Facebook zwingt Nutzern umstrittene Chronik auf
25.01.2012 | 12:04 Uhr 2012-01-25T12:04:28+0100
Essen. Das weltweit größte soziale Netzwerk Facebook stellt sämtliche Nutzerprofile auf die bislang freiwillige Chronik-Ansicht um. In einer unauffälligen Ergänzung eines Blogeintrags kündigt das Unternehmen an, alle Nutzer würden "in den nächsten Wochen" die sogenannte Timeline bekommen.
Es ist nur eine kleine Ergänzung des Eintrags vom 15. Dezember: Damals hatte Facebook die wohl weitreichendste Änderung eingeführt - die Timeline als Ersatz für das bisherige Nutzer-Profil . Eine Chronik, die das gewöhnliche Profil "ersetzen kann", hieß es bislang. Bald muss es heißen: "die es ersetzt". Denn in dem Blog-Update vom Dienstag teilt Facebook mit, dass "in den nächsten Wochen" alle Nutzer "die Timeline bekommen".
Das weltweit größte soziales Netzwerk formuliert den Zwang zur Umstellung positiv. Die Chronik werde nun "für alle verfügbar", lässt Facebook über eine PR-Agentur in Hamburg bestätigen. Die Umstellung könne "einige Wochen dauern, heißt es. Aber: Das parallele Bestehen von alter Profil-Anzeige und neuer Timeline werde definitiv bald ein Ende haben.
Sieben Tage Frist, dann wird die Timeline sichtbar
Nutzer würden mit einer Benachrichtigung auf ihrem Profil über die Umstellung informiert, kündigt Facebook an. Anschließend blieben ihnen sieben Tage Zeit, ihre Einträge zu überprüfen, bevor die Timeline für andere sichtbar wird.
Die unbearbeitete Chronik stellt die Profilseite eines Facebook-Nutzers als Zeitstrahl aller bisherigen Aktivitäten im sozialen Netzwerk dar und soll nach dem Willen von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg eine Art digitaler Lebenslauf werden. Schon bei ihrer Einführung hatte die Chronik-Funktion Datenschützer auf den Plan gerufen . Sie rügen die Daten-Sammelwut des Unternehmens und, dass mit der Umstellung auch länger zurückliegende, womöglich längst vergessene Einträge wieder sichtbar werden.
Facebook-Nutzer sollten Profil regelmäßig kontrollieren
In der Grundeinstellung bildet die Timeline sämtliche freigegeben Daten vom Geburtstag an, jeden Eintrag, jedes geteilte Foto, sämtliche neu geschlossene Freundschaften, sogar jeden "Gefällt mir"-Klick der Vergangenheit ab. Will man dies nicht alles auf dem Zeitstrahl geteilt sehen, muss man aktiv aussortieren.
"Facebook-Mitglieder geraten damit noch stärker in die Pflicht, alle veröffentlichten Daten, vor allem auch längst vergessene Einträge aus der Vergangenheit, aktiv zu kontrollieren und das eigene Profil regelmäßig aufzuräumen", sagte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar im Dezember. Nutzer können einstellen, dass Einträge nicht in der Chronik angezeigt werden, können sie auch nachträglich entfernen - dazu müssen sie aber im Zweifel über Jahre zurückgehen und aufwändig aussortieren.
Fest steht: Die Timeline kann nur das anzeigen, was dem Netzwerk ohnehin mitgeteilt wurde. Die Umstellung könnte aber vor allem jenen Probleme bereiten, die wenig reflektiert Daten geteilt haben und die nur selten ihr Profil aufrufen. Wer mehr erfahren will, kann hier die wichtigsten Fragen und Antworten zur Timeline nachlesen.
16:26
@Dr. Seltsam
Kann ich fast 100% unterschreiben!
Wer Facebook in wohldosierter Form nutzt, nicht sein ganzes Leben für alle zugänglich ausbreitet, für den kann es ein nützliches Instrument sein! Seit Jahrzehnten werden Daten über uns gesammelt und ausgewertet, die weitaus brisanter sind! Wer sich komplett aus der digitalisierten Welt verabschieden will sollte sich ein handgeknöppeltes Jutezelt schnappen und in den Schwarzwald ziehen.
Facebook boykottieren heißt noch lange nicht, sich "komplett aus der digitalisierten Welt zu verabschieden". Was für ein UNFUG!
das ist doch genau das, was die Facebook-Manager Euch glauben machen wollen. Und was tust Du? Hinpilgern. janee, isklargeworden.
10:10
Achja, wieder einmal die Mär des typischen Facebook-Users als vereinsamtem Nerd, mit virtuellen Freunden, der der ganzen Welt den aktuellen Status seiner Peristaltik mitteilt..
