Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Spielkonsole

Playstation 4 – Sony setzt auf Evolution statt Revolution

21.02.2013 | 19:05 Uhr
Playstation 4 – Sony setzt auf Evolution statt Revolution
Der Hammerstein Ballroom im Manhattan Center: Sony zeigte nur den neuen Kontroller der Playstation 4. Foto: Brendan McDermid/Reuters

New York.   Der Elektronikkonzern Sony hat seine neue Spielkonsole Playstation 4 vorgestellt. Und macht trotzdem ein Riesengeheimnis darum. Zwar zeigten die Japaner zahlreiche neue Spiele, nannten technische Details – nur die Spielekonsole bekam die Fangemeinde nicht zu Gesicht.

Sony hatte in den Hammerstein Ballroom im Manhattan Center geladen. Ein ehemaliges Opernhaus ist das, doch als es losgeht, wähnen sich die Gäste in einer Großraumdisco. Scheinwerfer blinken, aus großen Boxen dröhnt Musik. Bunt und laut ist es, als der japanische Elektronikkonzern in der Nacht zu Donnerstag in New York seine neue Spielkonsole, die Playstation 4, vorstellt. Und trotzdem wirkt die Präsentation zeitweise wie das Pfeifen im Wald.

Für Sony geht es um viel. Zwar geht es der gesamten Branche nicht gut, den Japanern aber geht es schlecht. Allein im Geschäftsjahr 2012 verbuchte der Konzern ein Minus von fünf Milliarden Dollar. 10 000 Jobs sollen wegfallen. Das liegt nicht nur, aber auch an Sonys aktueller Spielkonsole, der Playstation 3. Weil sie schon sechs Jahre alt ist und sich immer schlechter verkauft. „Der Markt schrumpft immer mit dem Lebenszyklus der Produkte“, sagt Uwe Bassendowski, der in Deutschland das Playstation-Geschäft verantwortet. Deshalb ist die vierte Auflage der Konsole, deren Vorgänger sich bislang fast 300 Millionen Mal verkauften, für Sony so wichtig.

Extrem schnell, tolle Grafik

„Heute ist der Moment der Wahrheit“, sagt Andrew House, der Chef von Sony Computer Entertainment, zur Begrüßung. Aber das ist dann doch ein wenig geschwindelt. Denn am Ende der Veranstaltung ist weder der Preis bekannt noch weiß die Fangemeinde, wann die Konsole erscheint. In den USA soll es „kurz vor Weihnachten“ so weit sein. Und beim Startpreis kursiert die Zahl „400 Dollar“.

Der Shooter „Killzone Shadow Fall“ soll einer der Starttitel der neuen Playstation 4 werden. Foto: Sony

Geheim bleibt auch, wie die Playstation 4 aussehen wird. Nur den neuen Spielecontroller halten die Firmenbosse in die Kameras. Er hat unter anderem ein Touchpad und erfasst – die Microsoft-Bewegungssteuerung Kinect lässt grüßen – die Position des Spielers im Raum. Trotzdem ist das, was Sony da gemacht hat, so, als würde VW einen neuen Golf ankündigen, aber nur das Lenkrad zeigen. Zu groß scheint die Angst zu sein, der Konkurrenz zu früh zu viel zu verraten.

Immerhin gibt es erste Details zur Technik im Innern. Aber wer sich damit nicht auskennt, für den sind Ausdrücke wie „Highly Enhanced PC GPU“ so verständlich wie Hieroglyphen. Deshalb nur so viel: Die Playstation 4 ist schnell, schneller als jede andere Konsole. Aber das war zu erwarten. Das ist mehr Evolution statt Revolution.

Plattform für Musik und Filme

Erste Spiele stehen auch schon in den Startlöchern. Und die meisten sehen besser aus als alles, was bisher auf der Videokonsole zu sehen war. Ein Rennspiel namens Driveclub ist darunter – aber auch speziell aufbereitete Versionen von Klassikern wie Diablo III oder Final Fantasy. Spiele für die Playstation 3 aber werden zunächst nicht auf der neuen Konsole laufen.

