Die Energie-Armut grassiert
22.02.2012 | 16:48 Uhr 2012-02-22T16:48:00+0100
Essen. Schuldner- und Verbraucherberater, Mieterbund und Paritätischer Wohlfahrtsverband warnen vor einer grassierenden Energie-Armut. Laut Schätzung der Verbraucherzentrale NRW haben die Versorger etwa 600.000 Menschen im Jahr 2010 den Strom abgeschaltet, weil sie ihre Rechnung nicht bezahlen konnten. Ohne Energie beginne ein schleichender Abstieg.
Knackig kalt war es in diesem Winter erst an wenigen Tagen. Für die Heizkostenabrechnung 2011 spielte die jüngste Kältewelle keine Rolle mehr. Das milde Wetter im November und Dezember hat die Verbraucher entlastet, weil ihr Energieverbrauch sank. Laut Mieterbund, Verbraucherzentrale, Schuldnerberatung und Wohlfahrtsverbänden ist so ein Problem zumindest in diesem Jahr etwas kleiner worden, das immer drängender werde: Energie-Armut.
Der Deutsche Mieterbund warnte Ende 2011: „Viele Menschen können sich wegen stetig steigender Energiepreise eine warme Wohnung nicht mehr leisten.“ Mieterhaushalte müssten im Schnitt ein Drittel des Nettoeinkommens für Miet- und Heizkosten aufwenden, Niedriglöhner oft sogar 40 Prozent und mehr, so Sprecher Ulrich Ropertz.
Die Verbraucherzentrale (VZ) NRW hat das Thema jetzt erweitert: Laut einer aktuellen Studie haben immer mehr Verbraucher Schwierigkeiten, ihre Stromrechnung zu zahlen. 58 von 110 Versorger hatten auf eine entsprechende VZ-Anfrage geantwortet. Die Ergebnisse seien alarmierend gewesen: 2010 mussten die Versorger drei Millionen Mahnungen verschicken und 340.000 Haushalten mit einer Stromsperre drohen. 62.000 Anschlüsse drehten sie tatsächlich ab. Bundesweit, so schätzt die VZ, sei 600.000 Verbrauchern der „Saft“ abgestellt worden . Energie sei für viele „zu einer unbezahlbaren Ware“ geworden, sagt VZ-Vorstand Klaus Müller.
Energieversorger verschickten drei Millionen Mahnungen in NRW
Der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW nennt Energie-Armut ein „Mega-Thema“. „Versorger müssen immer mehr Forderungen abschreiben“, sagt Martin Debener, Fachreferent für Armut. Seit Einführung von Hartz IV habe sich die Zahl der Stromsperren verdoppelt.
Bis ein Versorger die Stromlieferung kappen darf, und damit auch die Heizung lahmlegt, die ohne Strom nicht startet, müssen Ausstände von über 100 Euro auflaufen. Nach einer Mahnung kommt die Ankündigung – vier Wochen vor Vollzug. Meldet sich der Schuldner nicht, kommt drei Tage vor Ausbau des Zählers die letzte Warnung.
Schuldnerberater raten Betroffenen, Probleme sofort anzugehen. Sind Strom und Gas erst weg, fallen Kosten bis zu 300 Euro an, um wieder angeschlossen zu werden. Schuldnerberaterin Susanne Wolf: „Ohne Energie führen Menschen ein Höhlenleben. Sie leiden an Körper und Seele.“ Sie könnten nicht mehr putzen, kochen, sich waschen. „Die Spirale dreht sich schnell nach unten“, so Wolf.
„Ohne Energie führen Menschen ein Höhlenleben“
Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat ein Musterprojekt angeregt, bei dem Mitarbeiter der Energieversorger zu Schuldnerberatern weitergebildet werden. „Wir haben angeboten, Stiftungsgelder dafür zur Verfügung zu stellen“, sagt Martin Debener. Die Versorger hätten trotzdem abgelehnt. Für den Wohlfahrtsverband unverständlich: „Wenn sie als Folge eines solchen Projekts nur 30 Prozent ihrer abzuschreibenden Forderungen reinholen würden, würde es sich für sie auch finanziell rechnen.“
Wegen des immer gravierender werdenden Problems hat das Verbraucherschutz-Ministerium NRW nun sogar zu einer Tagung eingeladen, die Ende März in Düsseldorf stattfinden soll. „Das Problem der Energie-Armut entwickelt zunehmend eine soziale Dimension“, heißt es in der Einladung. Gemeinsam mit dem NRW-Wirtschaftsministerium und Experten sollen „präventive Handlungsansätze“ diskutiert werden, die die Zahl der Strom- und Gassperren wieder drücken kann.

12:02
So eine Solarstromanlage auf dem Dach rechnet sich grob nach 8-12 Jahren , danach ist die Anlage bezahlt und solange wie sie es noch macht (20-30 Jahre Lebenszeit) , fließen die Euronen des produzierten Stromes in deine eigene Tasche ... Sofern da kein Flugzeug drauf landet hast eine sichere Altersvorsorge mit ordentlicher Rendite und schonst nebenbei die Umwelt, falls du diesen Strom nicht andersweitig (Erwärmung von Wasser) verschwendest.
Wärmedämmung von Häusern kann sehr sinnig sein , weil dadurch unmengen an Wärmeenergie erst gar nicht produziert werden müssen, kommt aber immer auf das einzelne Objekt drauf an . Interessant auch für Vermieter , weil in Zukunft dank der steigenden Kosten für Stom und Wärme die Nebenkosten weiter steigen werden und sich ein Mieter eher daran orientiert als an die reine Kaltmiete ....
08:50
Solange,
wie Unternehmen einen niedrigeren MEHRGEWINN als MINUS verkaufen darf, wird sich da nichts dran ändern.
