Experte warnt vor totaler Transparenz im Internet
03.09.2009 | 06:38 Uhr 2009-09-03T06:38:00+0200
München. Das Internet wird 40. 1969 startete das erste Pilotprojekt. Es hat Branchen auf den Kopf gestellt und die weltweite Kommunikation revolutioniert. Doch wohin geht die Reise künftig? Im Interview orakelt Experte Thomas Hess über die Vernetzung mit Gehirnströmen und völlig gläserne Menschen.
Prof. Dr. Thomas Hess ist Sprecher des Zentrums für Internetforschung und Medienintegration an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Gespräch mit DerWesten skizzierte er die rasante Entwicklung des Internets und wagt Prognosen für die nächsten 40 Jahre des World Wide Webs.
Herr Hess, was hat sich durch das Internet in den letzten 40 Jahren verändert?
In der Internet-Euphorie dachte mancher, dass das Internet die bekannten ökonomischen Gesetzte außer Kraft setzt. Dies hat sich natürlich als Fehleinschätzung erwiesen. Gleichwohl hat das Internet die Wirtschaft an vielen Stellen erheblich verändert.
Wo waren die Veränderungen besonders gravierend?
Manche Unternehmen sind in ihrer Existenz in Frage gestellt, man denke zum Beispiel nur an den langen Kampf der klassischen Musiklabels mit den illegalen Downloads von Musik. Gleichwohl sind aber auch neue Unternehmen wie etwa Google entstanden, die bis dato unbekannte Probleme gelöst haben. Verändert haben sich aber auch tradierte Muster der Arbeitsteilung, etwa durch die Anbindung von Call-Centers in Niedriglohnländern über das Internet.
Welche Entwicklungen zeichnen sich momentan im Internet ab?
Aus technischer Sicht sehe ich aktuell insbesondere eine stetige Erhöhung der Bedeutung des mobilen Zugangs zum Internet und eine weitere Ausdifferenzierung der Endgeräte. Hinzu kommt sicherlich das bekannte Problem der Knappheit von Internet-Adressen.
Was passiert auf der Anwendungs-Ebene?
Dort kann man beobachten, dass mit dem sogenannten Web der 2. Generation der Nutzer aktiver geworden ist. Er ruft nicht nur Inhalte ab, sondern er generiert zu einem nicht unerheblichen Anteil derartige Inhalte auch selber. Erinnern möchte ich dabei nur an solche Phänomene wie Wikipedia. Eng damit zusammen hängt auch der Einzug des Internets in viele private Lebensbereiche.
Sie denken dabei an die sozialen Netzwerke?
Ja. In einer kürzlich abgeschlossenen Studie zum „Vernetzten Leben“ konnten wir zum Beispiel herausarbeiten, dass soziale Netzwerke wie facebook und StudiVZ nach sehr kurzer Zeit zu den meistgenutzten Websites gehören.
Wie könnte das Internet in 40 Jahren aussehen?
Das Internet wird kabellos und weltweit verfügbar sein und damit unverzichtbarer Teil des privaten und beruflichen Lebens. Was kommen könnte sind neue Schnittstellen zum Internet, von der Spracherkennung bis zur Messung von Gehirnströmen.
Sehen Sie Gefahren dabei?
Die Risiken liegen auf der Hand: eine enorme Abhängigkeit vom Internet und die vollständige Transparenz via Internet.
11:21
@#3osis
Entsprechend sollte aber vorher nochmal mächtig Druck auf der Straße aufgebaut werden:
Am 12.9. findet in Berlin (sowieso IMMER eine Reise wert) die nächste Demo unter dem Motto
FREIHEIT STATT ANGST! - STOPPT DEN ÜBERWACHUNGSWAHN!
statt!!!
Dass die Politik das net mit Argusaugen beargwöhnt, liegt auch daran, dass es das net ALLEN Menschen ermöglicht, GLOBALE Lösungsansätze zu formulieren - etwa hinsichtlich der verbrannten Erde, welche die wirtschaftliche Globalisierung hinterließ/-läßt!
Neben landesweit eingesetzten Sonderzügen ( http://foerderdaten.de/fsa ) fahren von NRW aus auch Sonderbusse zu der Demo ( http://www.foebud.org ) .
Glückauf!
23:41
Jede dtechnische innovation kann mißbraucht werden.
Viel schlimmer ist abei, dass die Politik untätig ist und dabei lieber die demokratischen Möglichkeiten bekämpft und Überwachung schafft.
Jeder hier hat am 27.9. einen Änderhaken...
19:58
Dennoch halte ich das Internet für eine Erfindung, die auf einer Stelle mit dem Rad, dem Buchdruck mit beweglichen Lettern und der Dampfmaschine ist. Das ist für mich die nächste technische Revolution. Ich bin mir sicher das in einigen Jahren die Kindern in der Schule die Internetrevolution genauso kennen lernen in Geschichte wie die industrielle Revolution. Ich glaube wir können noch gar nicht abschätzen welche Chancen uns das neue Medium bildet, aber auch welche Gefahren dort lauern.
17:25
eine warnung, die noch viel zu wenig beachtung findet ...