Google Street View kommt - Na und?
11.08.2010 | 17:28 Uhr 2010-08-11T17:28:00+0200
So schlimm, findet Andreas Böhme, ist Google Street View gar nicht. Die Abbildung seiner Hausfassade nimmt er gelassen hin. Einen sensibleren Umgang mit persönlichen Daten hält er in sozialen Netzwerken für wichtiger.
Google Street View kommt. Na und? Ein Foto von meinem Haus wird ab November im Internet zu sehen sein. Weltweit. Möglich, dass darauf das Unkraut im Vorgarten wuchert. Stört mich nicht. Sieht jeder, der vorbeigeht, Und das sind nicht wenige.
Vielleicht steht auch ein Fenster offen. Egal. Wird keinem Kriminellen etwas nutzen. Schließlich ist das keine Live-Übertragung, sondern ein Foto, das Monate, vielleicht sogar schon mehrere Jahre alt ist. Nicht auszuschließen, dass mir ein Dachdecker ein Angebot schickt. Von mir aus. Ist doch schnell weggeworfen, so ein Brief. Kann sein, dass meine Familie oder ich selbst auf einem Bild zu sehen sind. Stört uns nicht.Weder pflegen wir angetrunken auf dem Bürgersteig zu liegen, noch betreiben wir Freikörperkultur im Garten. Wie der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung.
Warum also diese Hysterie? Die Gefahr lauert an ganz anderen Stellen. In sozialen Netzwerken etwa, wo immer mehr Deutsche ihr Privatleben ausbreiten. Wo sie intime Fotos und Filme hochladen, Geheimnisse preisgeben. Und alles freiwillig. Man muss Google nicht vertrauen, aber Bilder von Straßenzügen im Internet sind nun wahrlich nicht das größte Problem, das dieses Land derzeit hat.
22:37
Das war klar, das die Deutschen wieder mal die Störenfrieden sind! Überall gehts, nur hier wieder nicht! Was nun, es wird diskutiert...neue Gesetze, neue Verbote...blablabla...! Was ist nur aus diesen Land geworden, echt traurig...:-( Ich glaube den meisten geht es darum, das Sie was zu verbergen haben.... bei der Verwandtschaft, oder auf der Arbeit groß rumposaunen, und in wirklichkeit lebt man auf der schäbigsten Straße der Stadt! So wird sein....
11:39
ich versteh das ganze palaver über Google Street View nicht , es wird doch keiner mit Namen der Anwohner genannt , da ist mir doch egal ob mich einer in Tokio oder sonst wo sieht .........
09:23
Gib Google IS WATCHING YOU!!!!!
Big Brother ist out - es lebe big google.
Und im Himmel wohnt kein Gott, sondern Satelliten.
16:41
Koalition über Aigner verärgert
Die FDP attackiert barsch das Verbraucherschutzministerium - für Aigners angeblich planloses Verhalten beim angekündigten Start von Google Street View.
Berlin – Das schwarz-gelbe Regierungsbündnis hat sein nächstes Streitthema gefunden, das zu einem ernsthaften Koalitionskrach führen könnte. In der Debatte um den Datenschutz beim Internetdienst „Street View“ des US-Netz-Giganten Google attackiert nun die FDP das CSU-geführte Verbraucherschutzministerium. Ministerin Ilse Aigner habe „durch ihr Verhalten in der Vergangenheit in Sachen Google Street View bei der Bevölkerung Erwartungen geweckt, von denen sie hätte wissen müssen, dass sie sie nicht erfüllen können wird“, sagte die stellvertretende FDP-Fraktionschefin Gisela Piltz am Donnerstag der Frankfurter Rundschau: „Es stellt sich die Frage, was Frau Aigner zum Schutz der Privatsphäre in puncto Google bislang auf den Weg gebracht hat?“
Hintergrund der barschen Kritik von liberaler Seite ist das Auftreten Aigners in der Street-View-Debatte. Ihr Ministerium konnte auch am Tag nach der Google-Ankündigung, den Stadtplandienst demnächst in den 20 größten Städten Deutschlands einführen zu wollen, keine Antworten auf naheliegende Fragen geben. Man wolle „so schnell wie möglich“ Auskunft geben, sagte eine Sprecherin der FR. Allerdings befinde man sich noch in der internen Abstimmung, die bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe andauerte.
So blieb etwa bis zuletzt unklar, ob und wie das Verbraucherschutzministerium den Worten Aigners Taten folgen lässt. Die CSU-Ministerin hatte erklärt, sie werde genau kontrollieren, ob auch tatsächlich alle Widersprüche gegen die Aufnahme von fotografierten Hausfassaden in das „Street View“-Angebot im Internet berücksichtigen werden. Nun stellte sich jedoch heraus, dass es für eine effektive Kontrolle des US-Internet-Unternehmens keine gesetzliche Grundlage gibt.
Auch in Regierungskreisen wurde Aigners Gebaren mit zunehmender Verärgerung aufgenommen. „Wir haben uns blenden lassen vom selbstbewussten Auftreten der Ministerin“, die seit Monaten das Thema Datenschutz im Internet verbal hochhalte, hieß es. Tatsächlich habe Aigner den Google-Vorstoß „verpennt“.
http://www.fr-online.de/politik/koalition-ueber-aigner-veraergert/-/1472596/4552806/-/index.html
16:41
Aus der WAZ von heute: Das Ruhrgebiet hat GOOGLE im Visier
„Der Widerstand gegen den Internet-Riesen wächst. Einspruch gegen Bilderflut im Netz“
Das hätte mich mit GOOGLE auch gewundert,
wenn das so einfach durchgegangen wäre.
Hier gibt’s Ganoven, viel bis aberhundert.
