Das aktuelle Wetter NRW 1°C

Internet

Illegale Musik-Downloads: 1,4 Millionen Euro Strafe

20.06.2009 | 10:29 Uhr
Illegale Musik-Downloads: 1,4 Millionen Euro Strafe

Minneapolis. Eine Frau wurde jetzt in den USA wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht zu einer Zahlung von 1,4 Millionen Euro verurteilt. Plattenfirmen hatten die Frau verklagt, weil sie Songs in der Internettauschbörse Kazaa angeboten hatte.

Weil sie Songs in der Internettauschbörse Kazaa angeboten hat, ist in den USA eine Frau zur Zahlung von fast zwei Millionen Dollar (1,4 Millionen Euro) Strafe an die klagenden Plattenfirmen verurteilt worden. Die Geschworenen in Minneapolis befanden Jammie Thomas-Rasset des Verstoßes gegen das Urheberrecht für schuldig. In dem Prozess ging es um 24 Titel von Künstlern wie Gloria Estefan, Green Day und Sheryl Crow.

Prozess wurde wegen Verfahrensfehler neu aufgerollt

In einem ersten Prozess war Thomas-Rasset 2007 wegen illegaler Musik-Downloads zu 222.000 Dollar Strafe verurteilt worden. Der Prozess wurde wegen eines Verfahrensfehlers neu aufgerollt. Vor dem Gerichtssaal sagte die 32-jährige Mutter von vier Kindern am Donnerstag, sie werde niemals in der Lage sein, die Millionenstrafe zu zahlen. «Ich bin eine Mutter mit begrenzten Mitteln, also mache ich mir darüber jetzt keine Sorgen.» Eine Sprecherin der Vereinigung der Plattenindustrie erklärte, die Kläger seien zu einer Einigung bereit. Eine Summe nannte sie nicht.

Thomas-Rassets Anwalt hatte geltend gemacht, dass die Plattenfirmen nicht nachgewiesen hätten, dass jemand die bereitgestellten Songs herunterlud. Die Industrie erklärte, es habe sich gezeigt, dass Thomas-Rasset für illegales File-Sharing auf ihrem Computer verantwortlich gewesen sei. Der Fall war der einzige von mehr als 30.000 ähnlich gelagerten, der tatsächlich verhandelt wurde. Die meisten anderen Beschuldigten, die ins Visier der Plattenindustrie gerieten, einigten sich mit der Branche auf eine Zahlung von jeweils etwa 3.500 Dollar.

Zurückgehende Einnahmen wegen Online-Piraterie

Die Plattenfirmen beschuldigten Thomas-Rasset, im Februar 2005 insgesamt 1.700 Songs auf Kazaa angeboten zu haben. Erst danach wurde Kazaa nach einer Einigung mit der Branche zu einem legalen Downloaddienst für Musik. Zur Vereinfachung des Verfahrens begrenzte die Plattenindustrie ihre Klage auf 24 Titel. Sie macht Online-Piraterie für zurückgehende Einnahmen verantwortlich. Die Geschworenen sprachen der Industrie pro Titel 80.000 Dollar Schadenersatz zu, insgesamt 1,92 Millionen Dollar. 150.000 Dollar pro Titel wären laut Gesetz möglich gewesen. (ap)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
19.06.2009
17:47
Illegale Musik-Downloads: 1,4 Millionen Euro Strafe
von Captain Blackhat | #25

Ich suche über Google nachdem ich mir das Buch Google Hacking durchgelesen habe. Entweder lande ich auf ungesicherten Rechnern von Privatleuten oder die Leute haben es zum 1 Klick download zur Verfügung gestellt. Interesanter sind natürlich Exceltabellen mit Gehaltsabrechnungen oder ungesicherte Security Cams die man direkt steuern kann. Man kann sich auch über Internetradios Songs runterladen legal und kostenlos und am nächsten Morgen ist das Album schon da. Trotz dem kaufe ich mir schon noch Orginale von Künstlern die ich besonders mag oder Sondereditionen von CDs.

