Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Telekom

Kartellamt prüft Drossel-Pläne der Telekom

31.05.2013 | 10:46 Uhr
Kartellamt prüft Drossel-Pläne der Telekom
Das Bundeskartellamt ist misstrauisch und schaut sich die Pläne der "Drosselkom" jetzt genau an. Foto: dpa

Frankfurt/Main.  Das Kartellamt will sich die geplante Datendrosselung bei Telekom-Tarifen genau erläutern lassen. Ein Verfahren gegen die Telekom gebe es jedoch noch nicht. Der Präsident des Kartellamts würde es kritisch sehen, wenn sich einige Internetanbieter von den Drossel-Plänen der Telekom freikaufen könnten. Die geplante Drosselung allgemein sieht er jedoch bisher nicht skeptisch.

Die Deutsche Telekom könnte wegen der geplanten Internet-DSL-Tarife mit Datendrosselung Ärger mit dem Bundeskartellamt bekommen. "Wenn die Telekom Inhalteanbietern erlauben will, sich von einer Datendrosselung freizukaufen, hat dies möglicherweise Folgen für den Wettbewerb", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Die Telekom verfüge auf dem Breitbandmarkt über eine starke Marktposition. "So könnten erhebliche Marktzutrittsschranken entstehen, wenn kleine Anbieter nicht in der Lage sein sollten, sich eine prioritäre Behandlung zu erkaufen."

Telekom ist "marktmächtig"

Nach Angaben der Bundesnetzagentur deckt die Telekom mit rund 12,4 Millionen DSL-Anschlüssen etwa 45 Prozent des Breitbandmarktes ab; damit wird sie als "marktmächtig" betrachtet.

Die Wettbewerbsbehörde hatte die Telekom aufgefordert, ihre Pläne genauer zu erläutern. Die Antworten würden nun ausgewertet. Es gebe weder Ermittlungen noch ein Verfahren.

"Grundrecht für Flatrates für schnelles Internet mag ich nicht zu erkennen"

Die Begründung des Konzerns für die stärkere Spreizung der Tarife je nach Datenverbrauch findet Mundt verständlich: "Ein Grundrecht auf Flatrates für schnelles Internet vermag ich nicht zu erkennen."

Es sei nicht einzusehen, dass Normalnutzer genauso viel zahlen müssten wie Intensivnutzer.

Telekom
Vielsurfer sollen zehn bis 20 Euro mehr im Monat zahlen

Die Diskussion um die Datenbremse der Telekom läuft auf Hochtouren, da kündigt Konzernchef René Obermann höhere Preise für Internet-Vielnutzer an. Kunden mit großem Datenverbrauch müssten sich auf zehn bis 20 Euro Mehrkosten pro Monat einstellen, sagte Obermann.

Problematisch werde es erst dann, wenn die Netzneutralität berührt werde. Da gebe es "neben einer politischen eine wettbewerbsrechtliche Dimension".

Auch dass die Telekom eigene Dienste wie ihr Internetfernsehen Entertain nicht auf das Datenvolumen anrechnen will, sorgt beim Kartellamt für Nachfragen.

Investitionen von sechs Milliarden Euro in den nächsten Jahren

Die Deutsche Telekom hatte Anfang Mai eine Tempo-Bremse für Internet-Vielnutzer angekündigt. Der deutsche Telekommunikationsmarkt habe in den vergangenen sieben Jahren einen Umsatzrückgang von neun Milliarden Euro verkraften müssen. Gleichzeitig wolle die Telekom in den nächsten Jahren rund sechs Milliarden Euro in den Festnetzausbau investieren. (dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
Wer Bürger-Daten kauft und wie man sich schützen kann
Datenschutz
Vollautomatisiert fragen Unternehmen über ein Online-Portal Adressen aus dem Melderegister der Stadt Duisburg ab. Die Verwaltung spricht von hunderttausenden Fällen pro Jahr. Betroffene erfahren nicht, wer welche Daten über ihn abfragt. Widerspruch haben dagegen rund 1000 Duisburger eingelegt.
Dortmunds erste Notebook-Klasse soll Pionierarbeit leisten
Schule
Im Unterricht an deutschen Schulen finden Computer so gut wie nicht statt. An einer Dortmunder Schule gibt es seit Beginn des Schuljahres die stadtweit einzige Notebook-Klasse. Nach und nach sollen die Rechner fest in den Unterricht integriert werden. Eine Nachbarstadt ist da schon viel weiter.
Deutsche Schulen in "Neuen Medien" weltweit nur Mittelmaß
Lern-Ausstattung
Deutsche Schulen schneiden im weltweiten Vergleich schlecht ab, wenn's um die digitale Ausstattung geht. Zu wenig Computer, veraltete Geräte, keine "Neuen Medien" als Unterrichtsthema. Deutsche Schüler bringen sich den Umgang mit moderner Technik weitgehend selbst bei.
Goodbye Google - Firefox arbeitet jetzt mit Yahoo zusammen
Webbrowser
Über viele Jahre haben Web-Browser-Entwickler Mozilla und Google zusammen gearbeitet. Nun ist die Partnerschaft beendet. Mozilla will in Zukunft mit Yahoo zusammen arbeiten. Das bedeutet auch, dass Google bald vielleicht nicht mehr der voreingestellte Standardsuchdienst bei Firefox ist.
So narrte ein Twitterer die Formel-1-Welt mit Vettel-Wechsel
Fake-Account
Sebastian Vettel und Ferrari - das ist wie Robert Lewandowski und Bayern München. Jeder weiß, dass etwas in der Luft liegt, doch die offizielle Bestätigung lässt lange auf sich warten. Mittwochnachmittag schien es so weit zu sein. Doch der angebliche Ferrari-Tweet erwies sich als Fake.
Umfrage
Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

 
Fotos und Videos
Fans warten aufs neue iPhone
Bildgalerie
Apple
Das sind iPhone 6 und Apple-Watch
Bildgalerie
Apple-Neuheiten
Erinnerungen an 25 Jahre Game Boy
Bildgalerie
Spielkonsole
Merkel macht Selfies mit Schülern
Bildgalerie
Kanzlerin