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Illegale Downloads

Rapidshare & Co. müssen illegale Downloads verhindern

12.07.2012 | 21:51 Uhr
Rapidshare & Co. müssen illegale Downloads verhindern
Download-Anbieter müssen ihre Angebote filtern. Das entschied der BGH.Foto: dapd

Karlsruhe.  Wegweisendes Urteil des Bundesgerichtshofs in Sachen Download-Plattformen: Die Karlsruher Richter haben entschieden, dass Betreiber von Download-Plattformen die angebotenen Inhalte filtern müssen. Das könnte sehr viel Arbeit für die Anbieter bedeuten.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das illegale Runterladen von Spielen, Filmen und Musik im Internet erheblich erschwert. Download-Plattformen müssen illegal eingestellte Dateien filtern, wenn sie von den Rechteinhabern auf deren Existenz hingewiesen werden, entschied der BGH in einem am Donnerstagabend verkündeten Urteil. Die Pflicht, solche Dateien zu filtern, gelte dann nicht nur einmalig sondern grundsätzlich für die jeweilige Datei. (Az: I ZR 18/11 9)

Im aktuellen Fall hatte der Softwarekonzern Atari gegen die Download-Plattform Rapidshare geklagt, weil dort das Atari-Spiel "Alone in the Dark" eingestellt worden war. Rapidshare stellt Nutzern Platz zum Speichern und Herunterladen von Dateien bereit, die dann über Linklisten im Internet gefunden werden können. Laut BGH müssen die Provider nun diese Linklisten im Einzelfall auch manuell auf weitere illegal eingestellte Dateien durchsuchen, falls ein Rechteinhaber sie auf eine unzulässige Datei aufmerksam gemacht hat.

Filterpflichten seien für Rapidshare "leicht zu erfüllen"

Der BGH wies den Fall gleichwohl zur weiteren Aufklärung an die Vorinstanz zurück. Dort soll Rapidshare darstellen können, ob der Rechercheaufwand und die Filterpflicht illegaler Dateien unzumutbar für ihr Geschäftsmodell sind. Davon geht der BGH allerdings nicht aus. Filterpflichten seien "leicht zu erfüllen", sagte der Senatsvorsitzende Joachim Bornkamm. Ob dies auch für die manuelle Suche von Abkürzungen oder anderen Namen gilt, hinter welchen sich illegale Downloads in den Linklisten verbergen könnten, ist ebenfalls Prüfauftrag an das Oberlandesgericht Düsseldorf.

Ausdrücklich betonte der Vorsitzende, dass das Hosten von legalen Dateien im Internet grundsätzlich ein anerkanntes Geschäftsmodell sei. Urheberrechtlich gebotene Prüfpflichten dürften deshalb nicht dazu führen, dass dieses Geschäftsmodell unmöglich werde. (afp)


Kommentare
13.07.2012
17:29
Rapidshare & Co. müssen illegale Downloads verhindern
von Wetterchen | #4

Da die meisten "Uploader" eh schon Rapidshare meiden, ist das Urteil nicht von belang. Den die vielen anderen Dienste sind nicht mit ihren Sitz in Deutschland und auch die Server von denen nicht. Rapidshare da leider schon, insofern ein einfaches Ziel für die Lobbylisten. Dennoch wird sich nicht das geringste ändern.

13.07.2012
15:56
Weiter so! Der Igel freut sich schon.
von creck | #3

Das Urteil demonstriert mal wieder eindringlich, wie weit die Justiz der technischen Realität hinterherhinkt.
Natürlich sind die entsprechenden Dateien einfach herauszufiltern...NOCH!
Sollte man das auch zukünftig wollen, kann man entweder die komplette Cloud eindampfen, oder aber den gesamten Datenverkehr im Netz einer unverhältnismäßigen Durchleuchtung unterziehen.

Solange DAUs derartige Urteile unter Zuhilfenahme von "Experten" sprechen, die ihr Brot bei den Verwertern verdienen, wird sich an diesem haarsträubenden Unsinn nichts ändern.
Hase und Igel lassen grüßen...

1 Antwort
Rapidshare & Co. müssen illegale Downloads verhindern
von Pase_Lacki | #3-1

"Natürlich sind die entsprechenden Dateien einfach herauszufiltern...NOCH!"

Wie sind diese entsprechenden Dateien EINFACH herauszufiltern, wenn man, wie unter #2 beschrieben, bis zu 100 passwortgeschützte Rar-Dateien hat, die man sich runterlädt und anschließend beispielsweise zu einer gesamten Staffel einer TV-Serie entpackt.

13.07.2012
08:32
Rapidshare & Co. müssen illegale Downloads verhindern
von Invita_Invidia | #2

Die Dateien werden ja nicht so benannt, dass jeder sofort weiß was sich dahinter verbirgt. Zudem bestehen viele dieser Downloads aus mehr als einer Datei welche dann noch durch ein Passwort geschützt sind. Ohne dieses Passwort wird einem je nach Einstellungen des Archivs der Inhalt gar nicht erst angezeigt.

Ob die Filterpflichten wirklich so leicht zu erfüllen sind wage ich zu bezweifeln. Weil wer Illegale Downloads anbieten möchte sucht sich dann einen anderen Hoster als RapidShare oder er tut alles dafür das die Dateien erst mit viel Aufwand herausgefiltert werden was seine Zeit braucht. Und bis dahin hat die Verbreitung seinen Lauf genommen.

13.07.2012
00:50
Rapidshare & Co. müssen illegale Downloads verhindern
von maped | #1

shade dann kann rapidshare bald ganz einpacken. wenn die benutzer ihre dateien verschlüsseln, ist der aufwand einfach viel zu groß um den inhalt zu prüfen. von privatsphäre will ich erst ga nicht reden.

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