Ihr habt doch keine Ahnung... Die meisten User haben nur Personen in der Freundesliste, die sie auch im "echten Leben" kennen und teilen ihre Statusmeldungen auch nur mit diesen.
Ich jedenfalls treffe meine Freunde heute wesentlich öfter als es früher der Fall war.
Einen Termin mit 10 berufstätigen Familienvätern auszumachen ist per Social Network wesentlich unkomplizierter, als per E-Mail oder Telefon..
Meiner Meinung nach spricht hier nur Technik- und Kulturpessimismus.
Das ging wahrscheinlich dem Erfinder des Rads schon so: "Nein wir degenerieren alle, wenn wir fahren statt zu laufen, außerdem schmeckt getragenes Getreide besser, als gefahrenes".
Zur Timeline:
Niemand wird zu einem Lebenslauf gezwungen..
Die neue Optik bringt nur Statusmeldungen, Fotos etc. in eine chronologische Form.
Wer z.B. sein Geb. Datum verbirgt, in dessen Timeline wird sie auch nicht erscheinen.
Was das Vertrauen in Facebook betrifft:
Das ist auch bei mir begrenzt, daher gebe ich dort auch nur Informationen preis, die unverfänglich sind oder eh öffentlich zugänglich..
Aber diese Skepsis muss man doch jedem gegenüber haben, dem man Daten anvertraut.
Wir nutzen das Internet, machen Onlinebanking, versenden E-Mails, führen Handygespräche, versenden Kurznachrichten, sind beim Einwohnermeldeamt gemeldet und stehen im Telefonbuch.
Das sind alles deutlich sensiblere Daten, als das, was man Facebook und co. anvertraut.
Und was zielgerichtete Werbung betrifft:
Das ist doch im Prinzip nichts schlechtes. Uns nervt doch nur Werbung für Produkte, die uns nicht interessieren.
Personalisierte Werbung, auf mich zugeschnitten, würde ich eher als Information betrachten..
nö, die Wahrheit vom Dummspackenheinrich, der nicht kapiert, wozu Gesichtsbuch eigentlich da ist. BESTIMMT NICHT, UM DIR DAS LEBEN ZU ERLEICHTERN! Damit verdienen die nämlich keine Milliarden.
08:03
wer im echten leben keine freunde hat sucht sie sich auf fratzebook und ähnlichen schrottseiten. gezwungen wird nu mal niemand die benutzer dieser seiten entblößen sich doch freiwillig und aller öffentlichkeit . also hört das heulen auf.
07:59
Jetzt lassen die "sozialen" Netzwerke die Katze aus dem Sack. Während auf europäischer Ebene der Datenschutz endlich verschärft werden soll, um diese dreisten Datenschleudern in die Schranken zu weisen, blasen sie zum Frontalangriff. Was zunächst freiwillig war - das Einstellen des kompletten Lebenslaufs - wird künftig Pflicht. Wie dumm oder bequem muss man eigentlich sein, diesen kommerziellen Datenverwertern sein Leben zu überlassen. Es würde vielleicht schon abschrecken, wenn man die Allgemeinen Geschäftsbedingungen einmal liest, bevor sie durch ein Häkchen akzeptiert werden. Oder hat Mark Zuckerberg Recht, wenn er über die Facebookgemeinde sagt: "Privatsphäre ist nichts mehr für meine Generation."?
07:20
Gut, ich gebe zu das ich den Sinn von Facebook bis heute nicht richtig erkannt habe! Es ist wohl eine Plattform für Leute, die sich gern mitteilen, als Gott und der Welt erzählen was Sie machen! Oder so!
Lach!
Und mal ehrlich, KGB, FBI Stasi und Gestapo sind eine Kindergarten Verein gegen diese Seite!
06:47
.....es fängt doch schon damit an, dass man auf modernen Smartphones das duselige Facebook-App nicht ohne grossen Aufwand löschen kann und auch noch mit noch duseligeren Updates genervt wird. Ich denke da wird mit selbst als Nicht-User was aufgezwungen.
06:15
für den ist Facebook der defacto Monopolist. Es handelt sich dabei auch keineswegs um eine Spielerei sondern um eine Kommunikationsplattform wie Telefon oder Skype.
Wie in vielen monopolistischen und oligarchen Branchen heisst es da friss oder kriegst gar nichts. Als Kunde braucht man wesentlich mehr Mitspracherechte als über den Geldbeutel durchzusetzen ist.
BLÖDSINN!
04:52
Ihr "Defacto Monopolist"ist kein Energieversorger.
Sondern eine Online Spielerei.Wer sich da auch nur zu etwas
gezwungen fühlt,sollte zum Arzt gehen.
21:51
Ich glaube nicht,das die Zuckernase in der Sache noch etwas zu sagen hat.
20:20
WIRD NIEMAND GEZWUNGEN SICH DA ANZUMELDEN