19.06.2009
15:38
Illegale Musik-Downloads: 1,4 Millionen Euro Strafe
von MoepMoep | #24

Der Vergleich von Musik zu Open-Source bezieht sich auf folgenden Satz:
Leute, die AUCH ohne Gegenleistung (Geld) ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen! Nur: wer tut das schon? Geldverdienen wollen / müssen alle!

Bitte schön. Das ist Open-Source.

Ich selber habe wenig Musik, da ich sie nur kaufe, wenn da auf der Scheibe Musik vom Musiker drauf ist, und nicht ein Computerprodukt.
Wer zahlt denn bitte für ein Synthetikprodukt dasselbe wie für eine echte Version?
Das was mit solchen Mark Medttddlocks betrieben wird, ist Betrug am Kunden. Ich sage das deswegen, da einige hier mit Arbeitsleitung argumentieren. Die Musikindustrie bringt aber in einigen Bereichen nicht die Arbeit, die sie mit dem Preis angibt geleistet zu haben.
Ein Künstler der sich live schlimmer anhört als sämtliche DSDS-Casting-opfer zusammen, auf dem Album aber plötzlich jeden Ton trifft, hat 0-Null-Zero Arbeit geleistet. Und dann hilft da auch kein Argument, von jahrelangem Studium um die Stimme zu perfektionieren. Dieses Studium hat nie stattgefunden. In diesem Sinne: Wer betrügt, brauch sich über Diebstahl nicht aufregen.

Wenn man auf einem Flohmarkt wissentlich Hehlerware kauft, dann macht man sich strafbar.
Insofern ist das vergleichbar mit den Filesharing.
Wer wissentlich urheberrechtlich geschützte Inhalte lädt, der macht sich ebenfalls strafbar.

Die Idee ist richtig, man kauft auf einem Flohmarkt aber nicht wissentlich Hehlerware. Ebenso wie nicht jeder Download über Filesharing, zwangsläufig wissentlicher geistlicher Diebstahl ist. Hinzu kommt, dass zB ich neue Linuxdistributionen und updates über Filesharing beziehe. Ich wüsste nicht was daran illegal oder Schnorren ist. Etwaige Spielesoftware nutzt Filesharing um die Patches zu verbreiten.

19.06.2009
15:34
Illegale Musik-Downloads: 1,4 Millionen Euro Strafe
von Dirk Runkel | #23

Ich frage mich gerade nur, warum die gute Frau die Songs überhaupt zum download angeboten hat. Wegen der Ehre der Peer-To-Peer User? Das ich nicht lache. Mal ehrlich, wenn man nicht erwischt und dazu noch wegen illegaler Verbreitung belangt werden will, dann zieht man sich die Songs runter und fertig und stellt nicht noch seine Songs zum Download bereit. (Achtung vereinfacht ausgedrückt!)

Darüber hinaus bin auch ich der Meinung, dass man für Musik bezahlen sollte. Wie einige Vorredner schon gesagt haben ist Musiker ein Beruf von dem man leben möchte. Ich kaufe ohnehin nur Musik die mir gefällt und muss mir nicht irgendwelche Musik runterladen nur um die dann auf meiner Festplatte verstauben zu lassen.

Mittlerweile gibt es auch einige legale Möglichkeiten Musik aus dem Internet zu ziehen. Meistens gibt es da zwar nur ein Lied und nicht das ganze Album, aber es ist legal.

19.06.2009
14:59
Illegale Musik-Downloads: 1,4 Millionen Euro Strafe
von kein Plan | #22

Wenn man auf einem Flohmarkt wissentlich Hehlerware kauft, dann macht man sich strafbar.
Insofern ist das vergleichbar mit den Filesharing.
Wer wissentlich urheberrechtlich geschützte Inhalte lädt, der macht sich ebenfalls strafbar.

Wer Mark Medlock herunterläd, obwohl er die Musik scheisse findet macht sich somit nicht nur strafbar, sondern ist auch ausnehmend dämlich.

Wer Billy Talent toll findet, die Musik illegal lädt ist ein absoluter Schnorrer.
Wer Billy Talent toll findet und die Musik kauft ist ein Fan und supportet seinen Künster.

