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Porno-Industrie entdeckt das iPhone

03.08.2010 | 14:20 Uhr
Porno-Industrie entdeckt das iPhone

New York. Kaum wird ein neues Gerät erfunden, findet die Porno-Industrie Mittel und Wege, damit Geld zu verdienen. So auch beim neuen iPhone 4. Allerdings gibt es eine strenge Regel beim Hersteller Apple: keine Pornos.

Es ist eine Grundregel der Technikbranche: Kaum wird ein neues Gerät erfunden, findet die Porno-Industrie Mittel und Wege, damit Geld zu verdienen. So auch beim neuen iPhone 4 und der Videokonferenz-Funktion FaceTime. Mehr und mehr Firmen suchen nach Mitarbeiterinnen für Sexchats mit Hilfe von Kleinanzeigen-Websites.

FaceTime ermöglicht Nutzern des neuen iPhones, zu telefonieren und dabei über eine WLAN-Verbindung flüssige Videobilder mit Hilfe der eingebauten Kameras zu übertragen. In einem TV-Spot zeigt Apple einen werdenden Vater, wie er die Ultraschallbilder seines ungeborenen Kindes sehen kann. Pornofirmen zielen auf Online-Begegnungen der ganz anderen Art.

Videochat für fünf Dollar geplant

Die Branche machte sich Erfindungen schon immer schnell zueigen. In den 70er Jahren verhalfen Sexfilme dem Videorekorder zum Durchbruch. Ähnlich war es bei DVDs, bei Streaming Videos aus dem Netz und der elektronischen Bezahlung per Kreditkarte.

Dass sich Sex verkauft, ist eine Weisheit, die schon bei der Erfindung der ersten Kameras galt, wie Michael Gartenberg von der Medienanalysefirma Interpret LLC sagt. Damals habe man sich gefragt: „Wäre es nicht gut, wenn sich jemand vor der Kamera ausziehen würde?“ Mit Webcams kann Erotik schon lange über das Netz übertragen werden. Videos auf dem Mobiltelefon ist aber ein gewaltiger Schritt.

„Ein Telefon ist ein vertrauliches Gerät. Man leiht es normalerweise nicht aus“, sagt Quentin Boyer, der als Sprecher für den Erotikproduzenten Pink Visual arbeitet. Die Firma will in wenigen Wochen erste Videochats zu Preisen von fünf bis sechs Dollar pro Minute anbieten. Abgerechnet wird per Kreditkarte. „Es ist eine sehr persönliche Atmosphäre“, sagt Boyer über die Gespräche, für die man nur zwei iPhones und keinen Computer benötigt.

Zufällig verbundene Nutzer

Auch die Zeigefreudigkeit von Nutzern im Internet dürfte mit FaceTime zunehmen. Das Angebot Chatroulette etwa verbindet per Zufallsprinzip Nutzer, die per Video chatten können. Erotische Chats sind nicht unbedingt beabsichtigt, kommen aber häufig vor.

Apple ist nicht der einzige Anbieter von Videochats auf dem Mobiltelefon. Das kann etwa auch das Evo 4G von HTC. Doch der Konzern aus Cupertino hat bislang alles unternommen, um Inhalte auf seinen Geräten möglichst jugendfrei zu halten. E-Books wurden zurückgewiesen, weil sie sexuelle Inhalte hatten und politische Satire abgelehnt, weil sie nach Befürchtung von Apple für bestimmte Nutzer verletzend sein könnte. Manche Entscheidungen wurden nach Einsprüchen zurückgenommen, doch es gibt eine strenge Regel bei Apple: keine Pornos.

Video-Funktion von Apple nicht kontrollbierbar

Aber FaceTime ist keine App, die im iTunes Store verkauft wird und damit der Kontrolle von Apple unterliegt. Die Funktion gehört untrennbar zum neuen iPhone, Niemand kann kontrollieren, wer wen anruft und wer mit wem chattet. Der Internet-Experte Jonathan Zittrain von der Harvard-Universität betont, dass Apple mit FaceTime nicht mehr Verantwortung habe als Hardware-Firmen, die Geräte für Internetverbindungen herstellten.

