Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Web 2.0

Manche mögen's einfach

19.03.2008 | 20:10 Uhr

Düsseldorf. Vier Düsseldorfer Studenten haben mit blogage.de ein Portal gegründet, das es seinen Nutzern leicht macht.

Die Blogage.de-Gründer Stephan Dörner, Mutwin Kraus, Frederik Aust und Lukas Bombach (von links) und ihr Maskottchen. (Montage: Kai Kitschenberg)

Tarzan berichtet von seiner Studentenbude im brasilianischen Belo Horizonte, AnnetteM ist „stricktechnisch am Rückenteil des Tops, aber noch im unteren Drittel”, Netti-Betti gibt Bilderrätsel auf, bei denen man etwas über deutsche Trachten lernen kann und sniker wundert sich über den Umgang gewisser Medien mit dem Urheberrecht. Wie es Tarzan in Brasilien ergeht und warum sniker Fotografen-Frust schiebt, können Nutzer auf blogage.de erfahren - dem jungen Blogger-Portal, das vier Studenten der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf aufgebaut haben. Im Dezember 2007 ging blogage.de an den Start.

„Unser Ziel ist es, dass auch Internet-Laien die Angebote des Web 2.0 nutzen können”, sagen Stephan Dörner, Mutwin Kraus, Frederik Aust und Lukas Bombach, die zwischen 21 und 24 Jahren alt sind.

Die bestehenden Angebote seien oftmals umständlich. Ein Beispiel: „Bei anderen Systemen muss man als Autor die Verwaltung immer über spezielle Admin-Seiten erledigen. Man schreibt Einträge in einer anderen Umgebung als sie später dargestellt werden”, erklärt Frederik Aust.

Chaotische Wollberge

Bei blogage.de soll alles einfacher sein. „Bloggen leicht gemacht” verspricht daher das Maskottchen auf der Startseite. Und weiter: „In nur zwei Minuten kannst du deinen voll funktionsfähigen kostenlosen Weblog erstellen.” Wer's dann noch nicht kapiert hat, kann sich die anschaulichen Hilfe-Videos angucken. Zudem verzichtet blogage.de weitgehend auf englische Wörter. Was sich bei anderen Netzwerken „Tag Cloud” schimpft, heißt hier „Schlagwortsuche”.

Zurzeit sind um die 650 Nutzer angemeldet, von denen nicht alle aktiv sind. Die Hausfrau und Mutter AnnetteM berichtet in ihrem Blog „Chaotische Wollberge” über Töpfern und Strickleidenschaft. Sofias hingegen kommentiert im Blog „Grünes Licht” unter anderem die Schließung des Nokia-Werkes in Bochum. Trotz der Vielfalt hätten sich bereits Schwerpunkte gebildet, sagen die Studenten: „So sind beispielsweise Reise- und Auslandblogs bei uns sehr stark vertreten, in denen Studenten und Austauschschüler über ihre Erfahrungen berichten.”

Blogage.de finanziert sich über kleine Werbeeinblendungen und kostenpflichtige Premium-Zugänge, die zusätzliche Funktionen und mehr Speicherplatz beinhalten. Noch arbeite man nicht kostendeckend. „Aber wir sind nah dran”, verrät das Team und hält derzeit Ausschau nach einem europäischen Werbepartner.

Langfristig wollen die Blogage-Gründer ihren Mitgliedern die Möglichkeit geben, mitzubestimmen, welche Art von Werbung auf ihrem Blog geschaltet wird. Ohne die Nutzer auszuspähen, versichern sie. Mit der Unart, Personendaten für auf den Benutzer zugeschnittene Werbung weiterzugeben, hatten die sozialen Netzwerke Facebook und StudiVZ bereits eine Bruchlandung hingelegt.

Mitbestimmen dürfen die Blogger auch darüber, was mit den Gewinnen geschehen wird. 20 Prozent der Gewinne sollen an zehn ausgesuchte gemeinnützige Organisationen gespendet werden. Der Blogger kann selbst entscheiden, wen er mit seinem Spendenanteil unterstützen will.

