Freie Weltkarte zeigt alle Essener Straßen
02.07.2009 | 14:46 Uhr 2009-07-02T14:46:00+0200
Essen/Düsseldorf. Alle Straßen von Essen sind nun in der virtuellen Openstreetmap verzeichnet. Damit haben die Essener eine Wette mit den Düsseldorfern gewonnen. Das Projekt Openstreetmap startete 2004 in Großbritannien. Seitdem basteln viele Freiwillige an einer (lizenzkosten-) freien Weltkarte.
Die Essener Mapper konnten sich Ende Juni stolz zum Sieger erklären. Alle rund 3300 Essener Straßen sind in Openstreetmap (OSM) verzeichnet. Und das obwohl anfangs die Düsseldorfer die Nase vorn hatten. Doch denen fehlen noch um die 50 Straßen (Stand: Ende Juni 2009) bis sie alle rund 2700 auf Düsseldorfer Stadtgebiet dokumentiert haben.
Die weltweite aktive Openstreetmap-Gemeinde arbeitet an der Erstellung einer freien Weltkarte, die jeder lizenzkostenfrei nutzen kann und an der jeder, der will, mitwirken darf.
Warum noch eine kostenlose Karte, mag sich mancher fragen. Es gibt doch Google Maps. Google Maps und andere Karten im Internet kann man sich zwar kostenlos ansehen, aber das ist es auch schon. Bearbeiten, verändern und weiterentwickeln geht nur mit Erlaubnis. So wurden beispielsweise arglose Nutzer bereits abgemahnt, weil sie ungefragt eine Karte für ihre private Homepage nutzten. Das Material von Openstreetmap unterliegt keiner dieser Beschränkungen. Im Gegenteil, Mitmachen ist erwünscht.
In den meisten Fällen arbeiten die freiwilligen Mapper mit GPS-Empfängern, mit deren Hilfe sie die zu Fuß, per Rad, Pferd oder Auto zurückgelegten Strecken protokollieren und diese Daten später am Rechner bearbeiten.
Eine Übersicht über nützliche OSM-Links gibt es hier.
Der Essener OSM-Mapper Hilmar von dem Bussche erinnert sich daran, wie die Wette zustande kam: „Wir begleiteten ein Tandempaar namens Mandy und Benny auf der letzten Etappe ihrer 31000 Kilometer langen Weltreise von Zons zum Kennedyplatz in Essen. Dabei unterhielten wir uns über die vollständige Erfassung von Straßen und freuten uns, dass die Darstellung der Routen auf Garmin-GPS-Geräten schon gut klappt, wenn nur die Datenbasis dicht genug ist. So kam es zu dieser Wette.“
Hamburg und Voerde auch schon in der "Hall of Fame"
Die Essener nahmen die Herausforderung begeistert an. „Jeden Tag waren acht bis zehn Leute von uns draußen. Damit hat Düsseldorf bestimmt nicht gerechnet“, erinnert sich Hilmar von dem Bussche.
Vor Essen haben schon andere Städte einen Platz in der projekteigenen „Hall of Fame“ errungen: Hamburg verkündete als erste Stadt die 100-prozentige Erfassung aller Straßen. Dresden und Oldenburg sind ebenso komplett wie der kleine Ort Lüdinghausen oder Voerde am Niederrhein.
Mit dem Verzeichnis der Straßen ist die Arbeit allerdings noch lange nicht getan. „Open Street Map hat mehr zu bieten als professionelle Kartenanbieter“, findet Hilmar von dem Bussche. „Ein großer Vorteil ist, dass wir auch Fuß- und Radwege berücksichtigen.“ Reitwege werden auch nicht außen vor gelassen. So seien laut von dem Bussche in Essen-Stadtwald schon sehr viele Reitpfade auf der Karte eingezeichnet. Die Möglichkeiten, die Karten mit zusätzlichen Informationen anzureichern sind nahezu unerschöpflich: Hausnummern, Buslinien, Schiffsrouten, Kleingartenanlagen, Apotheken, aktuelle Baustellen... In Berlin haben Mapper sogar die Gräber prominenter Persönlichkeiten dokumentiert.
Über eines hatten sich die Mapper aus Essen und Düsseldorf allerdings lange keine Gedanken gemacht: über den Wetteinsatz. Aber auch der steht mittlerweile fest. „Wir planen ein gemeinsames Treffen“, so von dem Bussche.
- Zu einer Einführung in das Projekt Openstreetmap geht es hier: Die freie Weltkarte
- Wie weit sind die Mapper in den NRW-Kommunen? Die Übersichtskarte
17:29
Das ist wirklich ein Tolles Projekt, von dem ich erst jetzt erfahre. Ich muss sofort mitmachen. Wissen mit anderen zu teilen finde ich cool.