Kinderschutzorganisationen sind indes besorgt, dass Minderjährige Opfer von Straftätern werden könnten, weil sich die iPhones anders als Familiencomputer schlechter von Eltern überwachen lassen. Die Erwiderung von Apple: Telefonnutzer könnten sich wie bei normalen Gesprächen aussuchen, mit wem sie sprächen. Außerdem könnten Eltern die FaceTime-Funktion beim iPhone ausschalten.

Geschäftsmodell könnte sich ändern

Für die Erotikbranche könnte FaceTime mehr als nur ein neues Medium sein, sondern das Geschäftsmodell ändern. Freischaffende Chatanbieterinnen könnten etwa einen größeren Teil der Gewinne behalten, weil sie weniger Geld für die technische Infrastruktur ausgeben müssen. Zugleich gibt es Nachteile: Anbieter und Kunden müssen ihre Telefonnummern kennen, was zu ungewollten Anrufen bei Chatterinnen führen könnte. (apn)

DerWesten

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Kommentare
10.08.2010
14:19
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von m.b. | #11

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04.08.2010
13:20
Blockierter Kommentar.
von Dr.Seltsam | #10

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04.08.2010
12:50
Blockierter Kommentar.
von michaelhb | #9

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04.08.2010
10:06
Porno-Industrie entdeckt das iPhone
von Dr.Seltsam | #8

Porno ist Marktmacht.
In den 1980ern tobte der Video Formatkrieg.
Grundigs Video 2000 gegen JVCs VHS (Sonys Betamax kann man wohl vernachlässigen).
Technisch galt Video2000 als das bessere System, doch Grundigs Saubermänner verweigerten sich der Pornoindustrie.
In den Videotheken gab es Porno also nur auf VHS..
Wer sich also einen Rekorder gekauft hat entschied sich meist für einen VHS..

04.08.2010
09:45
Porno-Industrie entdeckt das iPhone
von drafnucki | #7

..wer kam denn hier zuerst auf die Idee..

Das ist nach ein paar tausend Jahren nicht mehr nachvollziehbar, wer zuerst auf die Idee kam, das Sex nen lohnendes Geschäft ist...aber Porstitution wird ja nicht umsonst das älteste Gewerbe der Welt genannt und die moderne Pornoindustrie ist nur die logische Weiterentwicklung dank neuer Techniken.

04.08.2010
09:12
Porno-Industrie entdeckt das iPhone
von holmark | #6

Lustig:

Überall werden einem Produkte mit halbnackten Weiblein angeboten, vom Autoreifen über Margarine bis zur Fachliteratur.

Und ausgerechnet Apple will keine Pornos? Die sind doch scharf auf unser Geld wie Nachbars Lumpi...

03.08.2010
20:43
Porno-Industrie entdeckt das iPhone
von feierabend | #5

Schade überhaupt, dass von in diesem Zusammenhang von Industrie gespochen werden muss - und auch traurig. Die freie Liebe war doch nicht schlecht - wer kam denn hier zuerst auf die Idee, dies zu vermarkten- Männlein oder Weiblein? Ich wette auf Weiblein, so alt wie dieser Gewerbezweig schon ist....so alt wie die Menschheit....

03.08.2010
17:48
Porno-Industrie entdeckt das iPhone
von bluppdidupp | #4

@2: Sperr dich doch einfach selbst aus:
z.B. http://www.opendns.com/familyshield

Wer Porno-Seiten besuchen will schafft das immer irgendwie...

03.08.2010
16:21
Porno-Industrie entdeckt das iPhone
von harrass | #3

Wann werden die Seiten im Netz gesperrt ?
Argus, hast du überhaupt eine Ahnung, wie viele das mitlerweile sind ? Das halbe Netz macht fast nichts anderes mehr.

Das ist ein riesiges Geschäft und warum sollte irgendjemand ins Kino dafür gehen wollen ?

03.08.2010
15:41
Porno-Industrie entdeckt das iPhone
von Argus | #2

Wann werden die Porno-Seiten im Netz endlich gesperrt? Wer Lust darauf hat, mag sich in die entsprechenden Kinos begeben.

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