Eine ganz neue Funktion

Die Studenten entwickeln ihr Portal ständig weiter. In naher Zukunft soll es ein Verzeichnis geben, damit die Nutzer ihren Blog einer bestimmten Kategorie zuordnen können. Mit dem nächsten Update soll ein Blogger seinen kompletten Zugang selbst löschen können. Momentan muss man noch per Mail die Administratoren informieren, wenn diese eine vollständige Löschung vornehmen sollen. Zudem haben die vier für die nächste Version eine völlig neue Funktion vorgesehen, „über die wir leider noch nichts verraten können”.

Stephan Dörner, Mutwin Kraus, Frederik Aust und Lukas Bombach halten die Blogger-Kultur in Deutschland noch für ausbaufähig. Sie glauben, dass der wirkliche Siegeszug der Blogs in Deutschland noch bevorsteht. Da sind sie mit blogage.de gut aufgestellt. (NRZ)

Jasmin Kleemann



Kommentare
25.07.2008
15:27
Manche mögens einfach
von Küsh | #2

Wie ungeil ist das denn?! :(
Schon wieder keine sinnvolle community!

19.03.2008
21:14
Manche mögens einfach
von Kish | #1

Wie geil ist das denn?! :)
Endlich mal ne sinnvolle community!

Aus dem Ressort
Wer Bürger-Daten kauft und wie man sich schützen kann
Datenschutz
Vollautomatisiert fragen Unternehmen über ein Online-Portal Adressen aus dem Melderegister der Stadt Duisburg ab. Die Verwaltung spricht von hunderttausenden Fällen pro Jahr. Betroffene erfahren nicht, wer welche Daten über ihn abfragt. Widerspruch haben dagegen rund 1000 Duisburger eingelegt.
Dortmunds erste Notebook-Klasse soll Pionierarbeit leisten
Schule
Im Unterricht an deutschen Schulen finden Computer so gut wie nicht statt. An einer Dortmunder Schule gibt es seit Beginn des Schuljahres die stadtweit einzige Notebook-Klasse. Nach und nach sollen die Rechner fest in den Unterricht integriert werden. Eine Nachbarstadt ist da schon viel weiter.
Deutsche Schulen in "Neuen Medien" weltweit nur Mittelmaß
Lern-Ausstattung
Deutsche Schulen schneiden im weltweiten Vergleich schlecht ab, wenn's um die digitale Ausstattung geht. Zu wenig Computer, veraltete Geräte, keine "Neuen Medien" als Unterrichtsthema. Deutsche Schüler bringen sich den Umgang mit moderner Technik weitgehend selbst bei.
Goodbye Google - Firefox arbeitet jetzt mit Yahoo zusammen
Webbrowser
Über viele Jahre haben Web-Browser-Entwickler Mozilla und Google zusammen gearbeitet. Nun ist die Partnerschaft beendet. Mozilla will in Zukunft mit Yahoo zusammen arbeiten. Das bedeutet auch, dass Google bald vielleicht nicht mehr der voreingestellte Standardsuchdienst bei Firefox ist.
So narrte ein Twitterer die Formel-1-Welt mit Vettel-Wechsel
Fake-Account
Sebastian Vettel und Ferrari - das ist wie Robert Lewandowski und Bayern München. Jeder weiß, dass etwas in der Luft liegt, doch die offizielle Bestätigung lässt lange auf sich warten. Mittwochnachmittag schien es so weit zu sein. Doch der angebliche Ferrari-Tweet erwies sich als Fake.
Umfrage
Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

 
Fotos und Videos
Fans warten aufs neue iPhone
Bildgalerie
Apple
Das sind iPhone 6 und Apple-Watch
Bildgalerie
Apple-Neuheiten
Erinnerungen an 25 Jahre Game Boy
Bildgalerie
Spielkonsole
Merkel macht Selfies mit Schülern
Bildgalerie
Kanzlerin