Für das iPhone 5 lässt Apple Chinesen schuften
03.10.2011 | 19:09 Uhr 2011-10-03T19:09:00+0200
Berlin. Apple fährt mit seinem iPhone Milliardengewinne ein. Doch für diesen Erfolg schuften in China tausende Arbeiter unter teilweise unwürdigen Arbeitsbedingungen, wie ein Bericht der Organisation Sacom offenbart.
Bis zu 80 Überstunden leistet eine 19-jährige Arbeiterin pro Monat in eineriPhone-Fabrik in China. Das hat eine junge Chinesin den Autorinnen eines neuen Berichts über die Arbeitsbedingungen bei Apple in China erzählt. Trotz mehrmaliger Versprechen des kalifornischen Konzerns und seiner Zulieferer verstoßen diese Zustände gegen das chinesische Arbeitsgesetz. Derweil verkaufen sich die iPhones blendend: Heute stellt Apple die neue Version vor – voraussichtlich das iPhone 5 .
Einen großen Teil der etwa 90 Millionen iPhones , die Apple dieses Jahr unter die Leute bringt, produziert der Foxconn-Konzern in China. Um die hohe Nachfrage zu befriedigen, eröffnet die Firma dort eine Fabrik nach der anderen. Der aktuelle Bericht der Hongkonger Kritiker-Organisation Sacom analysiert die Arbeitsbedingungen bei den Foxconn-Ablegern in der Stadt Zhengzhou.
80 statt 36 Überstunden im Monat
Wie auch in anderen Foxconn-Werken anfangs üblich, produzieren rund 100.000 Arbeiter in Zehngzhou quasi auf riesigen Baustellen. Hallen werden hochgezogen, das Werk wächst, es gibt zu wenig Kantinen und Waschräume. Sacom zufolge beträgt die Kapazität bereits 100.000 iPhones pro Tag. Die schnelle Steigerung erkauft Foxconn unter anderem mit rigiden Anforderungen bei Arbeitszeit und Disziplin.
Wie die interviewten Arbeiter berichteten, liege die Zahl der Überstunden weit über dem gesetzlichen Limit. Während das Gesetz nur 36 Überstunden monatlich erlaubt, seien bis zu 80 Überstunden die Regel. Teilweise würden die „iSklaven“, wie Sacom kritisiert, gezwungen, ihre Pausen ausfallen zu lassen. Sieben- bis achtstündige Nonstop-Arbeit sei die Folge – in der Regel stehend.
In Zhengzhou beschweren sich außerdem offenbar viele Arbeiter über das rüde Verhalten der Aufseher – Vorwürfe, die bereits aus anderen Foxconn-Werken bekannt sind . Arbeiter würden angeschrien, bedroht und dürften sich während der Arbeit nicht unterhalten.
Milliardengewinne für Apple, geringer Stundenlohn für die Arbeiter
Der Lohn, den Foxconn als Gegenleistung zahlt, liegt über dem staatlich festgelegten Mindestlohn der Provinz Henan. Die Arbeiter erhalten einen Basislohn von 1350 Renmimbi (157 Euro) pro Monat. Dazu kommen noch die Überstunden. Wenn man von diesem Lohn die Kosten für das Wohnheim, für Steuern und Versicherung abzieht, würden etwa 1800 Renmimbi übrigbleiben (209 Euro). Umgerechnet auf bis zu 250 Arbeitsstunden monatlich bedeutet das einen Stundenlohn von gut 80 Euro-Cent. Apple erfreut seine Aktionäre währenddessen mit Gewinnen von gut sieben Milliarden Dollar im Vierteljahr.
Foxconn bestreitet einige der Probleme nicht grundsätzlich. Bei einem Besuch der Werke in Chengdu und Shenzhen im April betonte Manager Louis Woo, man werde herabwürdigendes Verhalten von Vorgesetzten nicht mehr tolerieren. Zum Vorwurf teils gesetzeswidriger Arbeitszeiten wollte Foxconn keine Stellung nehmen.
12:00
Der Hinweis, dass auch andere Hersteller als Apfel unter menschenunwürdigen Bedingungen produzieren lasse, relativiert in Sachen Apple Inc. gar nichts und hilft dem ausgemisteten chinesischen Arbeiter nicht weiter.
Vielleicht sollte man derlei Umstände beim nächsten Technik-Apple-Hype mit berücksichtigen. Ich jedenfalls finde solche Artikel sinnvoll und notwendig, auch wenn sie die heile Glitzerwelt des weltumspannenden Turbokapitalismus stören.
11:39
also mich wundert das jetzt aber das sowas in China möglich ist. Die Chinesen sind doch sonst so bekannt für den nachhaltigen Umgang mit Menschen und der Umwelt. Ständig ermahnen sie doch die Europäer endlich die Menschenrechte zu beachten und fordern von uns mehr Rücksicht auf die Natur. Wir alle profitieren doch auch von den Chinesen, schließlich haben unsere Wirtschaftsbosse doch so schöne Kooperationen vereinbart - so können wir doch heimlich Fotos von deren hightech Erfindungen machen und die Sachen dann hier billig selber produzieren. Die Chinesen merken das auch nicht - und wenn doch,dann ist das nicht schlimm, weil sie ja immerzu lächlen und weil sie ja in Zukunft noch schöne Geschäfte mit uns machen wollen - daher sagen sie dann nichts zu unseren Plagiaten.
