Google soll WLAN-Netze in Deutschland erfasst haben
22.04.2010 | 16:34 Uhr 2010-04-22T16:34:00+0200
Hamburg.Nach Erkenntnissen des Bundesdatenschützers Peter Schaar erfasst der Suchmaschinengigant Google sämtliche WLAN-Netze in Deutschland. Besonders für die Fahrten für Google Streetview wurden Fahrzeuge mit technischen Geräten zur Kartografierung von WLAN-Netzen ausgestattet.
Der Suchmaschinengigant Google erfasst nach Erkenntnissen des Bundesdatenschützers Peter Schaar sämtliche WLAN-Netze in Deutschland. Ein Vertreter von Google habe eingeräumt, dass in Deutschland alle für den Internetdienst von Google Street View im Einsatz befindlichen Fahrzeuge mit technischen Geräten zur Kartografierung von WLAN-Netzen ausgerüstet seien, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Datenschutzbeauftragten.
„Eine schriftliche Antwort auf Fragen über die genauen technischen Vorgänge und Hintergründe dieser Erfassung haben wir von Google nicht erhalten“, erklärte Schaars Behörde. Ebenso wenig sei die Besichtigung eines Google-Street-View-Fahrzeugs ermöglicht worden. Damit erhärte sich der Verdacht, dass die Fahrten für Google Street View in den vergangenen Jahren nicht nur zur Aufnahme von Straßenansichten, sondern auch zur flächendeckenden Erhebung und Speicherung gerade auch der von privaten Haushalten betriebenen WLAN-Netze genutzt würden.
Bundesdatenschützer Schaar fügte hinzu: „Ich bin entsetzt, zu welchen Zwecken diese Fahrten ohne Wissen Dritter genutzt worden sind. Ich fordere Google auf, die bisher rechtswidrig erhobenen personenbezogenen Daten über die WLAN-Netze umgehend zu löschen und die Fahrten für Street View zu stoppen“. Eine Stellungnahme von Google wurde der Nachrichtenagentur DAPD für den weiteren Verlauf des Donnerstag zugesagt.
Lokalisierung über WLAN schon länger möglich
Die Daten von WLAN-Netzen werden allerdings schon seit Jahren benutzt, um vor allem in Großstädten zusammen mit Mobilfunkmasten und Satelliten die Position von Smartphones wie dem iPhone besser zu bestimmen. Das kann für Nutzer elektronischer Landkarten hilfreich sein, wo der Empfang von GPS-Satelliten wegen Gebäuden nicht so gut wie auf dem Land ist.
So hat die Bostoner Firma Skyhook Wireless nach eigenen Angaben über 100 Millionen WLAN-Netze in Nordamerika, Europa, Asien und Australien gespeichert, um genauere Positionsbestimmungen zu ermöglichen. Die Daten werden wie bei Google mit Autos gesammelt. Diese Praxis sei in der Branche normal, erklärt das Unternehmen auf seiner Website. (apn)
16:33
@ 32 von DaDu
Stellen wir uns mal vor, es wäre nicht Google, der da erfasst.
Stellen wir uns mal vor, es wäre der Verbraucherschutz, der eine bundesweite Karte aller vorhandenen Funknetze veröffentlicht.
Hintergrund: Eine Studie, die den Zusammenhang bestimmter Erkrankungen zu Heimfunknetzen untersucht.
Das Ergebnis wäre das gleiche.
Eine anonymisierte Karte, auf der Funknetzwerke zu sehen sind.
Einmal veröffentlicht können diese Daten vielfältig genutzt werden.
Würde in diesem Fall jemand die Veröffentlichung mit Datenschutzbedenken verhindern wollen, wäre der Aufschrei wohl groß.
12:57
#26, das Telefonbuch oder das Türschild an der Klingel ist auch öffentlich zugängig, trotzdem dürfen die Telekom oder der Klingelhersteller diese Daten nicht für ihre Geschäfte benutzen.
Was Google da macht ist strafrechtlich nicht relevant. Es muss zumindest geprüft werden um den Bürger gegbenenfalls zu schützen.
10:47
@ sich-fragender alias unholy
Ich hatte immer schon vermutet, dass sich hinter diesen beiden Nicks die gleiche Person versteckt.
Eine Person allein kann aber eigentlich gar nicht so dumm sein!
01:37
r,kant,
warum können sie nichts?
was sie sagen ist Dummheit pur, sind sie FDP-Fan?
23:04
Tja, ich nutze noch einen schönen kabelgebundenen Router samt Schnurtelefon. Und dabei bleibt es. Ätsch.
21:23
Wer sich total einigeln möchte,
soll einfach sein Internet-Zugang kündigen.
Einerseits wollen die Nutzer die grenzenlose Internet-Freiheit, andererseits wünscht man
für sich selbst die absolute Anonymität.
Irgendwie passt das nicht zusammen.
Meiner Meinung nach sind viele User
geistig veraltert und missverstehen die
Möglichkeiten des Internets.
19:46
Auaha wie peinlich. Ein Datenschützer ohne Ahnung von der Materie. WLAN-Netze haben zwar einen Namen, aber der kann nicht unbedingt mit dem Betreiber in Verbindung gebracht werden.
17:34
@DaDu
Es handelt sich nicht um das Ausspähen von Daten. Es werden öffentlich zugängliche Daten ausgelesen. Sie spähen ja auch nicht die Daten Ihrer Nachbarn aus, wenn Sie sich anzeigen lassen welche WLANs in hrem Umfeld sind. Was Google da macht ist strafrechtlich nicht relevant.
13:29
Für die Staatsanwälte:
Es handelt sich um das Ausspähen von Daten!
09:58
@ #23
Und was wollen sie mit dem Aicrack-ng?
Ein vernünftig mit WPA/WPA2 gesichertes W-LAN können sie damit nicht knacken. Und für ein schlecht abgesichertes W-LAN mit kurzem Passwort müssen sie dann oft für Stunden den Traffic mitschneiden und da würden sie sehr schnell auffallen.