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Autovermieter Europcar für heimliche GPS-Ortung abgestraft

17.07.2012 | 14:47 Uhr
Autovermieter Europcar für heimliche GPS-Ortung abgestraft
Autovermieter Europcar muss ein Bußgeld fürdie heimliche GPS-Ortung zahlen.Foto: dapd

Hamburg.   Der Autovermieter Europcar hat Fahrzeuge ohne Wissen von Miet-Kunden per Satellitenortung überwachen lassen und sich damit jetzt ein Bußgeld aufgehalst. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte wertete die heimliche GPS-Ortung als schweren Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.

Für die heimliche GPS-Ortung von Mietfahrzeugen muss der Autovermieter Europcar ein Bußgeld in Höhe von 54.000 Euro zahlen. "Die heimliche Ortung von Mietfahrzeugen und die Kontrolle der Mieter stellen einen schweren Eingriff in deren Persönlichkeitsrecht dar", sagte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar am Dienstag.

"Wir werden den Forderungen der Datenschutzbehörde nachkommen", betonte Europcar-Sprecherin Stefanie Gerhardt. Die notwendigen Veränderungen und Informationsklauseln seien inzwischen in die Mietverträge eingearbeitet worden. Den Vorwurf der heimlichen Überwachung der Kunden wies Gerhardt zurück.

Die Daten seien ausschließlich bei Diebstahls- oder anderen Schadensfällen herangezogen worden. "Bei einer normalen Miete erfolgt demnach keine Erhebung und Speicherung von Bewegungsdaten des Fahrzeuges", sagte die Sprecherin.

Erstellung von Bewegungsprofilen der Europcar-Kunden möglich

Die Autovermietung hatte etwa 1300 hochwertige Mietfahrzeuge mit einem Ortungssystem ausgerüstet, das in festgelegten Zeitintervallen den Standort der Fahrzeuge an eine Zentrale in Schleswig-Holstein übermittelte. Zu den erhobenen Daten gehörten Fahrtrichtung und Geschwindigkeit der Wagen.

Die Erkenntnisse wurden nach Angaben der Datenschützer neben der Aufklärung von Autodiebstählen zur Ermittlung von Vertragsverstößen genutzt. Es sei der Firma auch möglich gewesen, Bewegungsprofile ihrer Kunden zu erstellen.

Kein Vertrag von Europcar mit Überwacher zum Datenumgang

Die Kunden wurden über die Ortung nicht informiert. Auch habe es zwischen Europcar und der Überwachungsfirma keinen Vertrag über den Umgang mit den Daten gegeben. Auch nach mehrmaliger Aufforderung sei diese Praxis beibehalten worden, kritisierte Caspar.

Der Einsatz von GPS-Technik ist nicht außergewöhnlich bei hochwertigen Autos und Nutzfahrzeugen. Eine ganze Reihe von Firmen bietet solche Flottenüberwachungen an. Der Bundesverband der Autovermieter wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, wie viele seiner Mitglieder in welchem Umfang die Überwachung mittels Satellit einsetzen. (dapd)



Kommentare
18.07.2012
11:06
Was soll das? Sie haben doch nur das Auto überwacht!
von vantast | #6

Am Weg des Kunden hatten sie kein Interesse, das bringt kein Geld ein, ein Verlust des Autos schon. Werden jetzt auch Flugzeugstrecken, wahlweise Passagiere, strafbar "überwacht"?

18.07.2012
08:23
Autovermieter Europcar für heimliche GPS-Ortung abgestraft
von SarahOB | #5

@Otto99: Na und? Ich habe auch nichts zu verbergen und mir ist es Wurscht, welche Daten man bei einem geliehenen Auto sammelt. Wenn mir das nicht passt, dann miete ich eben keines und muss sehen, wie ich anders ans Ziel komme.
Sicher ist es vielleicht nicht ganz in Ordnung das heimlich zu machen wie in diesem Fall, aber ich sehe auch nichts schlimmes dabei.
Ich kann mich dumper ansonsten nur voll und ganz anschließen.

Ach ja.... Sie sind vielleicht nicht bei Facebook, aber im Internet schon unterwegs. Wissen Sie, wieviele Daten da von Ihnen schon gesammelt wurden und noch gesammelt werden? "Natürlich" ohne Ihr Wissen!

