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Benefizprojekt

Internet-Nutzer helfen über Soziale Netzwerke

15.09.2009 | 06:23 Uhr
Internet-Nutzer helfen über Soziale Netzwerke

Essen. Benefiz 2.0: Soziale Netzwerke haben nun den Guten Zweck für sich entdeckt. Die Studentin Anna Vikky hat mit „2aid.org“ wohl eine der ersten Charity-Plattformen gegründet, die Nutzer über Twitter, Youtube oder Facebook direkt in Hilfsprojekte miteinbeziehen.

„Immer noch auf der Suche nach Sponsoren“, zwitscherte Anna Vikky neulich über Twitter. Und schon meldeten sich Menschen, die bereit waren für den guten Zweck zu spenden. „So sind sie immer auf dem neusten Stand und sehen, wo sie helfen können“, erklärt die Zahnmedizin-Studentin aus Düsseldorf. Die Idee kam Anna bereits vor einiger Zeit in den Sinn: „Ich wollte ein Hilfswerk gründen, bei dem jeder aktiv mithelfen kann und nicht nur passives Mitglied ist, wie in den großen Organisationen.“

Anfang Juli hat Anna dann den Verein „2aid.org“ gegründet. Auf Seiten wie Facebook, Twitter und Youtube verbreitet sie seitdem Informationen zu ihrem Projekt und sucht Nutzer, die ihr bei der Umsetzung helfen möchten. Die können sich schließlich als so genannte „Freunde" anschließen – so entsteht ein Netzwerk. In das kann jeder sein Geld, sein Wissen, sein Knowhow einbringen. Das Netzwerk funktioniert wie ein Schneeball: Einer kennt jemanden, der sich mit einem bestimmten Thema auskennt, der wiederrum jemanden, der andere Fähigkeiten einbringt. Auf das Fachwissen des Netzwerks kann „2aid“ jederzeit zurückgreifen.

Erstes Großprojekt: "Wasser"

So wie bei ihrem ersten Hilfsprojekt: „Darüber haben wir bei Twitter abstimmen lassen.“ Die Nutzer haben sich für „Wasser“ entschieden. In Zusammenarbeit mit der Non-Profit-Organisation "SafeWater-Nexus" aus den USA führt 2aid.org das Großprojekt durch, bei dem sieben Brunnen in Uganda gebaut werden sollen. Nun kann jeder Geld dafür spenden, aber auch sein Wissen über Wasseranlagen oder Brunnenbau einbringen - und wenn er möchte auch vor Ort nach Afrika fliegen, um sich dort einzubringen.

„Wir suchen über das Social Web gezielt Leute, die uns in ganz praktischen Fragen helfen können.“ Ein User mit Kameraerfahrung hatte sich auf eine Anfrage bei Twitter gemeldet und Anna dabei geholfen, ein Video für die Startseite von „2aid.org“ zu drehen. Das gehört auch zur Social-Charity-Idee.

Neben der Gründerin Anna Vikky besteht das 2aid-Team im Kern aus vier Leuten, die sich um die Organisation kümmern. „Im Moment sind wir auch in Gesprächen mit StudiVZ, um dort Gruppen zu gründen und ein bisschen Werbung zu machen.“ Auf Facebook haben sich dem Verein in den vergangenen Wochen schon 500 Freunde angeschlossen. Auf Twitter sind es über 300.

Unternehmen werden aufmerksam

Mittlerweile werden auch Organisationen und Unternehmen auf die Netz-Helfer aufmerksam. „Wir haben Kontakt zur Bertelsmann-Stiftung über Twitter aufgenommen und sind mit anderen Unternehmen im Gespräch, die uns helfen wollen.“ Auch große Hilfswerke wie WWF oder Greenpeace haben Accounts in den Netzwerken und suchen User, um sie zu mobilisieren. Doch im Unterschied zu 2aid.org haben die großen Unternehmen ihre Fachleute in den entsprechenden Abteilungen organisiert. Anna meint: „Bei uns kann jeder aktiv mitarbeiten.“

Einen neuen Trend hin zu Mitmach-Hilfsaktionen im Netz können Medienforscher bisher aber noch nicht erkennnen. "Für Studien ist es noch zu früh", sagt Dr. Peter Widlok von der Landesanstalt für Meiden."Wenn es funktioniert, könnten sich aber viele Organisationen anschließen."

Und noch einen Vorteil sieht Anna in der Hilfsplattform Internet: „Man kann sich gleich für ihren Einsatz bei den Nutzern bedanken.“

Kristina Mader

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Kommentare
14.09.2009
22:43
Internet-Nutzer helfen über Soziale Netzwerke
von Barrister_Pardon | #2

War das nicht schon vor einem Jahr die Idee der community Kaioo.de?

14.09.2009
20:28
Internet-Nutzer helfen über Soziale Netzwerke
von Bianca Gade | #1

Ich bin über Twitter auf diesen Artikel aufmerksam geworden, da ich selbst ein Webprojekt zur Adventszeit starte: Den AdvendPodcast. Ein Social Media Projekt, wo an 24 Tagen jeweils eine Wohltätigkeitsorganisation mit einem Podcast vorgestellt wird. Die Produktion selbst übernehmen dabei die Hörerinnen und Hörer selbst. Allesamt selbst im Netz vertreten. Es wird unter dem Hashtag #APD09 getwittert, auf Facebook gibts ne Fanseite. Das Blog läuft auf www.adventpodcast.de und unterrichtet fortlaufend über das Projekt. Außerdem gibt es für jeden Blogger und Webmaster Banner, die er sich auf die Seite binden kann.

Ich finde diesen Artikel großartig und werde mich mit 2aid.org in Verbindung setzen.

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