Wer sich damit rechtfertigt, das er nur die Musik illegal herunterlädt, die er nicht mag, der ist nicht Robin Hood.
Und wer das macht, nur um ein Terrabyte an Musik zu haben um das allen zu erzählen hat hinterher keinen grösseren Pe.is

Wer Musik mit Open-Source Software vergleicht, der hat Musik nicht verstanden, denn solche Software wird in einem Kollektiv entwickelt und ist nicht einem Geist entsprungen.

... und nicht zuletzt: Wer versteht was ich meine, ist nicht ganz dämlich.

19.06.2009
14:10
Illegale Musik-Downloads: 1,4 Millionen Euro Strafe
von MoepMoep | #21

@ heimscheisser.

Bleiben sie doch daheim und scheissen weiter.
Erstens sind Tauschbörsen nicht illegal.
Zweitens ist es eine Frechheit, User von P2P-Netzwerken als Schnorrer zu bezeichnen.
Sie gehen gerne auf den Flohmarkt? Sie sollte man gleich einsperren, weil auf jedem Flohmarkt irgendwo Hehlerware angeboten wird, SIE Schnorrer.

Haben Sie mal etwas gekauft, bei dem dann keine Leistung erbracht wurde, wie zum Beispiel bei diesem ganzen Studio-Cover-Schrott a lá Mark Mettwurst singt das neueste Lied von Bohlen. Schaut euch mal Billy Talent Live an. Ich möchte gerne für Musik bezahlen, welche die Musiker auch selber spielen. Und zwar komplett. Ich zahle gerne dafür, dass sich jemand dem jahrelangen Studium eines Instruments widmet, um dieses zu meistern.
In den meisten Fällen ist aber so, dass das training jedwelchen Instruments nie stattgefunden hat. Keine Stimme, nur Studiotechnik die da die Töne hält. Wenn ich mir ein Haus bauen lasse, und danach nur eine Wand steht, auf der ein Diaprojektor ein tolles Haus anzeigt, zahl ich nicht.

Ach ja, Arbeit ohne Gegenleistung gibt es zuhauf, und das auf hohem Niveau: Open Office und Firefox, um nur mal 2 Beispiele von kostenfreier sehr guter Software zu nennen.

19.06.2009
13:46
Illegale Musik-Downloads: 1,4 Millionen Euro Strafe
von Rentner4r | #20

Heimschscheisser
das ist der richtige Name für dich man was bist du Panne

19.06.2009
13:28
Illegale Musik-Downloads: 1,4 Millionen Euro Strafe
von der Heimscheisser | #19

1.) 1,4 Mille Strafe ist natürlich ein Exempel, quasi ein Witz!
2.) Musik ist geistiges Gut, ist die Arbeit, die der Künstler erschaffen hat!
3.) Tauschbörsen sind illegale Plattformen, die nur Schnorrer nutzen! Einzige Ausnahme, die akzeptiere: Leute, die AUCH ohne Gegenleistung (Geld) ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen! Nur: wer tut das schon? Geldverdienen wollen / müssen alle!
4.) Habe viele Freunde und Bekannte, die in der (Schallplatten-) Industrie arbeiten bzw. gearbeitet haben! Fazit der letzten 15 Jahre: Insolvenzen (Vertriebe, Labels, Shops etc.), MASSENHAFTE Entlassungen im Personalbereich (Komisch, nie etwas davon in den Nachrichten gehört, geschweigedenn von Politikern verurteilt....Ach ja, das gilt ja nur bei Banken und Autobauern...) und zig Musiker / Bands OHNE Vertrag! (was einem Berufsverbot gleichkommt)
5.) Nix gegen Musik-Downloads, nur: Sie sollten bezahlt werden, weil...siehe oben!

