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Die Zeit für eine Rettung von Schlecker läuft ab

31.05.2012 | 19:04 Uhr
Die Zeit für eine Rettung von Schlecker läuft ab
Am Freitagvormittag entscheidet sich die Zukunft von Schlecker. Foto: rtr

Essen.   Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen ist die letzte Hoffnung für 13.500 Beschäftigte von Schlecker. Am Freitag tagt der vorläufige Gläubigerausschuss, der über den Verkauf an einen Bieter oder die Abwicklung der insolventen Drogeriemarktkette entscheidet.

Der Countdown für die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker läuft. Am Freitagvormittag tagt der vorläufige Gläubigerausschuss, der über den Verkauf an einen Bieter oder die Abwicklung des Konzerns entscheidet. Gestern mehrten sich die Anzeichen dafür, dass Schlecker vielleicht schon Ende Juli ganz von der Einzelhandels-Bildfläche verschwindet.

Alle Hoffnungen der 13 500 Beschäftigten ruhten am Donnerstag auf zwei möglichen Investoren, die Kaufangebote für Schlecker abgegeben haben sollen: der US-Finanzinvestor Cerberus und Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen. Ihre bisherigen, öffentlich nicht bestätigten Offerten konnten die Gläubiger bisher offenkundig nicht überzeugen. Berggruen soll 100 bis 150 Millionen Euro geboten haben.

„Es gibt nur zwei Möglichkeiten – bessere Angebote oder Schlecker wird abgewickelt“, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz dieser Zeitung. „Es ist aber noch gar nichts entschieden.“

Von Berggruen „muss mehr kommen“

Wie aus Verhandlungskreisen verlautete, spielte Cerberus in den Verhandlungen gestern keine große Rolle mehr, als letzter ernstzunehmender Interessent blieb Berggruen übrig. Doch auch bei ihm wurde dem Vernehmen nach ein überzeugendes Konzept vermisst. „Da muss mehr kommen“, hieß es.

Berggruen sind Nachbesserungen in letzter Minute seit der Karstadt-Rettung zuzutrauen. Dennoch sprach gestern nicht viel dafür. So wurde etwa das Angebot der Beschäftigten, auf Teile ihres Lohns zu verzichten, eher beiläufig vernommen. Der von Geiwitz zuletzt so nachdrücklich geforderte Beitrag der Belegschaft spiele in den finalen Verhandlungen keine entscheidende Rolle mehr, hieß es.

Scheitert die Schlecker-Rettung, könnte schon in den nächsten Wochen der Ausverkauf in den verbliebenen 3200 Filialen beginnen. Mit 2300 Beschäftigten gibt es in NRW die meisten Betroffenen. 2000 Frauen hatten bereits in der ersten Schließungsrunde im April ihre Stellen verloren. Die Betriebsräte aller Bundesländer kommen heute in Berlin zusammen, um über die Lage nach der Entscheidung des Gläubigerausschusses zu beraten.

Discounter Netto klebt Werbeplakate an Schlecker-Schaufenster

Bis zuletzt in Mithaftung genommen wird die Schlecker-Tochter „Ihr Platz“, die mit ihren 480 Filialen vergleichsweise gut da steht. Sie durchläuft ein eigenes Insolvenzverfahren und hat einen Münchner Investor gefunden, der sämtliche 4700 Mitarbeiter übernehmen würde. Hinter vorgehaltener Hand wurde das bereits vor drei Wochen bestätigt. Doch der Einzelverkauf wurde zurückgehalten, um offiziell noch Schlecker und Ihr Platz als Paket anbieten zu können.

Entscheidender Akteur wird am Freitag der größte Gläubiger von Schlecker sein, der Kreditversicherer Euler Hermes. Er hat Waren-Lieferungen an Schlecker im Wert von 300 Millionen Euro abgesichert.

Ein Unternehmenssprecher betonte am Donnerstag, Euler Hermes suche bis zuletzt nach einer Lösung. Man sei auch zu „wesentlichen Einschnitten“ bei den Forderungen bereit, wenn ein Investor denn eine echte Perspektive bieten könne. „Wenn es am Ende scheitern sollte, dann, weil es kein tragfähiges Konzept gibt.“

Während die Schlecker-Beschäftigten zum x-ten Male in den vergangenen Monaten um ihre Arbeitsplätze bangen, versucht die Konkurrenz, daraus Kapital zu schlagen. In Dortmund, Oberhausen, Hagen und anderen Ruhrgebietsstädten hat der Discounter Netto Plakate an Schaufenster geklebt und Kunden aufgefordert, in den benachbarten Netto-Läden einzukaufen. Lieselotte Hinz von der Gewerkschaft Verdi in NRW nannte das „schamlos“.

Stefan Schulte und Frank Meßing



Kommentare
01.06.2012
13:26
Die Zeit für eine Rettung von Schlecker läuft ab
von randori20 | #2

Gestern war ich mal wieder in einem Schleckermarkt, der Laden und die beiden Mitarbeiterinnen dort waren ungepflegt. Es war eine Erholung anschließend in einen DM zu gehen, sauberer Laden, gepflegte Mitarbeiterinnen. Nein um Schlecker ist es nicht schade.

01.06.2012
11:58
Die Zeit für eine Rettung von Schlecker läuft ab
von Klug99 | #1

Was soll der Unsinn! Die Mitarbeiter haben verleitet durch das Verdimanagement ihren angeschlagenen Arbeitgeber und damit ihre Arbeitsplätze vernichtet! Mit den Mitarbeitern kann ich kein Mitleid haben und Verdi ist eh der PR-Gewinner! Ein Schaden der durch Verdi mindestens ausgelöst wurde aber nicht durch Verdi bezahlt wird! Auf der Strecke bleiben nur die Menschen die Volkswirtschaftlich und auch Persönlich diesen Schaden bezahlen müssen!

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