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Mobilfunkanbieter wollen WhatsApp mit eigener Messaging-App Konkurrenz machen

22.02.2012 | 22:26 Uhr
Mobilfunkanbieter wollen WhatsApp mit eigener Messaging-App Konkurrenz machen
Apple-Nutzer kennen Videotelefonie auf dem Handy bereits von der App „Facetime“.Foto: ddp

Essen.   Beliebte Messaging-Dienste wie WhatsApp und GoogleTalk bedeuten für Netzbetreiber Umsatzverluste bei der SMS. Unter dem sperrigen Namen RCS-e wollen Deutsche Telekom, Vodafone und O2 einen anbieterübergreifenden Video-Messaging-Dienst als Konkurrenz zu WhatsApp und Co auf den Markt bringen.

Kostenpflichtige SMS, die verschicken heute zwar immer noch viele Handybesitzer, doch verdienen die Mobilfunkanbieter immer weniger daran. Weil viele Kunden Inklusiv-Pakete buchen und der Preis pro Kurznachricht weiter sinkt, setzten die Anbieter mit dem Versand von SMS im Jahr 2006 noch 3,8 Milliarden Euro um, waren es 2011 schon eine Milliarde Euro weniger. Und: Wer ein Smartphone mit Internet-Flat hat, der chattet mit WhatsApp, GoogleTalk oder macht direkt ein Videotelefonat über Skype oder Facebook . Problem für die Netzbetreiber: Außer den Gebühren für die Internet-Flat verdienen sie nicht mit.

Deutsche Telekom, Vodafone und O2 wollen im Mai mit RCS-e einen eigenen Video-Messaging-Dienst starten, der WhatsApp und Co. Konkurrenz machen soll. Die sperrige Abkürzung RCS-e steht für „Rich Communication Suite enhanced“ – was so viel heißt wie Raum für reichhaltige Kommunikation. Und reichhaltig, damit meinen die Mobilfunkanbieter Videotelefonie, Datentransfer und Nachrichten unter einem Dach. RCS-e soll europaweit eingeführt werden, damit eine Kommunikation auch über Landesgrenzen hinweg möglich ist.

Neue Smartphones sollen RCS-e schon vorinstalliert haben

Neue Smartphones sollen die RCS-e-APP dann bereits vorinstalliert haben. All diejenigen, die bereits ein Smartphone besitzen, sollen es sich etwa im App-Store von Apple oder im Android Market, den Online-Läden der beiden beliebtesten Smartphone-Betriebssysteme, herunterladen können. „Wir starten im Mai“, sagt ein Vodafone-Sprecher. Die Telekom will kurz danach RCS-e auf den Weg bringen. Sie stellte bereits ein Video zu RCS-e ins Netz. Auch O2 steigt beim neuen Mobilfunk-Service ein. E-Plus spielt bislang nicht mit. Premiere feiert RCS-e auf dem kommende Woche startenden Mobile World Con­gress in Barcelona , der größten Mobilfunkmesse der Welt.

Chancen auf finanziellen Erfolg von RCS-e noch offen

Der Erfolg von RCS-e entscheidet sich auch über den Preis. Warum für etwas bezahlen, wenn man es woanders kostenlos bekommt? Viele Messaging-Dienste wie GoogleTalk und iMessage sind kostenlos, der beliebte Dienst WhatsApp ist je nach Betriebssystem kostenlos oder für wenige Euro erhältlich. Zu den Preisen für RECS-e schweigen die Mobilfunkanbieter bislang.

Sven Frohwein

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Kommentare
23.02.2012
14:15
Mobilfunkanbieter wollen WhatsApp mit eigener Messaging-App Konkurrenz machen
von ManniS | #2

Komisch, dass die deutschen Handynutzer einen Bogen um die deutschen SMS-Mondpreise machen wo es doch eine quasi kostenlose Alternative gibt, die auch noch viel mehr kann. Unerklärlich. Aber anstatt einfach mal die SMS-Preise zu senken (selbst "deutsche" SMS im Ausland sind billiger als Inlands-SMS) zaubern die jetzt ein Konkurrenz-Produkt auf den Markt, die wahrscheinlich auch kostenpflichtig sein wird. Hoffentlich eine Totgeburt!

23.02.2012
11:55
Mobilfunkanbieter wollen WhatsApp mit eigener Messaging-App Konkurrenz machen
von Dr.Eisen | #1

Die Umsätze bei SMS brechen ein?
Mal eine kleine Rechnung: Eine SMS hat, mit Overhead, 200 Byte und kostet 10 cent.
Das macht für ein Übertragungsvolumen von 1 Gigabyte 500€ (ein Spilefilm in DivX Codec, etwa 2 CDs).
Das ist natürlich viel zu wenig, da kann doch der Kunde gar nicht anders als jeden Tag 50 SMS schreiben, so günstig wie das ist, menno....

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