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Google, wir wissen, wo dein Auto steht

18.08.2010 | 11:24 Uhr

Video von vor zwei Jahren über die Schwierigkeiten, den Fahrer eines Google Mobils zu interviewen

Wir haben den Fahrer gefunden. Mitten in Oberhausen. Warum er gerne etwas sagen möchte, aber nicht darf, erfahren Sie hier. 

"Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Fahrer der Street View Autos keine Interviews geben und auch nicht im Namen von Google sprechen können."

Interviews mit Medienvertretern verboten: Stattdessen reichen die Google-Fahrer diesen Zettel an Journalisten weiter.

So steht es auf dem farbigen Ausdruck, den jeder Journalist vom Fahrer eines Street-View-Autos in die Hand gedrückt bekommt. 

Donnerstagmorgen, 8 Uhr, mitten in Oberhausen. Auf dem Seitenstreifen parkt ein schwarzes Google-Mobil. Plötzlich springt eine Haustür auf und ein Mann in den Vierzigern huscht zielstrebig zum Wagen.

Mehr als ein "Guten Morgen" bringt der Oberhausener zunächst nicht über die Lippen. Weil er nicht darf, schon gar nicht vor laufender Kamera. Immer wieder schweift der Blick nach links und rechts. Nein, uns hört keiner zu. Nicht um 8 Uhr morgens in der Goethestraße.

Bis jetzt noch nicht erwischt

Das Herzstück: Der Kamera-Turm des Google-Mobils.

Der Google-Mitarbeiter lässt seinen Wagen warmlaufen. Seit drei Wochen fährt er nun schon durch das Ruhrgebiet, bisher hat ihn keiner erwischt. Etwas verwunderlich, parkt das Google-Mobil mit dem schwarz verpackten Kamera-Turm auf dem Dach doch unmittelbar vor der Haustür des Oberhauseners. Die Nachbarn wissen Bescheid, wie sich in späteren Gesprächen herausstellen wird. "Er fährt morgens meist um kurz nach acht los und kommt immer so gegen sechs zurück", erzählt eine Anwohnerin. Was genau der gute Mann allerdings den Tag über im Auto mache, ist den meisten egal.

Keine Aufnahmen im Cockpit

Der Motor surrt, im Cockpit gehen die Lichter an. Am Handschuhfach ist ein Monitor befestigt, auf dem Beifahrersitz liegt eine Tastatur. "Halt, Stopp, keine Aufnahmen", schnellt er hervor. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite läuft eine Gruppe Schüler vorbei, blickt kurz zum seltsam anmutenden Gefährt herüber und schlendert einen Wimpernschlag später schulterzuckend weiter.

Ein (fast) normaler Job

Mit einem kräftigen Klimmzug zieht sich der Fahrer an der Wagenseite hoch und klettert auf das Autodach. Erst fällt die schwarze, dann die blaue Plastikhülle. Der Kamera-Turm liegt frei. Das GPS-Modul zur Positionsbestimmung hat bereits die Ortung aufgenommen und quittiert den Arbeitsbeginn mit nervösem Blinken.

"Das wollen die Leute sehen", sagt der Oberhausener, wirft einen letzten prüfenden Blick auf die Google-Lichtorgel und klettert vorsichtig vom Dach herunter. Seit drei Wochen sei er in der Gegend unterwegs. Wochentags immer acht Stunden. "Inklusive einer Pause. Ganz normal." Wie er an den Job gekommen ist, will er nicht sagen.

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Bevor er sich seiner Tastatur widmet, gibt der Oberhausener noch eine Anekdote zum Besten: "Schauen Sie mal an die Wagenseiten. Irgendjemand hat die Google-Schilder gestohlen. Wer braucht denn sowas?"

"Für Rückfragen steht Ihnen die Pressestelle von Google Deutschland jederzeit gern zur Verfügung."

Mit diesem Satz endet der Google-Ausdruck. Und auch das Gespräch mit dem Fahrer. Mit den Worten "jetzt Duisburg" schließt er die Tür, winkt zum Abschied und braust davon.

Auf, auf und davon ist derzeit auch die Google-Pressestelle, die nach eigenen Angaben "jederzeit gern zur Verfügung" steht. Dort ist niemand erreichbar. Aber wer braucht schon Informationen? Oder, Google?