Da kommt kaum Einsicht denen in die Quere,
dass grade IHR Haus, superschön und friedlich,
so gerne in die Welt getragen würde.
Auch brachte nichts, wie sonst mal unterschiedlich,
das Schmiergeld zur Bestechung. Welche Bürde!
Was machen jetzt die ganzen bösen Herren,
(Und man meint nicht, den Eierdieb vom Kietze)
die sich mit Grund vor Publikum sonst sperren,
der Dealer oder Volksvertreter-Vize?
Man könnte heimlich ja Privatkontakte
ermitteln, zeigen oder publizieren.
Sehr nachvollziehbar, dass die Angst sie packte,
als sie bemerkten, GOOGLE öffnet Türen.
So schaut gespannt man jetzt nach Einspruchsgründen,
doch sicher kann man auch, das muss gesagt sein,
ganz hehre und auch nette Gründe finden.
Nicht nur das Böse wird hier fies beklagt – nein!
Und wer denn sagt: „Ich kanns und wills nicht einsehen,
dass man hier alles sieht. Ich wills nicht haben!“
Weil er nicht zeigen will, bei sich das Reingehen,
der kann ja schnell sich einen Tunnel graben!
Tach auch
CarloTarrasqua
nachlesen bei Jappy.de Satireforum
10:29
Herr Böhme verkennt hier sie Situation, es geht nicht um Hysterie, sondern um den gesunden Menschenverstand. Dieser schaltet sich allerdings meist nur dann ein, wenn ein Sachverhalt durch die Presse gestreut wird. Auschlaggeben für diese vermeintliche Hysterie ist die Verfahrensweise, die die Datenkrake Google mit dem en passent-haften Einkassieren von WLAN-Daten an den Tag gelegt hat. Man ist nun hellhörig geworden und das ist auch gut so. Wer denkt schon heute daran, was mit diesen Daten morgen geschehen wird. Und was heute im Internet steht, wird auch nach Löschung auf Jahre hinaus noch drin bleiben. Möge uns der gesunde Menschenverstand lange erhalten bleiben.
07:45
@43 von Johannis:
Bing kann das nicht, ist mir ja ganz neu!
ok bei der normalen Kartenansicht mag das ja noch stimmen, da wird es ziemlich schnell sehr pixelig. Aber schon mal auf Vogelperspektive geschaltet? Da kannst du auch schon ran und rauszommen, kannst sogar teilweise aus allen vier Himmelsrichtungen dein trautes Heim, incl der Bepflanzungen in deinem Garten ansehen, was du mit streetview sicherlich nicht können wirst. Hier wurden die Aufnahmen nur mit einem fahrenden Auto gemacht, da ist nur das zu erkennen, was jeder vom öffentlichen Verkehrsraum aus sehen kann, an deinem Gartenzaun, der Hecke oder sonstigem Sichtschutz ist dann aber spätestenst Schluss.
Bei bings Vogelperspekitve sieht das etwas anders aus, da sind die Aufnahmen aus der luft geschossen worden. Und da nützt dir kein noch so hoher Sichtschutz. Da könnte man sehen, wie vielleicht Nachbar X auf der Terrasse seiner Penthouse Wohnung eine Orgie veranstalltet. streetview hätte das nicht geschaft und bei den normalen Draufsichten wird es sehr schnell unscharf.
16:04
Ich hätte gerne den kollektiven Aufschrei hier erlebt, hätten die Chinesen oder Russes es gewagt, hier in Deutschland solche Fototouren zu unternehmen und die Bilder ins Internet zu stellen....
11:46
Die ganze Diskussion ist doch aberwitzig. Es gibt die Panoramafreiheit, die dies erlaubt, da dann so ein Gewese zu machen ist einfach dumm. Wo ist der Unterschied zum Vorbeifahren mit dem Auto, zum Vorbeilaufen etc.? Soll das demnächst auch untersagt werden, damit die heilige Fassade bloß nicht von fremden Pöbel betrachtet werden kann? Und als ob das einem Einbrecher mehr hilft, als der persönliche Eindruck vor Ort. Wer so etwas glaubt, sollte zum Arzt gehen.
Und auch die Persönlichkeitsrechte ... ich bitte doch sehr. Jeder kann mich über die Straße laufen sehen und stört es mich? Nein. Würde es mich aufregen, wenn ich in Streetview an die Fassade pissend oder Hure ins Auto einladend abgebildet würde? Ja. Aber wo wo ist der Unterschied zur Straße. Will ich nicht, dass mich jemand so sieht, dann tue ich es einfach nicht. Ich persönliche nutze Streetview gerne und hätte mir gewünscht, dass Google nicht mit Kulanz der Paranoia und Blödheit der Menschen nachgibt.
07:39
@46
Was wir für ein Völkchen sind, frage ich mich schon lange. Wir stehen doch allem neuen skeptisch gegenüber. manchmal denke ich, wir leben in einer Phantasiewelt und wollen die Augen einfach nicht öffnen, wir verschliessen sie einfach vor der Realität.
Was ist denn schon dabei, wenn ich Aufnahmen meines Hauses bei google oder sonstwo sehe. Es ist eine Momentaufnahme eines unbetstimmten Tages, welche bei Veröffentlichung schon x-Jahre alt ist. Aber Hauptsache wir haben einen Aufreger.
Wo sind die Aufschreie, die gegen die Freilassung von Schwerstkrimminellen aus nachträglichen Sicherheitsverwahrungen sturmlaufen. Mein Haus ist bei google drin, das ist schlimm, das vermittle ich in der öffentlichkeit mit unzähligen Diskussionen, aber das 3 Straßen weiter ein, wegen eines europäischen Richterspruchs, entlassener Schwerstkrimineller wohnt, das ist nur eine Randnotiz, wenn überhaupt, in der lokalen Presse.
Armes Deutschland!