Der Controller der Playstation 4 gleicht der Steuerung des Vorgängers, verfügt aber über ein Touchpad. Foto: Reuters

Die Playstation 4 will aber natürlich mehr sein als „nur“ Spielekonsole. Sie will „Plattform“ werden. Mit ihr soll man Musik oder Filme streamen und Spiele auf portable Geräte weiterleiten können. Das Problem dabei: Viele Tablet-Computer und Smartphones können das alles längst. Dort sind viele Spiele vielleicht nicht ganz so schön, aber fast immer viel billiger.

Und Microsoft ist ja auch noch da. Spätestens auf der Videospielmesse E3 im Juni in Las Vegas wird die Vorstellung der neuen XBox erwartet. Wie es heißt, zeigt Microsoft sogar eine Spielekonsole.

Andreas Böhme



Kommentare
21.02.2013
22:09
Playstation 4 – Sony setzt auf Evolution statt Revolution
von feierabend | #1

Revolution wäre Unabhängigkeit von den Emiraten der Opec und den Amerikanern. Evolution ist, wenn der Nachwuchs konsumiert was sony produziert und die Abhängigen es finanzieren. jedem seine Droge!

Aus dem Ressort
Wer Bürger-Daten kauft und wie man sich schützen kann
Datenschutz
Vollautomatisiert fragen Unternehmen über ein Online-Portal Adressen aus dem Melderegister der Stadt Duisburg ab. Die Verwaltung spricht von hunderttausenden Fällen pro Jahr. Betroffene erfahren nicht, wer welche Daten über ihn abfragt. Widerspruch haben dagegen rund 1000 Duisburger eingelegt.
Dortmunds erste Notebook-Klasse soll Pionierarbeit leisten
Schule
Im Unterricht an deutschen Schulen finden Computer so gut wie nicht statt. An einer Dortmunder Schule gibt es seit Beginn des Schuljahres die stadtweit einzige Notebook-Klasse. Nach und nach sollen die Rechner fest in den Unterricht integriert werden. Eine Nachbarstadt ist da schon viel weiter.
Deutsche Schulen in "Neuen Medien" weltweit nur Mittelmaß
Lern-Ausstattung
Deutsche Schulen schneiden im weltweiten Vergleich schlecht ab, wenn's um die digitale Ausstattung geht. Zu wenig Computer, veraltete Geräte, keine "Neuen Medien" als Unterrichtsthema. Deutsche Schüler bringen sich den Umgang mit moderner Technik weitgehend selbst bei.
Goodbye Google - Firefox arbeitet jetzt mit Yahoo zusammen
Webbrowser
Über viele Jahre haben Web-Browser-Entwickler Mozilla und Google zusammen gearbeitet. Nun ist die Partnerschaft beendet. Mozilla will in Zukunft mit Yahoo zusammen arbeiten. Das bedeutet auch, dass Google bald vielleicht nicht mehr der voreingestellte Standardsuchdienst bei Firefox ist.
So narrte ein Twitterer die Formel-1-Welt mit Vettel-Wechsel
Fake-Account
Sebastian Vettel und Ferrari - das ist wie Robert Lewandowski und Bayern München. Jeder weiß, dass etwas in der Luft liegt, doch die offizielle Bestätigung lässt lange auf sich warten. Mittwochnachmittag schien es so weit zu sein. Doch der angebliche Ferrari-Tweet erwies sich als Fake.
Umfrage
Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

 
Fotos und Videos
Fans warten aufs neue iPhone
Bildgalerie
Apple
Das sind iPhone 6 und Apple-Watch
Bildgalerie
Apple-Neuheiten
Erinnerungen an 25 Jahre Game Boy
Bildgalerie
Spielkonsole
Merkel macht Selfies mit Schülern
Bildgalerie
Kanzlerin