Die dunkle „Wahrheit“ über Ikea
10.08.2010 | 18:53 Uhr 2010-08-10T18:53:00+0200
Essen.Ex-Manager Johan Stenebo räumt mit dem Sauber-Image des schwedischen Möbelriesen Ikea auf. In seinem jetzt erschienenen Buch wirft er der Ikea-Führung „Rassismus“ und „Frauen-Diskriminierung“ vor.
Schon als Fünfjähriger verkaufte Ingvar Kamprad Streichhölzer. Es waren die allerersten Anfänge des späteren Ikea-Imperiums. Das Bild vom bescheidenen und sympathischen Konzerngründer bringt nun aber einer ins Wanken, der 20 Jahre lang als Ikea-Manager ganz nah an Patriarch Kamprad dran war: Johan Stenebo.
„Die Wahrheit über Ikea“ hat der 49-Jährige sein Buch genannt, das im November 2009 bereits in Schweden, am Stammsitz des weltgrößten Möbelkonzerns, erschien und dort für mächtig Wirbel sorgte. Nun hat der Campus-Verlag auch eine deutsche Fassung herausgebracht. Immerhin ist Ikea in der Bundesrepublik an 45 Standorten vertreten und machte hierzulande im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von 3,34 Milliarden Euro. Weltweit waren es nach eigenen Angaben 21,5 Milliarden Euro in 267 Filialen.
Kein Aufruf zum Boykott
In seinem Buch packt Stenebo aus und beleuchtet die vermeintlich dunklen Seiten des Möbelriesen, der mit seinen Kunden auf Du ist, der Umweltschutz und Nachhaltigkeit propagiert und das gute Betriebsklima preist.
„Ich wollte einfach, dass die Leute wissen, was bei Ikea wirklich los ist“, sagte Stenebo im Gespräch mit dieser Zeitung. Er rufe nicht zu einem Boykott auf, sondern fordere die Kunden auf, ihren Einfluss geltend zu machen.
Kamprad lebt längst nicht mehr in Schweden
In seiner bislang einzigen Insider-Geschichte knöpft sich Stenebo in erster Linie seinen früheren Mentor vor: Der 84-jährige Ikea-Gründer Ingvar Kamprad lebt längst nicht mehr in Schweden. Mit einem vom Züricher Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ geschätzten Vermögen von knapp 24 Milliarden Euro gilt Kamprad als der reichste Schweizer. Das 30 Jahre alte Sofa, auf dem der Möbelkönig immer noch sitzen soll, entzaubert der Buchautor ebenso als Anekdote aus der Märchenwelt wie die U-Bahn-Fahrten, die der schwedische Geizhals der Luxuslimousine vorziehe. Stenebo: „Die Firma lässt sich besser steuern, wenn Kamprad sich selbst als asketischen und dümmlichen Greis darstellt.“
Einschätzungen. die die Ikea-Deutschland-Zentrale nicht kommentieren will. „Das ist die Sicht des Privatmanns Stenebo“, sagte Sprecherin Sabine Nold dieser Zeitung. Deutlicher wird sie indes, wenn es um die im Buch erhobenen Rassismus-Vorwürfe geht. Der Autor nennt Peter Kamprad, den Sohn des Ikea-Gründers, einen „inkompetenten Rassisten“. Auf der Führungsetage des Konzerns würden Ausländer oft abfällig als „Neger“ bezeichnet.
„Das ist nicht der Stil des Hauses“, entgegnet Ikea. Von den 14 000 Mitarbeitern in Deutschland, die aus 92 Nationen kämen, hätten 4,8 Prozent einen ausländischen Pass, 16 Prozent einen Migrationshintergrund. Vorwürfe, der Möbelriese bespitzele seine Angestellten, wende „Stasi-Methoden“ an und schicke Dossiers in die Schweiz, weist die Pressesprecherin mit einem „Nein“ zurück.
Handfester Streit mit dem Gründer-Sohn
Auch Stenebos Anschuldigung, im Reich des Billy-Regale würden Frauen diskriminiert, kontert Nold: Mit Petra Hesse stehe eine Frau an der Spitze von Ikea Deutschland. 47,5 Prozent der Führungskräfte seien weiblich. In das schwedische Machtzentrum. legt Stenebo nach, hätten es Frauen aber immer noch nicht geschafft.
Ist das Buch „Die Wahrheit über Ikea“ dann doch die persönliche Abrechnung eines Mannes, für den die Karriereleiter nach einem handfesten Streit mit Peter Kamprad im letzten Jahr nicht mehr nach oben führte? Stenebo streitet Rache als Motiv für sein Buch vehement ab. Neben ihm seien nur „drei bis fünf andere Personen“ dazu in der Lage, die „Wahrheit“ über Ikea aufzuschreiben. Er habe einfach den Mut dazu aufgebracht.

