Die Zukunft ohne Kohle ist noch fern

Eon-Chef Teyssen will seine Kohle-, Gas- und Atommeiler loswerden. Ob ihm die Abspaltung gelingt und ob dies dann der ersehnte Befreiungsschlag wäre, ist völlig offen. Trotzdem hat Eon allein mit der Ankündigung, sich von der konventionellen Stromerzeugung trennen zu wollen, die Debatte um die Energiewende nachhaltig verändert. Und Eon hat damit den Konkurrenten RWE enorm unter Druck gesetzt.

RWE-Chef Terium hält an den fossilen Energieträgern, allen voran der Braunkohle, fest. Wenn es um die Zukunftsfelder geht, will aber auch er mit intelligenten Lösungen für den Vertrieb, die Netze und den Handel mit Strom beeindrucken – nicht mit dessen Erzeugung. So weit weg von Eon klingt das gar nicht.

Dass sich Deutschlands Energiekonzerne neue Geschäftsfelder suchen müssen, fällt in Gesprächen mit Spitzenvertretern der Wirtschaft mittlerweile als Nebensatz, weil es so selbstverständlich scheint. Dabei lohnt es, diesen Satz zu vervollständigen und kurz innezuhalten: Die Stromkonzerne müssen sich ein anderes Geschäft suchen als das Erzeugen von konventionellem Strom! Dies sollte am Ende der Energiewende stehen, aber nicht am Anfang. Denn ohne Strom aus Kohle und Gas werden wir die kommenden 20, 30 Jahre nicht auskommen, wird der Umstieg auf Ökostrom zum Desaster. Die NRW-Forderung nach Hilfen für Kohle- und Gaskraft ist deshalb mehr als reine Regionallobby.