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Video-Streit

Gema fordert von YouTube Schadensersatz

11.01.2013 | 10:27 Uhr
Die Gema will nun gegen YouTube vor die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- un Markenamt ziehen.Foto: WAZ Fotopool

München.   Der Dauerstreit zwischen Google und der Gema um die Vergütung für YouTube-Videos spitzt sich zu. Jetzt will die Verwertungsgesellschaft Schadenersatz und zieht vor eine Schiedsstelle. Die deutschen Nutzer müssen derweil weiter auf viele Musikclips verzichten.

Im Streit um Musikclips bei der Google-Videoplattform YouTube hat die Verwertungsgesellschaft Gema die Verhandlungen für gescheitert erklärt und will 1,6 Millionen Euro Schadenersatz. Zudem zieht sie vor die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt. Dort solle die Angemessenheit der von ihr verlangten Mindestvergütung neutral geprüft werden, teilte die Gema am Donnerstag mit. Zugleich forderte die Gema Google in einer Abmahnung auf, bei Videos, die als Folge des Streits gesperrt sind, nicht mehr auf sie zu verweisen. YouTube zeigte sich "überrascht und enttäuscht".

Google und die Gema, die in Deutschland die Urheberrechte etwa von Komponisten oder Textautoren vertritt, können sich schon seit 2009 nicht über eine Mindestvergütung für Videos bei YouTube einigen, nachdem ein vorläufiger Vertrag auslief. Die Verwertungsgesellschaft will 0,375 Cent pro Abruf. Google lehnte die Forderung bisher ab. Als Folge des Streits können in Deutschland viele Clips - vor allem mit Musik - nicht bei YouTube angesehen werden.

Gema hindert Künstler daran mit YouTube Geld zu verdienen

YouTube-Sprecherin Mounira Latrache sagte, man setze "weiterhin alles daran, mit der Gema eine dem Geschäftsmodell von YouTube entsprechende Lösung zu finden". YouTube habe Dutzende von Verträgen mit Verwertungsgesellschaften für mehr als 45 Länder geschlossen. In Deutschland hinderten die Entscheidungen der Gema Künstler, Autoren und Plattenfirmen daran, YouTube als Einnahmequelle zu nutzen.

Die Schadenersatz-Forderung von 1,6 Millionen Euro errechnete die Gema auf Basis geschätzter Abrufzahlen. Die Schiedsstelle solle sowohl die Angemessenheit dieses Betrags als auch des Tarifs von 0,375 Cent prüfen.

Gema wirft YouTube Verweigerungshaltung vor

Die Gema betrachtet YouTube als einen werbefinanzierten Streaming-Dienst. Mit mehreren Musik-Streaming-Diensten hat die Gema bereits feste Zahlungsvereinbarungen getroffen. Sie entrichten einen festen Betrag für jeden Song, der von den Nutzern dieser Abonnement-Dienste angehört wird.

Der Gema-Vorstandsvorsitzende Harald Heker warf YouTube am Donnerstag vor, sich allen Vorschlägen einer angemessenen Lizenzierung zu verweigern. "Eine Schadensersatzforderung ist aus unserer Sicht angebracht, weil die urheberrechtlich geschützten Musikwerke auf YouTube massenhaft genutzt und vermarktet werden", betonte er.

Sperrhinweis auf Youtube: Das Videoportal muss Musikinhalte auf Verlangen der Gema künftig verstärkt sperren. (Foto: dapd)

Gema plant Unterlassungsklage

Bei vielen Videos - wie zum Beispiel "Gangnam Style", dem Überraschungs-Musikhit des vergangenen Jahres - sehen deutsche YouTube-Nutzer derzeit den Hinweis, dass der Clip nicht verfügbar sei, weil die Gema nicht die erforderlichen Rechte eingeräumt habe. Diese Formulierung will sich die Gema nicht länger gefallen lassen. "Durch den eingeblendeten Text wird der falsche Eindruck erweckt, dass die Gema die Lizenzierung von Musiknutzung kategorisch verweigere", erklärte sie. Dadurch werde die öffentliche und mediale Meinung in höchst irreführender Weise negativ beeinflusst. Sollte YouTube diese Hinweise nicht entfernen, werde die Gema eine Unterlassungsklage einreichen.

