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Foto-Messe

Die Photokina zeigt, schlechte Fotos sind passé

20.09.2010 | 17:36 Uhr
Kameras für jeden Zweck gibt es auf der Photokina zu sehen Foto: Hermann J. Knippertz/dapd

Köln. Am heutigen Dienstag startet die Fotomesse „Photokina“ in Köln. Die Schau zeigt: Mit der neuesten Generation der Digital-Kameras werden schlechte Fotos zum Kunststück. Ein weiterer Trend: Kompaktkameras mit Wechselobjektiv.

Man kennt das ja. Familienfeier, zu später Stunde. Aber Onkel Willi will noch ein Bild machen. „Zur Erinnerung”, sagt er und führt - voll des guten Weines - den Fotoapparat zum Auge. Früher endete so etwas in der Regel mit verwackelten, über- oder unterbelichteten Bildern, auf den die Hälfte der Leute dumm guckt. Mit der neuesten Generation von Digital-Kameras soll die liebe Verwandtschaft selbst zu fortgeschrittener Stunde noch gut aussehen. Nicht zu hell, nicht zu dunkel. Und ganz scharf. Versprechen zumindest die Hersteller auf der heute beginnenden Photokina 2010 in Köln.

Künftig kann Onkel Willi dafür unter anderem zur „Systemkamera” seines Vertrauens greifen. Kompaktkameras sind das, bei denen sich - wie sonst nur bei Spiegelreflex-Kameras - das Objektiv wechseln lässt. „Der ganze große Trend auf der Messe”, heißt es an vielen Ständen. Panasonic und Olympus haben 2008 die ersten Modelle vorgestellt Sony und Samsung mittlerweile nachgezogen und eigene Modellreihen auf den Markt gebracht. Unnötig zu erwähnen, dass bei jedem Anbieter natürlich stets nur die hauseigenen Objektive passen. Selbst wenn man auf Tele und Weitwinkel zunächst verzichtet, muss man etwas tiefer in die Tasche greifen. Die aktuellen Modelle liegen zwischen 450 und 700 Euro.

Die Kamera denkt und lenkt

Es geht aber auch schon etwas günstiger. Rund 400 Euro kosten die neuen Flaggschiffe im Bereich der Kompaktkameras. Und auch mit ihnen, wird es immer schwieriger, technisch schlechte Fotos zu machen. Die neuesten Digitalkameras von Canon, Fuji, Nikon, Olympus oder Ricoh nutzen nämlich mehrere hintereinander gemachte Aufnahmen vom gleichen Objekt zur Optimierung der Bildergebnisse. Dabei sucht der Bildprozessor aus den unterschiedlichen Einzelfotos jeweils die optimal abgebildeten Details, die beste Belichtung und Schärfe und setzt das alles zu einem neuen, perfekten Bild zusammen. Selbst am Motiv feilt die Technik. So verfügen erste Kameras über eine Gesichtserkennung, die nicht nur prüft, ob gerade jemand blinzelt, sondern auch erst dann auslöst, wenn die Porträtierten ein Lächeln zeigen.

An manches aber muss man sich gewöhnen. Zum Beispiel daran, dass die neue Kamera einen quasi entmündigt, wenn man nicht aufpasst. Weil sie in Sekundenschnelle viele Fotos von einem Objekt macht und anschließend das ihrer Meinung nach Beste auswählt und speichert.

Jugendfotopreis 2010

Ja selbst das Betrachten der Schnappschüsse wird immer einfacher. Längst muss keine Speicherkarte mehr in den PC gesteckt werden. Moderne Digital-Kameras senden die Bilder per Bluetooth auf den Rechner. Oder stellen die Schnappschüsse und Filmchen der Familienfeier gleich bei entsprechenden Online-Angeboten ein. Dann muss nur noch jemand Onkel Willi erklären, was „Youtube” und „flickr” sind.

Andreas Böhme


Kommentare
21.09.2010
10:06
Die Photokina zeigt, schlechte Fotos sind passé
von thorgol | #7

@3
Nein es ist richtig, die meisten Internetseiten würden ein altes System nicht in die Knie zwingen. Was aber zum Problem werden kann ist die Bandbreite.
je mehr Leute Daten von einem Server Abfragen deto mehr abfragen muss der Server Parallel verarbeiten und über eine bergrenzte Bandbreite wieder ausgeben. Wenn die Datanmenge klein gehalten wird, sollte die Zugriffsgeschwindigkeit auch unter Vollast noch halbwegs aktzeptabel bleiben.

