Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Internetwerbung

Bundesgerichtshof verbietet Internet-Werbung für Kinder

17.07.2013 | 21:08 Uhr
Bundesgerichtshof verbietet Internet-Werbung für Kinder
Der BGH hat einem Anbieter von Internetspielen für Kinder verboten, in diesen Spielen zu werben.Foto: Peggy Mendel/WAZFotoPool

Karlsruhe.  Die Verbraucherzentralen haben sich vor dem Bundesgerichtshof gegen einen Spieleanbieter durchgesetzt: Dieser darf in seinen Internetspielen für Kinder künftig nicht mehr zum Kauf von Spielzubehör animieren. Auch im Internet müsse zu Schutz der Kinder eine gewisse Zurückhaltung gewahrt werden.

In Internetspielen dürfen Kinder nicht zum Kauf von Spielzubehör animiert werden. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch in Karlsruhe entschieden. Der Schutz der Kinder gebiete es, dass auch im Internet eine gewisse Zurückhaltung gewahrt werde, begründete das Gericht seine Entscheidung. Der BGH gab damit dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) Recht, der die Softwarefirma Gameforge wegen Werbung zu dem Fantasyrollenspiel "Rules of Magic" verklagt hatte (Aktenzeichen: I ZR 34/12). Das Urteil ist ausnahmsweise noch nicht rechtskräftig.

"Rules of magic" funktioniert wie viele Internetspiele nach dem sogenannten "Free-to-play"-Modell: Die Spieler erhalten die Software zur Teilnahme an diesem Spiel kostenlos. Weitergehende Ausstattung ihrer Spielcharaktere etwa mit Waffen oder Zeitvorteile können sie dazukaufen. 2009 bewarb Gameforge weiteres Spielzubehör mit folgendem Slogan: "Schnapp' Dir die günstige Gelegenheit und verpasse Deiner Rüstung & Waffen das gewisse "Etwas"". Das sei verbotene Werbung für Kinder, argumentierten die Verbraucherschützer und klagten.

Werbeaktion wurde nicht wiederholt

Der Text sei eindeutig auch an Kinder gerichtet, entschied der BGH. Das sehe man an der Wortwahl sowie der Möglichkeit, per SMS zu bezahlen. Dass man sich für den Kauf weiterklicken müsse, ergebe nichts Anderes. Denn wie in einem Ladengeschäft seien Werbung und direkte Kaufmöglichkeit nah beieinander. Gameforge verwies in einer Stellungnahme darauf, dass die Werbeaktion nicht wiederholt worden sei. (dpa)


Kommentare
17.07.2013
22:59
Bundesgerichtshof verbietet Internet-Werbung für Kinder
von MeinLieberScholli | #1

Leider ist das "Smart" nur "im" Phone. Daran hängt leider meist "something stupid".
So gerne ich Spiele habe, aber ich würde niemals in ein Spiel einsteigen, für das ich weitere Zahlungen zu leisten habe, um ein (niemals zu erreichendes, weil unendlich) Ziel zu erreichen.

Und für nicht geschäftsfähige Personen ist es eh viel zu leicht, Zahlungen im Internet zu tätigen. Da sind aber die Eltern (bzw. der+die Elter) die ersten, die sich darum kümmern müssen.

Es gibt doch so schöne Spiele, die völlig kostenlos sind. Ich empfehle da immer gerne Emulatoren alter Videogames.

Aus dem Ressort
Grünen-Politikerin Höhn fordert Sperrsystem für Handys
Handys
Grünen-Politikerin Bärbel Höhn will Handy-Besitzer besser schützen. Sie spricht sich für ein Sperrsystem aus, dass in England und Australien längst normal ist. Dort kann bei Diebstahl anhand einer Identifikationsnummer das gesamte Gerät lahmgelegt werden. Dieses System müsse Pflicht werden.
NRW-Justizminister kämpft gegen Abzocke in Kinder-Apps
Verbraucher
Gratis-Apps für Kinder kommen Eltern oft teuer zu stehen, weil sie am Ende gar nicht gratis sind. In-App-Käufe reizen zum schnellen Kauf von Zusatzleistungen. NRW-Minister Kutschaty (SPD) fordert App-Schmieden jetzt auf, solche Kostenfallen zu schließen — ansonsten poche er auf ein Gesetz.
Kanadier wegen Datendiebstahls mit "Heartbleed" festgenommen
Sicherheit
Im Zusammenhang mit der "Heartbleed"-Sicherheitslücke im Internet ist es in Kanada zu einer Festnahme gekommen. In der Provinz Ontario wurde ein Student in Gewahrsam genommen, der die Sicherheitslücke in der Software OpenSSL ausgenutzt haben soll - um an Sozialversicherungsnummern zu kommen.
„Heartbleed“ gefährdet weiterhin zahlreiche Websites
Sicherheitslücke
Zahlreiche Websites sind noch immer von der gravierenden "Heartbleed"-Sicherheitslücke betroffen. Kleine Internetseiten, etwa von Online-Shops oder Vereinen, sind wegen der OpenSSL-Lücke offenbar stark gefährdet. Derweil wurden umfangreichere Suchen nach anfälligen Servern registriert.
Lebenszeichen von StudiVZ - Entwickler planen Neustart
StudiVZ
Gibt es StudiVZ eigentlich noch - diese Frage stellen Nutzer immer häufiger. Das ehemalige Millionen-Netzwerk meldete sich jetzt mit einer Rundmail zurück. Entwickler wollen der Plattform mit einem neuen Design und zusätzlichen Funktionen zu neuem Leben verhelfen.
Umfrage
Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

 
Fotos und Videos