Die Gema und Google stehen sich auch in einem Gerichtsverfahren in Hamburg gegenüber. Dort entschied das Landgericht im vergangenen Frühjahr, dass YouTube zwar auf Gema-Aufforderung ausgewählte Videos löschen müsse, aber nicht verpflichtet sei, jeden einzelnen Clip schon beim Hochladen zu überprüfen. Beide seiten zogen gegen das Urteil in Berufung, das Verfahren könnte sich noch über Monate hinziehen. (dpa)

GEMA Protest

 


Kommentare
13.01.2013
08:13
Gema fordert von YouTube Schadensersatz
von xxyz | #6

Es ist schade, dass die GEMA in Deutschland nicht in der Lage ist, mit dem Internet umzugehen. Es ist richtig, dass Firmen, die mit Musik Geld verdienen, dafür zahlen.

Der Preis ist Verhandlungssache. Aktuell zeigt es sich, dass Deutschland mit dem internationalen Innovationstempo nicht mithalten kann. In anderen Länder ist man offensichtlich moderner.

Richtig ärgerlich wird die Rolle der GEMA in vielen anderen Lebensbereichen. Es sollte mal daran gedacht werden, dass sich auch die meisten aktuellen Künstler kostenlos an den kulturellen Entwicklungen der letzten Jahrhunderte mit dem hiesigen Stil Musik zu machen bedienen. Oft werden ja nur alte Lieder neu aufgenommen bzw. marginal verändert.

Solche Organisationen haben im 21. Jahrhundert eigentlich keine Berechtigung mehr.

12.01.2013
19:35
Gema fordert von YouTube Schadensersatz
von Karlot | #5

Bei der GEMA handelt es sich um richtige Raubritter.
Hier geht es um Gewinnpflege, und sonst nichts.

1 Antwort
Gema fordert von YouTube Schadensersatz
von buntspecht2 | #5-1

#5Richtig um eine Bande von Geldeintreibern.

12.01.2013
15:41
Gema fordert von YouTube Schadensersatz
von SCRotWeiss | #4

Ist mir doch egal ob das in Deutschland nicht verfügbar ist. Es gibt genug schöne Länder. ;)

12.01.2013
00:09
Gema fordert von YouTube Schadensersatz
von larix | #3

"Bei vielen Videos - wie zum Beispiel "Gangnam Style", dem Überraschungs-Musikhit des vergangenen Jahres - sehen deutsche YouTube-Nutzer derzeit den Hinweis, dass der Clip nicht verfügbar sei, weil die Gema nicht die erforderlichen Rechte eingeräumt habe."
Ich sehe bei dem von Ihnen verlinkten Video keine GEMA Meldung. Ja, ich habe eine deutsche IP-Adresse und kann andere Videos nicht sehen.

1 Antwort
Gema fordert von YouTube Schadensersatz
von buntspecht2 | #3-1

#3Aber nur mit einem Trick.

11.01.2013
21:18
Gema fordert von YouTube Schadensersatz
von sak1 | #2

dieses land wird nur noch von witzfiguren geleitet, von abzockern abgezockt, von lobbyisten geleitet, von konzernen regiert! dieses land ist nur noch lächerlich!

11.01.2013
17:23
Gema fordert von YouTube Schadensersatz
von 1980yann | #1

Also diese Unterlassungsklage ist wirklich dreist!
Würde Youtube die entsprechenden Videos zeigen, so würde die GEMA auf Unterlassung klagen - vermutlich erfolgreich. Warum soll Youtube dann nicht angeben, dass man das Video wegen der GEMA nicht zeigt!?

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