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In fünf Schritten raus aus Street View

17.08.2010 | 22:27 Uhr

Essen.Google bietet ein neues Widerspruchsverfahren für seinen Internetdienst Street View. DerWesten erklärt, wie man damit sein Haus aus Street View heraus bekommt – und was man tun kann, wenn man noch nicht an das Internet angeschlossen ist.

Raus aus Street View

Street View“, das ist der digitale Straßenatlas des US-Suchmaschinenanbieters Google. Seit Mitte 2008 macht Google Millionen Fotos auf deutschen Straßen. Ende des Jahres, voraussichtlich ab November, soll die dreidimensionale Straßenschau mit den Bildern von 20 großen deutschen Städten an den Start gehen. Das gefällt nicht allen. Viele wollen ihr Haus nicht im Internet zur Schau stellen, egal ob Eigentümer oder nur Mieter. Ihnen bietet Google seit Dienstag ein vereinfachtes Widerspruchsverfahren. Wir erklären, wie man damit sein Haus aus Street View heraus bekommt – und was man tun kann, wenn man noch nicht an das Internet angeschlossen ist.

Video
Video von vor zwei Jahren über die Schwierigkeiten, den Fahrer eines Google Mobils zu interviewen

Wer sein Haus aus dem Internet nehmen möchte, muss zuerst ins Netz. Auf www.google.de/streetview steht seit gestern ein einfaches Widerspruchsverfahren. Auf der Street-View-Startseite erscheint ein Menü mit mehreren Links. Das Verfahren startet unter dem Menüpunkt „Unkenntlichmachung beantragen“. Auf der Folgeseite befinden sich die Nutzungsbedingungen, die erst einmal bestätigt werden müssen. Lesen Sie diese Bedingungen aufmerksam. Mit einem Mausklick auf „Weiter“ landen sie auf einer Seite mit einer Karte, auf der Sie das Haus suchen können, das Ihnen gehört oder in dem Sie wohnen.

Objekt mit der Maus kennzeichnen

Sollte sich die Seite nicht öffnen lassen, liegt das vielleicht am Internet-Browser. Das Widerspruchsverfahren hakt bei einigen älteren Versionen des Internet Explorers und Mozillas Firefox. Hier hilft nur eine aktuelle Version. Die gibt es im Internet oder über die Updatefunktion des Browsers oder des Betriebssystems.

Die dritte Auswahlseite öffnet sich. Jetzt sind die Adressdaten gefragt. Wer Straße und Hausnummer, Postleitzahl und Wohnort eingegeben hat, klickt auf „Karte aktualisieren“ und bekommt sein Haus auf einer Satellitenkarte angezeigt. Das ist ungenau. Deshalb bittet Google Löschwillige, das Objekt mit der Maus zu kennzeichnen. „Bitte ziehen Sie den Marker auf die Mitte Ihres Gebäudes/Grundstückes“, empfiehlt die Hilfe. Und das geht so: roten Marker anklicken, linke Maustaste festhalten, den Marker über das Haus ziehen und Maustaste loslassen.

Stehen Gartenzwerge im Vorgarten?

In den Feldern unter der Satellitenkarte lassen sich genauere Angaben zum Standort machen. Hier können Sie die genaue Anzahl der sichtbaren Stockwerke angeben, außerdem sollen Nutzer des Widerspruchsverfahrens in einem weiteren Feld die genaue Beschaffenheit des Daches beschreiben.

In einem dritten Feld lassen sich zusätzliche Angaben machen. Hat das Haus eine rote Tür? Welche Farbe haben die Fenster? Stehen Gartenzwerge im Vorgarten? Die Angaben sollen es den Google-Mitarbeitern erleichtern, dass Haus schneller zu identifizieren. Wer all diese Angaben gemacht hat, klickt auf „Weiter“.

Die nächste Seite bittet um die Eingabe weiterer Daten. Um Missbrauch vorzubeugen, muss nun eine E-Mail-Adresse angegeben werden. Diese wird im zweiten Feld des Formulars noch einmal wiederholt.

