Die vegetarische Wurst ist immer gefragter

An Rhein und Ruhr..  „Die Wurst hat ein Imageproblem.“ Das sagt ausgerechnet der Marketingchef eines großen Wurstherstellers, Godo Röben von der Firma Rügenwalder Mühle. „Themen wie der Klimawandel werden mit der Massentierhaltung in Verbindung gebracht, viele Menschen sehen die Haltungsbedingungen von Tieren zunehmend kritisch. Das hat natürlich Folgen für unsere Branche“, sagt Röben. Rügenwalder-Chef Christian Rauffus ließ sich unlängst gar mit dem Satz zitieren: „Die Wurst wird die Zigarette der Zukunft.“ Sie könnte verpönt sein wie heute schon das Rauchen, sollte das wohl heißen. Rügenwalder jedenfalls stellt nun das Sortiment um und investiert massiv in die Herstellung vegetarischer Produkte.

„Wir beobachten eine Industrialisierung bei vegetarischen Lebensmitteln“, berichtet Bettina Seul vom Institut für Handelsforschung in Köln (IFH). Auch große Unternehmen wie Aldi und Ikea reagieren. So gibt es beim schwedischen Möbelriesen mittlerweile nicht mehr nur die Fleischbällchen „Köttbullar“, sondern auch die vegetarische Variante „Grönsaksbullar“. Auch beim Mülheimer Discounter Aldi Süd sind vegetarische Fleischersatzprodukte auf dem Vormarsch. „Wir führen mehr als 30 als vegetarisch gekennzeichnete Produkte in den Filialen“, teilte eine Unternehmenssprecherin mit.

Aus moralisch-ethischen Gründen

„80 Prozent der Vegetarier mögen gern den Geschmack von Fleisch und Wurst, essen es aber aus moralisch-ethischen Gründen ganz gezielt nicht“, sagt der Rügenwalder-Manager Godo Röben. „Und jeder zweite Deutsche hat seinen Fleischkonsum bereits reduziert oder plant dies. Es gibt also eine sehr große Zielgruppe für vegetarische Wurstprodukte.“