18.07.2012
08:05
Autovermieter Europcar für heimliche GPS-Ortung abgestraft
von Otto99 | #4

War ja klar, daß sofort das "ich habe nichts zu verbergen" Argument kommt. ICH habe aber etwas zu verbergen und bin auch nicht bei Facebook. Die Strafe ist vollkommen richtig.

Was passiert eigentlich, wenn sich solch ein Auto der polnischen Grenze nähert? Kommt dann das SEK?

17.07.2012
18:16
Autovermieter für heimliche GPS-Ortung abgestraft
von Frankfurter | #3

dumper | #1, die Firma Europcar hat aber ihre Kunden nicht darüber informiert das sie Daten sammelt.

Und wenn man das angeblich macht um das Auto bei einem Diebstahl zu finden, braucht man Daten wie Route und Geschwindigkeit nicht aufzeichnen. Wenn das Fahrzeug gestohlen wurde braucht man es nur per GPS orten. Dafür muss man nicht die Bewegungsprofile jedes Kunden aufzeichnen.

2 Antworten
Autovermieter für heimliche GPS-Ortung abgestraft
von dumper | #3-1

Das sehe ich nicht so.Mir ist es vollkommen Grütze ob Europcar meine Fahrtrouten und Geschwindigkeit überwacht. Zum einen ist die überwachung der Geschwindigkeit sinnvoll ,weil so gibt es keine unnützen Streiteren , wenn wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen ,langwierige Prozesse geführt werden .Den Grund für meine Reise brauche ich nicht angeben,der geht dem Vermieter nichts an ,aber alles andere ,da habe ich kein Problem mit .Zum anderen habe ich nichts zu verbergen wenn ich unterwegs bin . Ausserdem,im Zeitalter von Facebook und Twitter...... mehr sage ich nicht dazu .Ganz davon ab ,wissen wir überhaupt wie Gläsern wir tatsächlich sind ? Ich kann mir nicht vorstellen das wir tatsächlich so anonym sind wie wir glauben.

Autovermieter für heimliche GPS-Ortung abgestraft
von Wen_juckts | #3-2

Ähmmm,
es geht den Vermieter nichts an, womit ich mit dem Fahrzeug unterwegs bin, solange es sich im vertraglichen Rahmen bewegt,
Und jeden Kunden unter Generalverdacht zu stellen kann auch nichts.
Das Beispiel Facebook ist auch für die Wurst, weil ICH dort bestimme, was ich preis gebe.

17.07.2012
16:18
Autovermieter für heimliche GPS-Ortung abgestraft
von stoffel747 | #2

Natürlich ist das in Ordnung wenn Unternehmen teure Sachgegestände (Baumaschinen, Nobelkarossen ect.) überwachen lassen. Ist so ein teures Auto erst mal weg, kommen enorme Kosten auf die Unternehmen zu, um diese zurückzuführen. Natürlich werden die Kosten auf den Kunden abgewälzt. Na ja, da war der Herr Caspar schnell zur Sache,
Mal sehen, ob er beim neuen Meldegesetz auch so wuselt. :-)

17.07.2012
15:09
Autovermieter für heimliche GPS-Ortung abgestraft
von dumper | #1

Also,ich finde schon,das ein Unternehmen das Recht hat seine Investionsgüter zu überwachen/schützen ,gerade im Bereich Kraftfahrzeuge/Baumaschinen , z.b. . Niemand kann einem Kunden hinter sein Gesicht schauen . Wenns ein krummer Hund ist,in Nadelstreifen und mit Dialekt ,verschwindet so ein Fahrzeug sehr schnell nach Irgendwo ,bevorzugt in die Himmelricht wo die Sonne auf geht.
Im Zeitalter von Facebook ,Twitter und was es noch alles gibt ,halte ich es schon ein wenig merkwürdig , von Datenschutz oder Persönlichkeitsrecht zu faseln ,wo ein jeder seine eigene Persönlichkeit Haarklein ,für jeden offen zum besten gibt .
(Bevor sich jetzt jemand künstlich aufregt,Beispiele gibt es genug ,wo in diversen Ländern sogar Minister mit unerlaubt geliehenen Fahrzeugen durch ihr Land kutschieren.)

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