Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Kartellstreit

Google macht weitere Zugeständnisse im Streit mit der EU 

01.02.2013 | 12:15 Uhr
Google macht weitere Zugeständnisse im Streit mit der EU 
Im Streit mit der EU um den Vorwurf unlauterer Geschäftspraktiken hat der Suchmaschinenanbieter Google konkrete Zugeständnisse gemacht.Foto: rtr

Brüssel.  In dem Streit zwischen der EU und dem Internetriesen um den Vorwurf, der Suchmaschinen-Konzern behindere den Wettbewerb, ist Bewegung gekommen. Google hat sich offenbar verhandlungsbereit gezeigt - gibt es keine Einigung, drohen dem Internetriese hohe Geldbußen.

Im Streit mit der EU um den Vorwurf unlauterer Geschäftspraktiken hat der Suchmaschinenanbieter Google konkrete Zugeständnisse gemacht. Ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia bestätigte am Freitag in Brüssel, dass Google Vorschläge geschickt habe. "Wir haben diese erhalten und werden sie jetzt analysieren." Zum Inhalt machte der Sprecher keine Angaben. Der US-Konzern hat somit die von Brüssel gesetzte Frist - die am gestrigen Donnerstag endete - eingehalten.

Die EU-Kommission verdächtigt Google, seine marktbeherrschende Stellung auszunutzen. Die Kartellwächter gehen der Anschuldigung nach, der Internet-Riese reihe bei der Anzeige von Suchergebnissen eigene Dienste vor Angeboten von Wettbewerbern ein und benachteilige sie dadurch.

Google drohen hohe Geldbußen

Damit kommen sich Google und Brüssel näher, eine Beilegung des Streits scheint möglich. "Wir haben gesagt, man soll uns Vorschläge vorlegen, die eine gütliche Einigung ermöglichen könnten", hatte Almunia vor wenigen Tagen gesagt. "Die Arbeiten laufen weiter." Mitte Januar hatte Almunia Druck gemacht und eine harte Gangart gegen den US-Konzern angekündigt. Die bisherigen Zugeständnisse reichten nicht aus.

Eine Frist, die die Wettbewerbshüter einhalten müssten, gibt es wie in allen Kartellfällen nicht. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, könnte die EU-Kommission hohe Geldbußen von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes verhängen. In den USA ist ein ähnliches Wettbewerbsverfahren für den Internet-Riesen glimpflich ausgegangen. (dpa)


Kommentare
Aus dem Ressort
Grünen-Politikerin Höhn fordert Sperrsystem für Handys
Handys
Grünen-Politikerin Bärbel Höhn will Handy-Besitzer besser schützen. Sie spricht sich für ein Sperrsystem aus, dass in England und Australien längst normal ist. Dort kann bei Diebstahl anhand einer Identifikationsnummer das gesamte Gerät lahmgelegt werden. Dieses System müsse Pflicht werden.
NRW-Justizminister kämpft gegen Abzocke in Kinder-Apps
Verbraucher
Gratis-Apps für Kinder kommen Eltern oft teuer zu stehen, weil sie am Ende gar nicht gratis sind. In-App-Käufe reizen zum schnellen Kauf von Zusatzleistungen. NRW-Minister Kutschaty (SPD) fordert App-Schmieden jetzt auf, solche Kostenfallen zu schließen — ansonsten poche er auf ein Gesetz.
Kanadier wegen Datendiebstahls mit "Heartbleed" festgenommen
Sicherheit
Im Zusammenhang mit der "Heartbleed"-Sicherheitslücke im Internet ist es in Kanada zu einer Festnahme gekommen. In der Provinz Ontario wurde ein Student in Gewahrsam genommen, der die Sicherheitslücke in der Software OpenSSL ausgenutzt haben soll - um an Sozialversicherungsnummern zu kommen.
„Heartbleed“ gefährdet weiterhin zahlreiche Websites
Sicherheitslücke
Zahlreiche Websites sind noch immer von der gravierenden "Heartbleed"-Sicherheitslücke betroffen. Kleine Internetseiten, etwa von Online-Shops oder Vereinen, sind wegen der OpenSSL-Lücke offenbar stark gefährdet. Derweil wurden umfangreichere Suchen nach anfälligen Servern registriert.
Lebenszeichen von StudiVZ - Entwickler planen Neustart
StudiVZ
Gibt es StudiVZ eigentlich noch - diese Frage stellen Nutzer immer häufiger. Das ehemalige Millionen-Netzwerk meldete sich jetzt mit einer Rundmail zurück. Entwickler wollen der Plattform mit einem neuen Design und zusätzlichen Funktionen zu neuem Leben verhelfen.
Umfrage
Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

 
Fotos und Videos