Im dritten Feld muss der Antragsteller seinen Namen eintragen und seine Anschrift wiederholen. Google verschickt per Post an die dort angegebene Adresse einen Verifizierungscode und verspricht, die Daten vertraulich zu behandeln und nicht an Dritte weiterzugeben. Ist der Code angekommen, muss er auf der Street-View-Seite eingegeben werden. Nur so, sagt Google, wird die Löschung des Fotos auch Wirklichkeit.

Einspruch per Post

Wer sich den Code an eine andere Adresse schicken lassen möchte, findet eine weitere Eingabemaske. Nach Eingabe einer Sicherheitsabfrage und einem Mausklick auf „Einreichen“ werden die Da­ten zu Google geschickt. Wer seine Angaben nochmals überprüfen möchte, kann mit „Zurück“ auf die vorherigen Seiten zurückkehren. Keine Angst: Bereits eingegebene Da­ten werden nicht gelöscht. Alternativ zum Widerspruchsverfahren auf seiner Internetseite bietet Google auch weiterhin die Möglichkeit, auf dem Postweg Einspruch gegen Street View einzulegen. Verbraucherschützer, Mieterbünde und Stadtverwaltungen bieten dazu Musterschreiben an.

Es reicht aber auch, einen Brief aufzusetzen, in dem man darum bittet, sein Haus aus Street View zu entfernen. Wichtig ist aber nicht nur die korrekte Adresse, sondern auch eine nähere Umschreibung, damit Google das Haus identifizieren kann. Diesen Widerspruch schicken Sie an folgende Adresse: Google Germany GmbH, Betr.: Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg.

Sven Frohwein

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Kommentare
19.09.2010
09:42
In fünf Schritten raus aus Street View
von Kand.in.Sky | #33

Immer schön Widerspruch einlegen, liebe Krauts!
Das wird das umfangreichste, beste und von Eigentümern verifizierte Verzeichnis potentieller Raubobjekte überhaupt!

#k.

21.08.2010
16:54
In fünf Schritten raus aus Street View
von Topicidy | #32

zwei Links zu Google Street View:
http://www.topicidy.de/duesseldorf/thema/duesseldorfer-streetview-gegner-lassen-sich-vor-ihrem-haus

http://www.trancefish.de/blog/show/Teh Interwebz/Was hat Google je getan/

Was hat Google je für uns getan? Ein fettes Email-Postfach, ne Suchmaschine, Online-Kalender, Picasa, Google Earth.....

20.08.2010
17:35
In fünf Schritten raus aus Street View
von Erich Marre | #31

Gott, wie hat sich die Presselandschaft in Deutschland veraendert, soll heissen reduziert und monopolisiert. Gibt es keine Monopolkommission? Was machen die Leute dort den ganzen Tag?
Die WAZ-Gruppe verlegt mittlerweile fast alles im Ruhrgebiet an Tageszeitungen.
Und diese Tageszeitungen drucken Nachrichten, die ich meist schon ZWEI Tage vorher online gelesen hatte, sind also absolut VERALTET.
Und in der WAZ steht ein Bloedsinn nach dem anderen, so las ich kuerzlich das Wort „Landmarken“. Was soll das sein? Briefmarken vom Lande?
Nein, getrieben von einem Zwang zu englischen Woertern in Deutschland, obwohl kaum jemand hier Englisch spricht (absurd!), hatte die WAZ mal eben das englische Wort „landmark“ (Sehenswuerdigkeit) zum neudeutschen „Landmark“ gemacht. Da kann man sich nur an den Kopf fassen und laut aufstoehnen.
Vor kurzem las ich, dass Howard Carpendale in der WAZ „Grossmeister der niveauvollen Weisen“ genannt wurde.
Wie bitte?
Carpendale ist der Letzte, der niveauvoll ist, er ist ein alter Saenger dummer Schlager. Das letzte Mal, als ich mit ihm sprach, schwaermte er mir endlos vom Golfspielen vor, zum Glueck hat er mir nichts vorgesungen.
Der Alte sollte sich lieber in seiner Heimat Suedafrika zur Ruhe setzen, statt immer noch billige Schlager zu traellern, die Leute mit Niveau zur Weissglut treiben!
In derselben WAZ Ausgabe war eine ganze Seite voll mit dem Thema „Wir erklaeren, wie Sie sich online bei Google Street View „auspixeln“ lassen.“
Wie bitte?
Das erklaert sich doch von selbst, wenn Sie auf der website sind, ich brauche doch nicht die WAZ, die mir ernsthaft erklaert, dass ich ins Feld „Nachname“ meinen Nachnamen schreiben sollte.
Da sehen Sie, fuer wie BEKLOPPT die WAZ ihre Leser haelt.
Habe ich gelacht!

