Die EU will weniger Getreide im Biosprit
17.10.2012 | 19:18 Uhr 2012-10-17T19:18:56+0200
Brüssel. Die EU-Kommission will den Anteil von Biokraftstoffen aus Nahrungs- und Futterpflanzen begrenzen. Mais oder Getreide sollen eher auf die Teller statt in die Autotanks. Die Kommission setzt eher auf Sprit aus Abfällen. Das schmeckt nicht jedem.
Europas Bürger sollen künftig umweltfreundlicheren
Biosprit tanken. Dazu will die EU-Kommission die Menge von Biokraftstoff aus
Weizen und anderen Nahrungspflanzen begrenzen. Einen entsprechenden Gesetzesvorschlag machten EU-Energiekommissar
Günther Oettinger und Klimakommissarin Connie Hedegaard am Mittwoch in Brüssel.
Kritik kam aus der Biosprit-Branche. Umweltschützer hingegen werfen der
EU-Kommission vor, das Problem nur halbherzig anzupacken. In Deutschland haben Tankstellen seit 2011 den Kraftstoff
„E10“.
Ihm sind zehn Prozent Biosprit beigemischt.
Was für Probleme bereitet Biosprit?
Biosprit wird unter anderem aus Weizen, Raps,
Mais, Zuckerrohr oder Pflanzenölen hergestellt. Was die Industrie zu
Biokraftstoff umwandelt und mit herkömmlichem Benzin oder Diesel aus Rohöl
mischt, könnte damit genauso gut auf den Tellern landen und gegessen
werden.
Zudem werden diese Pflanzen auf
Feldern angebaut, die genutzt werden könnten, um Getreide für Lebensmittel zu
pflanzen oder Nutzvieh weiden zu lassen. Anders gesagt: Biosprit konkurriert mit
Lebensmitteln um Anbauflächen. Es gibt
zwei Arten von Biokraftstoff. Bioethanol wird aus Zuckerrohr oder Getreide
gewonnen. Er kann herkömmliches Benzin ersetzen. Biodiesel wird vor allem aus
Pflanzenölen produziert – als Ersatz für „normalen“ Diesel. Diese zwei Arten
werden „Biosprit der ersten Generation“ genannt.
Weltweit wachsen nach EU-Angaben auf fast drei Prozent der
Ackerfläche Pflanzen, aus denen Biosprit produziert wird.
In der EU werden etwa
zwei Prozent der Landwirtschaftsfläche dafür genutzt. 4,7 Prozent des Kraftstoffs, der in Europa in den Tanks von
Autos oder Lastern landet, Biosprit der ersten Generation.
Soll dieser Biosprit vermehrt in die
Tanks fließen?
Nein. Die
EU-Kommission schlägt vor, den Anteil dieses Biosprits der ersten Generation bis
2020 auf fünf Prozent zu deckeln. Ab dann soll der Anbau dieser Pflanzen auch
nicht mehr staatlich gefördert werden.
Pflanzen-Biosprit ist zudem nicht gleich Pflanzen-Biosprit. Getreide,
Mais oder Zuckerrohr gelten laut EU-Experten als ökologischere Zutaten für
Kraftstoff. Schlechter in der Umweltbilanz schneiden Sojabohnen, Palmöl und Raps
ab.
Geht es nach dem Willen von Oettinger
und Hedegaard, soll der Anteil erneuerbarer Energien im europäischen
Transportbereich bis 2020 auf zehn Prozent der gesamten verbrauchten
Kraftstoffmenge steigen. Da der Anteil des Biosprits der ersten Generation
gedeckelt werden soll, müsste der Rest aus anderen erneuerbaren Energiequellen
kommen.
Ist das
machbar?
Die EU-Kommission findet ihr
Ziel ehrgeizig, aber realistisch. „Ich halte die zehn Prozent für technisch und
wirtschaftlich erreichbar“, sagt Oettinger.
Zugleich soll der Ausstoß klimaschädlicher Treibhaus-Gase wie CO2 um
sechs Prozent sinken. Dazu könnten auch Elektro-Autos beitragen, betont
Oettinger. „Wir erwarten schon einiges durch Elektromobilität.“
Der Hintergrund dieser EU-Ziele sind die Klima-
und Umweltschutz-Ziele, die sich die Europäer verordnet haben. Aus Europas
Verkehrsbereich kommen derzeit etwa 20 Prozent aller in der EU ausgestoßenen
Treibhaus-Gase.

04:37
Wie, werden jetzt die ca. 40% der Lebensmittel die vom Erzeuger schon vernichtet werde weil sie nicht der EU Norm entsprechen ( Krümmung der Gürke, Farbe, Form, etc ) zu Biosprit ? 40% aller Lebensmittel werden bereits vom Hersteller vor Ort vernichtet. Nur ca. 30% aller Lebensmittel landen wirklich im Kühlschrank des Verbrauchers.
Dann hätte Spanien ja eine neue Geldquelle, Paprika, Südfrüchte und Tomaten zu Biospirt verarbeiten die bisher sofort vernichtet werden.
Vielleicht hätten dann ja auch 40% der Ökoware die in den Wüsten von Ägypten, Marocco und co. produziert werden wieder eine Chance, denn bisher durften sie weil nicht den Handelsklassen und Vorgaben der EU entsprechend sofort vernichtet werden.
Vorschlag für die Regelwütigen Eurokraten : Handelsklasse 7 - Biosprit ;-)
15:58
#4 Pampelmusen sind keine wirkliche Alternative
13:01
Eine EU, die fast 10 Jahre für die Umsetzung zur Vernunft braucht, kann nicht eine europäische Lösung sein. Nein, in den Ländern geht das schneller, wenn man will. Ein Armutszeugnis für die undemokratische EU.
12:54
Das ist doch alles nur hohles Gerede. Lebensmittel haben im Tank nichts zu suchen. So lange es in vielen Ländern noch Hunger gibt, ist es eine Frechheit die wertvollen Rohstoffe zu Sprit zu verarbeiten. Im übrigen treibt die Rohstoffverknappung die Lebensmittelpreise künstlich in die Höhe.
Und nach wie vor überzeugt mich nicht die Garantie vieler Autohersteller, dass der E10 Sprit unbedenklich für den Motor sei. Schäden treten meistens erst nach langer Zeit auf und niemand wird den Beweis erbringen können, dass der Schaden durch E10 entstanden ist. Für jedes Gutachten haben die Hersteller mit Sicherheit schon 2 Gegengutachten in der Schublade. Den Prozess kann man nur verlieren.
Wenn man dann noch bedenkt, dass der Verbrauch bei E10 ja etwas höher als bei herkömmlichen Sprit ist, macht auch der Preisvorteil kaum noch Sinn. Über die Umweltaspekte wird ausserdem ja auch schon lange gestritten.
Also gibt es keinen Grund E10 zu tanken - E10 Nein Danke!
10:14
Weg mit der Bio-Brühe!
07:22
Logo, von euch Pampelmusen weiß natürlich jeder auf Anhieb, welcher Ansatz für den Umweltschutz funktionieren wird...
00:27
wo steht geschrieben das der besitz von gehirn notwendig für den posten eines politikers ist. verstand sieht anders aus. der bürger zahlt es sowieso.
Guter Spruch :-)
Leider ist es in diesem Zusammenhang nicht komisch...
22:22
Absolut pervers die ganze Geschichte
21:57
versteh ich das richtig...erst kommt e10 was keiner haben will....und gez haben die zeit es bis 2020 wieder ab zu schaffen......ist noch nicht normal was die machen....entschuldigung. ..bei dehnen ist es normal