An die Sparapostel hier: Was passiert denn, wenn alle konsequent sämtliches Sparpotential nutzen würden? Die Preise gehen rauf, siehe erster Satz.
Und was die Spardose auf dem Dach betrifft, wie lange dauert das, bis sich sowas amortisiert? Ebenso wie die WÄrmedämmung von Häusern, dass erleben doch die bisherigen Besitzer garnicht mehr....
08:45
Es ist schon schlimm genug das wir mit dem Euro übers Ohr gehauen wurden, aber es nimmt kein ende. Die Steinzeit läst grüßen, wir werden uns alle wieder einen Kohleofen anschaffen, damit es unsere Kinder warm haben, dass Badewasser werden wir auch wieder mit einem Kohleboiler erwärmen. So stellen sich Politiker in unserem Land die Zukunft vor. Lohnerhöhungen für jeden Bürger, ( das darf nicht sein) Diäten erhöhung die muß auf jeden fall beschlossen werden denn, wer kann von uns verlangen, dass unsere Politiker am Hungertuch nagen müßen. KEINER
08:25
Licht, Kochen, Kühlschrank, Waschen,
was ist mit Trockner, Mikrowelle, Kaffeemaschine, Spülmaschine, 300-Watt-Deckenfluter, TV, Playstation, PC, Laptop, PC der Frau, TV am Bügeltisch, PC fürs Kind, Playstation fürs Kind, Wlan-Router (um keine Kabel zu legen), TV um das Kind zu parken,
Braucht man das wirklich alles ?
Oder gibt es doch zu allem Alternativen ?
Strom/Energie wird in den nächsten Jahren teurer, egal ob Strom, Gas oder Benzin.
Wenn man sich das nicht leisten kann, sollte man vielleicht seinen Verbrauch anpassen,
oder beschwer ich mich dass ich mir das Edelrestaurant nicht leisten kann ???
reichlich zynisch, Freundchen. Und wenn die Armut noch weiter zunimmt: "wer sich kein Essen leisten kann, soll halt fasten".
Dir möchte ich nicht persönlich begegnen.
...so hart es klingt, aber sie haben Recht!
Wir achten ja auch darauf weniger zu fahren bzw. benzinsparender.
Jeder sollte, nicht nur "in der Not" mal seinen Energieverbrauch kontrollieren; bestes Beispiel: Kühlschränke/Gefrierschränke im American-Style mit Eiswürfelbereiter - egal ob A+ oder A++ in Summe verbrauchen die Geräte mehr als ein gutes altes Einbaukombi-Gerät....
08:10
Naja, das haben wir den Wählern dieser *********** vom CDU-CSU-FDP zu verdanken. Es wurde und wird ein riesiger privater Reibach mit den ehemaligen Staatsbetrieben wie Stadtwerken etc. gemacht. Die Taschen stopfen sich Wulff, Merkel und voll!
Warum MÜSSEN Leiter der Stadtwerke 400.000€ im Jahr und damit doppelt soviel verdienen wie die Kanzlerin! Das was dort verdient ist UNSER Geld! Eine riesen Saue***!
08:09
Und wieder völlig undifferenziert. Man muss jeden Fall einzeln beurteilen und vor allem berücksichtigen, welche Ausgaben bei jedem Einzelnen dazu führen, dass die Energie nicht mehr bezahlt werden kann. Ich wette, da kommt vor allem ein Anspruchdenken bei raus, dass diese Zahlungsmoral völlig hinten an steht, weil persänliche Belange ohne Abstriche weiter finanziert werden. Und ja, auch die, die noch ihre Kohle durch arbeit verdienen, müssen auch sparen, wenn das Geld nicht mehr wird und energie teurer. aber das kommt ja beim linksgrünen Rundumversorgungspaket nicht vor, da wird wieder sofort auf Berufsbetroffen gemacht.
07:55
Auch diesmal wird die Zahl derer, die tatsächlich über einen längeren Zeitraum nicht beliefert werden nicht genannt. So haben wir wirder nur einen Artikel auf Bildzeitungsniveau, der mit der Realtität nichts zu tun hat.
06:32
Man kann zwar den Anbieter wechseln, um zu sparen. Das funktioniert aber nur einmal.
Irgendwie sind sich doch alle einig, wenn einer an der Preisschraube dreht, ziehen alle mit.
Ist wie beim Spritt. Und der gemeine Bürger kann sich nicht wehren. Man braucht Licht und man muß kochen, kühlen waschen.
00:11
Gibt doch noch genug Kirchen, in denen man Kerzen klauen gehen kann... (Ironie aus)
23:55
als die Stromunternehmen fast alle staatliche gelenkt wurden war es die primäre Aufgabe der Stromunternehmen die Stromversorgung zu garantieren. Beim damaligen Technikstand keine leichte Aufgabe und der Strom wurde (fast) zu Herstellungskosten verkauft.
Dann wurde nach und nach der Neoliberalismus eingeführt und die Versorger privatisiert. Und wie nun stiegen die Preise, denn schließlich mussten die Aktionienäre nach all den Versprechen auch zufrieden gestellt werden. Einer der früheren Chefs eines Stromunternehmens sagte einmal vor einigen Jahren, dass Strom angesichts der Bedeutung von Energie für die Gesellschaft eigentlich immer noch viel zu billig sei. Leider weiß ich nicht mehr wer es war.
Es zeigt doch das Denken in unserer Gesellschaft. Es wird nicht mehr so günstig wie möglich verkauft sondern versucht so viel vom Gehalt des Kunden einzukassieren wie möglich. Und das machen ja nicht nur unsere Stromversorger so, sondern auch viele viele Andere. Neoliberaler Kapitalismus eben