Nachtrag:

Hier zur Stellungnahme von Google

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Markus Hündgen

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Kommentare
16.12.2009
17:19
Google, wir wissen, wo dein Auto steht!
von Hansi | #36

Schon mal was von Drohnen gehört? ? ?

07.04.2009
22:22
Google, wir wissen, wo dein Auto steht!
von TitanioLeserin | #35

Ich bin ehrlich gesagt entsetzt über die Leichtfertigkeit und auch Unreflektiertheit der Poster hier. Eigentlich speziell über TinkyWinky, aber mittlerweile kann ich ihn nicht mehr ernst nehmen, denn ich habe zuviel Kommentare von ihm gelesen und damit disqualifiziert er sich selbst.
Aber der Rest? Google weiss wo du wohnst, google weiss nach welchen Sexfilmchen und sonst alle Dinge nach denen du suchst, deine Payback-Karte verrät wieviel Kondome und Anti-Faltencremes du kaufst, deine EC-Karte verrät deine Einkaufvorlieben, deine Kleidergrösse, einfach alles was du mit deinen tollen Rabattkarten etc. machst.

@moosehead.sascha,
Selber nachdenken bitte. Natürlich kann man vorbeigehen, aber wenn von aussen nicht einsehbare Grundstücke abgefilmt werden ergibt das eine wundervolle Möglichkeit sich dieses Objekt doch mal anders zu betrachten.
Erst einen Schritt weiterdenken und dann treten!

03.02.2009
11:30
Google, wir wissen, wo dein Auto steht!
von trauerspiele | #34

Wir brauchen keinen Überwachungsstaat! Wir haben doch Google!

05.09.2008
12:15
Google, wir wissen, wo dein Auto steht!
von mrspucki | #33

wie sagte Grönemeyer: Stillstand ist der Tot...

05.09.2008
11:23
Google, wir wissen, wo dein Auto steht!
von maxdc | #32

Hallo zusammen,

ich finde die ganze Diskussion über den Street Viewer eigentlich ein bisschen albern!

Das Internet hat noch nie Identitätsschutz geboten, denn jeder kann auf öffentlichen Veranstaltungen, im Kaufhaus oder auf der Straße Fotos schießen wie er will und sie danach bei Suchportalen oder in Foren hochladen. Solange neben dem Bild keine persönlichen Daten mit angeboten werden, ist es doch nichts anderes als wenn man über eben diese Straße läuft und diese Person mit dem eigenen menschlichen Auge sieht und nicht durch ein Objektiv.

Für mich ist es kein Angriff auf die Privatsphäre oder sonstwas. Es ist schlichtweg ein Service, den der Großteil aller derjenigen, die sich jetzt beschweren, zu irgendeinem Zeitpunkt zu schätzen wissen werden!

Und noch nebenbei: Wenn man auf einem Bild aufgezeichnet ist, hat man schließlich auch die Möglichkeit sich wegmachen zu lassen.

Fazit: Freut euch über eine neue Generation der Stadtkarten!

Gruß aus Mülheim

05.09.2008
09:52
Blockierter Kommentar.
von Thomas.Lau | #31

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

05.09.2008
09:47
Google, wir wissen, wo dein Auto steht!
von Chow Chow | #30

Dank Artikeln wie diesem weiß ich überhaupt erst dass es sowas gibt :)

05.09.2008
09:04
Google, wir wissen, wo dein Auto steht!
von ruhrpottbürger | #29

Kann mich den Gegnern der beschriebenen Aktion dieses Berichtes nur anschließen. Ich habe ebenfalls nichts zu verbergen. Doch diese Art von Beobachtung ist doch nur ein weiterer kleiner Schritt in Richtung 1984. Ich möchte damit die oben beschriebene Handlung nicht überbewerten. Ich habe lediglich Angst vor den Zuständen, die George Orwell niedergeschrieben hat.

05.09.2008
09:00
Blockierter Kommentar.
von Thomas.Lau | #28

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

05.09.2008
08:51
Google, wir wissen, wo dein Auto steht!
von moosehead.sascha | #27

@tvtotal:
Genau, weil Google ja die Aufnahmen alle 10 Sekunden aktualisiert und potentielle Einbrecher so live verfolgen können, wer das Haus verlässt und wo ein Fenster offen ist. So ein Quatsch, mann. Ich habe einen Freund aus Kalifornien zu Besuch und die Aufnahme von seinem Haus ist neun Monate alt. Was bitte soll das jemandem bringen? Nachdenken bitte!

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