19.06.2009
13:15
Illegale Musik-Downloads: 1,4 Millionen Euro Strafe
von kein Plan | #18

... um vielleicht mal den ein oder anderen Denkansatz hier zu wiederlegen:

Sicherlich ist Musik machen eine schöne Sache. Wenn man aber sein komplettes Leben darauf ausrichtet (was dem Begriff der Berufung entspricht), dann muss man damit auch Geld verdienen, um Leben zu können. (Sie kennen das sicherlich aus eigener Erfahrung: Essen, trinken, wohnen und nicht frieren, Krank sein und die Rechnung bezahlt bekommen etc. pp.)
Das erlernen eines Instruments, und sei es die eigene Stimme zu der Perfektion, die notwendig ist um eine verkäufliche Tonaufnahme zu erstellen dauert ähnlich lang, wie ein akademisches Studium ... sicherlich will niemand abstreiten, dass daher Musik auch entlohnt werden muss, wie jeder andere Beruf.

An einer veräusserbaren Tonaufnahme sind nicht nur die Künster selbst beteiligt, sondern auch Komponisten, Produzenten, Tontechniker usw. (von Kosten für Studio und Instrumenten abgesehen).
Sicherlich klingt der ein oder andere Interpret auf Studioaufnahmen besser, als live. In dem Fall ist dann aber der ausführende Produzent der Künster ... und ein guter Song bleibt ein guter Song. Es dürfte also durchaus auch als legitim angesehen werden, das diese beiden Künstler (Komponist und Produzent) ihren Obolus dafür bekommen, das sie die Kompetenz besitzen einen gefälligen Musiktitel zu erstellen.
Somit gilt das Live argument nur mässig.

Abschliessend ist das fatale sicherlich niemals die einfache Privatkopie einer gekauften Tonaufnahme, sondern die Art der Verbreitung in peer to peer Netzwerken, bzw. auch über Seiten wie Rapidshare etc.
Das Problem hierbei ist, dass EIN(!) gekaufter und bereitgestellter Titel sich nach dem Schneeballprinzip unbegrenzt und verlustfrei verbreiten lässt.

Übrigens entsteht so auch die unglaublich grosse Summe, auf die in dem o.a. Fall geklagt wurde.
Es wird hierbei zugrunde gelegt, dass 1700 Titel etliche tausend Mal vervielfältigt wurden. Die Summe kalkuliert sich somit auf den entgangenen Gewinn für alle beteiligten.

Ich sehe das als durchaus legitim an, vor dem Hintergrund, dass auf JEDEM Tonträger die Rechtsfolgen klar aufgedruckt sind.
Es kann sich niemand damit rausreden, dass er nicht gewusst hat, dass das nicht erlaubt ist ...

Abschliessend bleibt eigentlich nur eins zu sagen:
Wer sich mit den Lizenzvereinbarungen der Musikschaffenden nicht synchronisieren will, oder wem sowieso alles zu schlecht ist, was an Musik raus kommt, der kann sich gerne auch kostenlos ein Lied vorsingen.

19.06.2009
13:11
Illegale Musik-Downloads: 1,4 Millionen Euro Strafe
von Pete2009 | #17

Als ich das heute in Nachrichten gehört hab, hab ich mich auch erst gewundert, einfaches downloaden - nun sieht die Sache natürlich anders aus hier wurden 1700 Songs zum Download Netz gestellt. Von daher ist das Urteil zu begrüßen.

19.06.2009
12:33
Illegale Musik-Downloads: 1,4 Millionen Euro Strafe
von tequila | #16

richtig.lasst uns ein exempel statuieren.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/405611/create

Neueste Aktivität
Aktuelle Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Kino.to - Justiz will auch User zur Verantwortung ziehen
Raubkopien
Nach den ersten Verurteilungen von Betreibern des stillgelegten Internet-Filmportals kino.to will die Staatsanwaltschaft erstmals in Deutschland auch gegen Nutzer des Film-Streamdienstes vorgehen. Mehrere Hundert User, auch in NRW, müssen nach Auskunft der Ermittler mit einer Anzeige rechnen.
Video 33 Kommentare 33
Deutsche Twitter-Welt überzieht Evag mit Shitstorm
Twitter
Innerhalb kürzester Zeit ist die Essener Verkehrs AG bei Twitter zu unrühmlicher Bekanntheit gelangt: Ein unglücklich formulierter Tweet, in dem das Unternehmen den Hashtag #evag verbieten wollte, hat User auf die Barrikaden gebracht. Bundesweit ist die Evag bei Twitter damit das Thema Nummer Eins.
Text 11 Kommentare 11