Semper fidelis!

19.08.2010
10:07
In fünf Schritten raus aus Street View
von Harry Boo | #30

Kann das ganze Pallaver wegen Street View nicht verstehen. In einem Land, wo Informationen von Behörden ohnehin miteinander vernetzt sind, wo Leute in sozialen Netzen freiwillig intimste Angaben machen usw. Häuser sind keine Personen und Gesichter werden ja unkenntlich gemacht.
Allerdings das Speichern von W-LAN Daten im Zusammenhang mit der Adresse und der Häuseransicht durch Google, ist mir unverständlich und sollte unterbleiben.
Was die reinen Häuseransichten angeht, gibt es schon lange andere Dienste, wo dies möglich ist.

19.08.2010
03:01
In fünf Schritten raus aus Street View
von Leser | #29

Hier crashen mal wieder angelächsisches Rechtsverständnis und Lebensgefühl und deutsche Dickköpfigkeit. Ich erlebe das im Job, dass vor allem Amerikaner nicht verstehen, dass man hier Intrigantentum, Schadenfreude und Hinterfotzigkeit als normal empfindet.
Wir lassen jetzt unser Gebäude verpixeln, um dem widerlichen Vermieter das kündigen und flott neuvermieten zu erschweren.

18.08.2010
20:37
In fünf Schritten raus aus Street View
von Google deutschland GmbH | #28

Also, derzeit wird dort kein Captcha angezeigt - das löschen funzt nicht

18.08.2010
20:00
In fünf Schritten raus aus Street View
von Olaf P. | #27

In einem Schritt raus aus dem WAZ-Abo, das wäre eine sinnvolle Anleitung.
Aufgrund der massiven Zensur der Kommentare würde ich mir das wünschen!

Danke

18.08.2010
18:00
In fünf Schritten raus aus Street View
von bomanns | #26

Was ist eigentlich, wenn in einem Haus 3 Mieter wollen, daß die Fassade gelöscht wird, und 3 Mieter wollen, daß die Fassade sichtbar ist?

Wir reden immer von der Möglichkeit des Löschens, aber grundsätzlich handelt es sich doch um öffentliche Informationen. Wieso sollte also das Löschbedürfnis des einen Mieters Priorität gegenüber dem Abbildungsbedürfnis des anderen Mieters haben?

18.08.2010
18:00
In fünf Schritten raus aus Street View
von hez | #25

Hofentlich ist bald November, damit ich in alle Fenster gucken kann ?!?!?!?!?!?!?!?!?

18.08.2010
14:39
In fünf Schritten raus aus Street View
von micha6270 | #24

@noview: Na, das ist doch ein Vorteil von GoogleStreetView: Bewerbungen sind nicht mehr nur von einer Bewerbungsmappe abhängig, die im Wust von zig Bewerbungen untergeht, sondern man kann sich generell einen Ruf aufbauen, um den Arbeitgeber mit einem Gesamtbild zu überzeugen.

Aber das nennt man insgesamt Globalisierung. Früher wusste man, wer der Dorfsäufer war und gab ihm keine höhergestellten Arbeiten - heutzutage ist die ganze Welt ein einziges Dorf und man zieht solche Informationen halt aus dem Internet.

Und wie bitteschön muss eine Häuserfront aussehen, um daran eine Bewerbung scheitern zu lassen? Da würde ich mich ganz klar auf die Seite des Arbeitgebers begeben und GoogleStreetView als Segen bezeichnen.

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