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Benzinpreis

„Die Menschen fahren weniger Auto“

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Der Benzinpreis ist mal wieder auf Höhenflug in Deutschland. Der Liter Super liegt bereits bei 1,70 Euro, Diesel hat flächendeckend die 1,50-Euro-Marke geknackt. Foto: dapd

Spüren Sie als Unternehmen, dass die Menschen weniger tanken, weil die Spritpreise hoch sind?

Schmidt: Als der Benzinpreis im Mai auf einem Rekordniveau war, ist deutlich weniger Kraftstoff verbraucht worden. Die Menschen fahren weniger Auto, steigen häufiger aufs Fahrrad um und fahren vorsichtiger oder langsamer.

Die Konjunktur schwächelt. Die Nachfrage nach Kraftstoff lässt nach. Sind fallende Benzinpreise die Folge?

Schmidt: Entscheidend ist der Rohölpreis. Ich kann derzeit nicht erkennen, dass es hier signifikante Bewegungen nach unten gibt. Auch die Schwäche des Euros zum Dollar spielt eine Rolle und bewirkt eher, dass die Preise an der Zapfsäule auf einem hohen Niveau bleiben.

Der Sprit kommt aus der Steckdose

Viele Menschen haben den Eindruck, gerade zur Ferienreisezeit steigen die Preise.

Schmidt: Die Aussage, vor den Ferien gebe es Preiserhöhungen, ist so richtig wie falsch. Ja, es finden Preiserhöhungen statt, aber nicht etwa, weil Ferien sind, sondern weil es ständig Preisanhebungen gibt. Ob sich die Preise dann im Wettbewerb durchsetzen, ist eine andere Sache. Mein Eindruck ist, dass die Menschen zur Ferienzeit besonders preissensibel sind.

Wann ist die günstigste Tageszeit, um zu tanken?

Schmidt: Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Früher war es so, dass man am Wochenende keine großen Preisbewegungen hatte, weil die entsprechenden Abteilungen in den Unternehmen unbesetzt waren. Das ist aufgrund des starken Wettbewerbs Geschichte.

Welchen Einfluss haben die Tankstellenpächter?

Schmidt: Sie haben auch ein Interesse daran, dass die Preise möglichst günstig im Wettbewerb und damit attraktiv für die Autofahrer sind. Denn die Pächter bekommen in der Regel eine feste Provision pro Liter Kraftstoff, den sie verkaufen.

Sollten die Mineralölsteuern sinken, um Autofahrer zu entlasten?

Schmidt: Man kann es drehen und wenden, wie man will. Wenn die Decke zu kurz ist, frieren Sie entweder an den Füßen oder an den Schultern. Wir leben als Volkswirtschaft über unsere Verhältnisse. Wir geben mehr Geld aus, als wir haben. Wenn sich die Einnahmen des Staates durch die Energie- und die Mehrwertsteuer verringern würden, müsste dies an anderer Stelle ausgeglichen werden.

Viele Autofahrer machen immer noch einen Bogen um den Biosprit E10. Glauben Sie, dass sich E10 jemals durchsetzen wird?

 Schmidt: Ich bin mir sicher, dass sich E10 durchsetzen wird. Derzeit tankt jeder fünfte Kunde, der Ottokraftstoff benötigt, die Sorte E10 – Tendenz leicht steigend. Über kurz oder lang wird sich die Vernunft durchsetzen. Viele Kunden könnten Geld sparen, außerdem ist bislang nicht bekannt, dass ein Motor durch E10 Schaden genommen hat. Wir gehen davon aus, dass E10 in absehbarer Zeit der am häufigsten getankte Otto-Kraftstoff sein wird.

Kommentare
20.08.2012
09:37
Aral verteidigt anhaltend hohe Benzinpreise
von Pit01 | #68

Das verstehe wer will. In Wesel kostete ein Liter Super E5 bei ARAL € 177,9 /Liter. Die Star Tanke gegenüber zeitweise bis zu 8 Cent billiger....
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6990217
Aral verteidigt anhaltend hohe Benzinpreise
Aral verteidigt anhaltend hohe Benzinpreise
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http://www.derwesten.de/wirtschaft/aral-verteidigt-anhaltend-hohe-benzinpreise-id6990217.html
2012-08-17 05:00
Benzinpreise,Tankstellen,Aral,BP
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