Ja und außerdem ist es doch prima, dass die Chinesen in Europa dafür sorgen dass hier die Shareholder immer reicher werden. So kommen wir alle auf unsere Kosten wenn es um das Luxusleben der Leute geht, die immer so hart gearbeitet haben.
10:33
@#4: die Rohstoffe existieren ja zum größten Teil nur in den Ländern, wo solche schlechten Arbeitsbedingungen herrschen...
Aber Nokia hat mal in Bochum produziert, da herrschten vernünftige Arbeitsbedingungen...aber Nokia will ja jetzt auch nach China...weißte Bescheid...
09:48
@ deepyello
wieso kannst du mit dem ipod nur musik aus dem apple store laden ?
meine pods und auch das iphone spielen alles ab was mp3 ist z.b. ???
was dein android angeht, keine frage, ihr habt adhoc mehr freiheiten, könnt euch alles runter laden usw. aber
open source ist android nicht wirklich, der quellcode steht nciht offen wie anfangs angekündigt. zuviele unterschiedliche versionen im umlauf die nach den updates nicht mehr mit jeder hardware kompatibel sind. in meinen augen wieer mal so ne ansichtsache über die sich die user streiten können. ich mag mein iphone, von der bedienung her sowie im umgang mit osx, da funktioniert einfach alles, und wenn ios5 kommt, läuft es auf allen iphones bis runter zum 3gs, mach mal ein update auf deinem android wenn es 2 jahre alt ist :)
vg oliver
09:35
Auch beim iPod konnte man schon immer Musik von eigenen CDs importieren. Das man keine anderen Download Portale nutzen kont lag einfach daran das jeder sein eigenes drm Format genutzt hat. Sei es musicload oder Sony. Das es einfach mit mp3s klappt zeigte sich sofort als Amazon in den Markt kam.
09:17
@10
Auch Android hat einen eigenen Store. Aber die Bindung ist nicht so eng wie Apple. Ich habe z.Z. ein Android Handy. Kaum ein System bietet so viele Möglichkeiten. Die Foren sind voll von Anleitungen und Tipps. Einziger Nachteil, es gibt nicht so viele sinvolle Apps wie bei Apple. Aber diese Marktkonzentration wird auf Dauer nicht gut gehen. Microsoft hat das gleiche Spiel gemacht und über Jahre versucht, die User an sein Betriebssystem zu binden. Erst auf massiven Druck vieler Länder bröckelt so langsam die Fassade (z.B. Diskussion um den IE) ein wenig. Mich hat schon bei dem iPod gestört, dass ich nur Musik aus dem Apple Store laden konnte. Ich habe mich dann für eine Marke entschieden, die fast alle Formate abspielt und mir völlig freie Hand lässt wo und wie ich etwas herunterlade.
09:15
@ #7von Deepyello
…vollen Zugriff auf alle Daten.
Bei Apple ist dieses bekannt, man kann sich dafür oder dagegen entscheiden.
Aber bei anderen Herstellern usw. weiß man es (noch) nicht. Und dann sind da noch die ganzen Payback-Karten, EC-Karten, Kreditkarten usw. zu erwähnen oder die ganzen Social Networks, da wird auch nicht gerade sparsam mit den Daten der Kunden/Nutzer umgegangen.
08:41
@ deepyello
was deinen beitrag zum thema kunden binden angeht kann ich dir nicht wirklich zustimmen !
du hast zwar recht, das appe alles aus einer hand steuert (und das erfolgreich sein den späten 70er jahren )
aber ich kenne auch keinen hersteller außer apple, der nichts gegen die community macht, welche ihre geräte aushebeln und für alles offen machen (simlock, jailbreak etc)
alles was ich im appstore kaufe läuft, ohne viren, ohne bugs, es läuft einfach. frag doch mal die android user, ob da alles immer so tutti ist was die auf ihren freien mobiles so installieren ???
08:38
kann mich hier nur der mehrheit anschließen,
arbeitsbedinungen und asien sind zwei unterschiedliche welten !
nun kommt das iphone5, und da kann man mal gerne wieder was über die unmöglichen machenschaften kapitalistischer unternehmen schreiben. bin gespannt was kommt wenn das neue samsung, htc, nokia ........... auf den markt kommt ???
08:30
Na Apple sind die bösen weil sie kundendaten nicht an verlage weiterreichen. Darum schleimt man sich jetzt bei Amazon ein die ihr Päd auch nur irgendwo in China produzieren bei unbekannten Arbeitsbedingungen.
Morgen als Schlagzeile. Was hat Amazon zu verbergen? Kinderarbeit oder sklavenarbeit beim kindle Fire?
Haha, Amazon ist der nächste Liebling.