OK. aber ich mag jetzt nicht zu tief ins Detail gehen.

Wie ich oben schon erwähnte ob ein Bild gut oder schlecht ist entscheidet der Betrachter.
Wer sich an Richtlinien hält Fotografiert Mainstream und Mainstream ist lanweilig.
Mal darüber nachgedacht, warum alle heute hoch angesehen Künstler erst nach ihrem Tot zu Ruhm und Ehre kamen?

Mal ein sehr krasses Beispiel:
Ich Fotografiere den Inhalt eines Mülleimers.
der eine dehnkt sich wat soll der mist.
der zweite denkt sich oh guck mal der macht auf seine Art und weise auf unser Müllproblem aufmerksam

Es ist immer der Gedanke und die Betrachtungsweise die ein Bild auf seine Art wirken lassen und wenn der Vatti die Mutti nackt aufm Küchentisch knipst, ist dass vielleicht keine Kunst aber sind wir ehrlich, er findet es toll. ;)

21.09.2010
09:46
Die Photokina zeigt, schlechte Fotos sind passé
von Jan | #6

Alles vollautomatisch und immer ein optimiertes Bild? Dann gehe ich morgen sofort auf der Suche nach die Kamera wo der Bildprozessor nur Traumfrauen erstellt*lol.

21.09.2010
09:34
Die Photokina zeigt, schlechte Fotos sind passé
von vorstadtkrokodil | #5

Solange die Hersteller keine vollautomatische Motivklingel erfinden, wird daran auch die nächste Generation von Spielereien rein gar nichts ändern.

Es lässt sich nun mal besser vermarkten, dass selbst Onkel Willi auf Knopfdruck tolle Fotos machen kann, als zu sagen, dass selbst eine teure Spiegelreflex nix nützt, wenn man nur mit Automatik arbeitet und nicht selbst mitdenkt. Wobei die teuersten ja gar keine Automatik mehr haben. Da sollte man sich glatt mal fragen, warum das so ist. ;)
Aber Onkel Willi wird eben nur einen Knopf drücken und dann ein optimiertes Bild bekommen wollen und der sieht die Unterscheide sowieso nicht, also ist doch alles prima. Die Konzerne verdienen gut an Onkel Willi und das kommt der gesamten Branche zu Gute.

21.09.2010
08:59
Die Photokina zeigt, schlechte Fotos sind passé
von RN | #4

#2: eine Seite die nicht zu viel Speicher in Anspruch nimmt, ist auch schneller geladen.

Das stimmt, gilt aber sicherlich nicht für DerWesten. Um ehrlich zu sein fällt mir spontan keine andere Seite ein, die mehr Ressourcen frisst und langsamere Rechner sogar an den Rand eines Totalabsturzes bringt.

Was den Artikel angeht, stimme ich den anderen zu: der Fotograf macht das Bild! Sieht man doch täglich bei allen möglichen Fotoportalen (und noch schlimmer: Videoseiten wie Youtube): hochwertige Technik, trotzdem unglaublich miserable Ergebnisse...

Solange die Hersteller keine vollautomatische Motivklingel erfinden, wird daran auch die nächste Generation von Spielereien rein gar nichts ändern.

21.09.2010
08:46
Die Photokina zeigt, schlechte Fotos sind passé
von tristan.nrw | #3

Der Fotograf macht das Bild - nicht die Kamera.

Und #1 gebe ich uneingeschränkt Recht.

21.09.2010
08:35
Die Photokina zeigt, schlechte Fotos sind passé
von thorgol | #2

@Jau
1. richtig! nicht nur die Technik entscheidet über ein gutes oder ein schlechtes Bild.

Obwohl was sind gute oder schlechte Bilder?
Ich habe mal gehört, ein gutes Bild ist ein Bild, dass man länger als eine Sekunde lang betrachtet.

Was die Artefakte bei den Bildern hier Angeht, kann ich das gut nachvollziehen. Hohe kompressionsgrade sparen reichlich Speicher.
Speicher an sich ist zwar nicht mehr sonderlich teuer, aber was viele nicht bedenken, eine Seite die nicht zu viel Speicher in Anspruch nimmt, ist auch schneller geladen.

21.09.2010
08:18
Die Photokina zeigt, schlechte Fotos sind passé
von Jau | #1

Naja, zu guten Fotos gehört nicht nur die Technik sondern auch ein Fotograf mit einem Auge für gute Motive.

Und DerWesten sollte sich bei Gelegenheit auch einmal die Qualität seiner Bilder anschauen. Deren Qualität ist oft grottig und voller Kompressionsartefakte.

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