Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Facebook

Facebook will den Schutz privater Daten einfacher machen

13.12.2012 | 09:27 Uhr
Facebook will den Schutz privater Daten einfacher machen
Facebook will den Schutz persönlicher Daten weiter vereinfachen.Foto: dapd

Berlin.  Facebook gibt dem Bedürfnis seiner Nutzer nach einem besseren Schutz der Privatsphäre nach. Künftig kann man das Teilen von Informationen stärker und einfacher einschränken. Für Facebook ist es eine Wende im jahrelangen Kurs, die Nutzer zu immer mehr Offenheit zu bewegen.

Facebook gibt seinen Mitgliedern mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre. Unter anderem kann man in Zukunft einfacher bestimmen, wer welche Informationen sehen kann. Dafür werden die Einstellungen zu Privatsphäre klarer sortiert und sollen über weniger Klicks erreichbar sein, kündigte das weltgrößte Online-Netzwerk am Mittwoch an. Die Änderungen sollen Ende des Jahres eingeführt werden, sagte Facebooks Datenschutz-Chefin Erin Egan der Nachrichtenagentur dpa.

Facebook sei bewusst, dass Menschen die Plattform nur dann aktiv nutzen werden, wenn sie darauf Vertrauen können, die Kontrolle über ihre Informationen zu haben, betonte Egan. "Wir wollen, dass niemand böse Überraschungen erlebt. " Dafür wird nun auch klarer gewarnt, dass Bilder oder Texte trotzdem für andere sichtbar sein können, wenn sie aus der eigenen Chronik entfernt wurden. Das gehörte zu den Empfehlungen der irischen Datenschützer, die Facebook in Europa beaufsichtigen. Egan sagte dazu allerdings, auch wenn einige Neuerungen den Forderungen von Datenschützern entsprächen, gingen sie zuallererst auf eine innere Evolution des Datenschutz-Konzepts von Facebook zurück.

Facebook-Apps können auch ohne Datenfreigabe genutzt werden

Eine weitere wichtige Änderung betrifft die Apps, die Mitglieder auf der Facebook-Plattform nutzen können - zum Beispiel Spiele, Musikdienste oder Medien-Angebote. Bisher erteilte man einer App gleich am Anfang alle Erlaubnisse zum Zugriff auf Daten und auch das Veröffentlichen von Mitteilungen im Namen des Nutzers. Jetzt werden diese beiden Schritte getrennt. Das heißt, man kann eine App nutzen, ohne dass sie Informationen nach außen sendet. Zuletzt hatten sich Nutzer darüber beschwert, dass etwa Apps zum Musik-Streaming ihre Freunde über gehörte Songs informierten oder Zeitungs-Apps über gelesene Artikel. Das   war Teil des bisherigen Konzepts des "nahtlosen Teilens".

Nachricht vom 11.12.12
Facebook beerdigt Nutzer-Demokratie und schafft neue Regeln

Die Facebook-Nutzer haben durch Nicht-Beteiligung die demokratische Mitbestimmung im sozialen Netzwerk abgeschafft. Bei einer von Facebook initiierten Abstimmung über neue Nutzungsregeln beteiligten sich nur 0,07 Prozent der Nutzer. Den Facebook-Regeln zufolge gilt die Reform damit als angenommen.

Die Änderungen sind eine Abkehr von dem bisherigen Kurs, die inzwischen mehr als eine Milliarde Facebook-Nutzer zum Teilen von mehr Informationen zu bewegen. Gründer Mark Zuckerberg hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, der allgemeine Trend sei, dass Menschen mehr Informationen über sich preisgeben wollen. Facebook musste aber schon mehrfach zurückrudern, nachdem bei einigen Änderungen plötzlich bisher private Daten öffentlich wurden, ohne dass die Nutzer das bewusst wahrgenommen hätten . Das sorgte auch für Ärger mit Datenschützern in Europa und den USA. (dpa)


Kommentare
Aus dem Ressort
„Heartbleed“ gefährdet weiterhin zahlreiche Websites
Sicherheitslücke
Zahlreiche Websites sind noch immer von der gravierenden "Heartbleed"-Sicherheitslücke betroffen. Kleine Internetseiten, etwa von Online-Shops oder Vereinen, sind wegen der OpenSSL-Lücke offenbar stark gefährdet. Derweil wurden umfangreichere Suchen nach anfälligen Servern registriert.
Lebenszeichen von StudiVZ - Entwickler planen Neustart
StudiVZ
Gibt es StudiVZ eigentlich noch - diese Frage stellen Nutzer immer häufiger. Das ehemalige Millionen-Netzwerk meldete sich jetzt mit einer Rundmail zurück. Entwickler wollen der Plattform mit einem neuen Design und zusätzlichen Funktionen zu neuem Leben verhelfen.
Neue Autoplay-Funktion bei Facebook belastet Mobilguthaben
Facebook
Dass bei Facebook automatisch Videos abgespielt werden, dürfte vor allem Smartphone-Nutzer stören. Denn dadurch wird der mobile Datenverkehr erhöht und das monatliche Surfvolumen kann drastisch schrumpfen. Besonders ärgerlich: Die ungewünschte Funktion lässt sich nicht ganz abschalten.
Kostenlose Wlan-Hotspots sind im Ruhrgebiet noch Mangelware
Gratis-Internet
Die Städte im Revier bieten bisher kaum Service für kostenloses Online-Surfen. In vielen Rathäusern des Ruhrgebiets wird dies noch gar nicht diskutiert. Nur Gelsenkirchen plant bereits den großen Wurf - dort könnte noch in diesem Jahr etwas passieren.
Twitter verhandelt über Lösung im Streit mit der Türkei
Socialmedia
Der Kurznachrichtendienst Twitter hat sich im Streit mit der türkischen Regierung gesprächsbereit gezeigt. Mehrere Manager sind zu Verhandlungen in die Türkei gereist. Die Regierung will Steuern eintreiben und die Eröffnung einer Niederlassung erreichen.
Umfrage
Viele Kommunen kämpfen mit Privatfirmen um Altkleider. Was machen Sie mit Ihren abgelegten Sachen?

Viele Kommunen kämpfen mit Privatfirmen um Altkleider. Was machen Sie mit Ihren abgelegten Sachen?

 
Fotos und Videos