann selbst Sony-Manager Jim Ryan ein, „werden vor allem die Hardcore-Spieler das Gerät kaufen.“ Mit der Zeit werde sich das zu einer jüngeren Zielgruppe verschieben, glaubt Ryan, denn: „Die Vita bietet die beste Spielerfahrung aller tragbaren Geräte.“ Smartphones seien damit jedenfalls nicht vergleichbar.
Das mag schon sein, interessiert aber offenbar kaum jemanden. So pendeln sich die Vita-Verkaufszahlen in Japan derzeit bei knapp unter 20000 Exemplaren pro Woche ein. Apple dagegen verkauft rund 377.900 iPhones, die Android-Konkurrenz sogar rund 700000 Geräte.
18:56
Sorry aber da hat jemand diesen Artikel geschrieben, da mit Handhelds keine Ahnung hat. Hier wird Äpfeln mit Birnen verglichen.
1) Wie viel kostet ein iPhone und die PS Vita?
2) Am Anfang hat jede Konsole noch keine große Auswahl. In diesem Fall ist die Anzahl der Launchtitel sehr groß und es sind Perlen dabei wie Uncharted oder Wipeout
3) Die PS Vita ist kein Telefon sondern ein Gaming Handheld