16:09
wieso sollten frauen bei ikea nicht disktiminiert werden? sind dort die chefs die besseren menschen als bei anderen arbeitgebern? ich war lt auskunft meines damaligen vorgesetzten bei arbeitsbeginn die erste frau, die dasselbe einstiegsgehalt wie mein gleich alter, in der selben abteilung wie ich beginnender männlicher kollege, der das gleiche studium zum selben termin abschloss wie ich, erhielt
19:27
Diese Dossiers, Bewertungen über die Mitarbeiter (ab einer bestimmten Position) gibt es. Auch wenn die Pressesprecherin Nein sagt.
08:55
Lustig, dass gegenteilige Meinungen hier angeblich nur von der PR-Abteilung Ikeas und Ikea-Mitarbeitern kommen sollen. Immer fest dran glauben und den eigenen Standpunkt nicht überdenken.
Keiner heißt das Handeln von Ikea gut, aber man sollte nicht so tun, als ob man aus allen Wolken fällt und von nichts gewusst hat. Im Übrigen nutzt Ikea nur die gesetzlichen Möglichkeiten. Der Gesetzgeber ist gefragt, um solches Handeln zu unterbinden.
Im Übrigen: Es macht durchaus Sinn zu betrachten von wem gewisse Infos stammen und diese dann auch dementsprechend zu bewerten. In diesem Fall handelt es sich um Infos eines gescheiterten Ex-Managers. Heißt nicht, dass die Infos falsch sind, bietet aber mit Sicherheit auch keinen Anlass sie blind für bare Münze zu nehmen.
17:25
@ inFlames - Kurzanalyse: Endlich ein ECHTER IKAE-Kunde hier, denn:
- Keine Ahnung von Möbelbau und Preis/Leistung und schreibt: Wir wollen den niedrigen Preis,
- Eingetrichterte Werbung funktioniert: Fühlt sich mit Du persönlich angesprochen (alles andere juckt ihn nicht),
Schreibt WIR, und glaubt ALLE seien so wie er selbst.
Fazit: Solche Dummen braucht IKAE, KIK und Co. - und jeden morgen steht ein neuer von der Sorte auf...
Ergebnis: Glänzende Geschäfte auf dem Rücken Armen (s. u.a. Die IK-Story, etc).
Schöne Grüsse auch
17:22
Geht nicht dort arbeiten wenns so ******* is! Und hört mir auf mit ich brauch den Job - ich hab Familie etc. - genau die Platte spielt doch jedes gierige Management jedem Arbeitssklaven vor! Wenn sich was ändern soll dann arbeitet nicht in solchen Betrieben! Als Folge gibt es irgendwann nur noch die allerletzten, unqualifiziertesten Ussel-Typen die in solchen Läden arbeiten. Und das merken doch auch die Kunden. Und schließlich gehen die Umsätze soweit zurück das sich der Markt von alleine regelt, fertig!
14:29
jaja und und bei McDonalds kommen Katzen und Ratten auf den Grill :D
wow was ne Wahnsinns Neuigkeit
a) Warum sind es immer EX Mitarbeiter die so etwas aus Frust in der Öffentlichkeit rauslassen
b) war das wirklich wem neu? Ein Unternehmen dieser Größe wird wohl kaum mit jedem Mitarbeiter fair umgehen (können)
c) wir kaufen doch trotzdem alle da! Wir wollen den niedrigen Preis und tun so als wüssten wir nicht das dann an solchen Enden die Abstrichen gemacht werden
klar ist das Verhalten verwerflich, aber weiter juckt es mich auch nicht.
14:21
Irgendwie schreckt kaum noch jemand auf, wenn über menschenverachtendes Handeln der Arbeitgeber berichtet wird. IKEA und KIK werden immer ihre Kunden finden, ebenso wie die DIAKONIE ihren Zulauf behält. Wer sich als Mitarbeiter - gleich in welcher Position - dem System widersetzt, wird ausgebremst oder kann halt gehen. Es gibt genug Andere, die schon lauern und bereitwillig mitmachen.
13:59
IKEA s menschenverachtendes Handeln ist also legitim, weil ein Judas es öffentlich macht, weil die DIakonie es macht, weil Schlecker es macht.
Wie dumm muss man eigentlich als PR Mensch sein so einen Schwachsinn in Internetforen zu schreiben.
13:49
Auch wenn hier einige IKEAlaner abschwächen wollen, ist nicht erwiesen die anderen sind auch nicht besser, ....
Wenn man gestern (auch) den Fernsehbericht gesehen hat, dann kann man nicht anders als zu sagen, IKEA ist sicherlich eins der miesesten Unternehmen!
Obwohl ich schon lange kein Pressspanholzmöbelkäufer mehr bin, bei mir ist das schon fast 40 Jahre her, ich bin entsetzt, auch ich war von dem netten Image ge/verblenedt gewesen.
12:40
Ist mal wieder klar - da muss einer gehen, ist frustriert und beginnt dann über den ehemaligen Arbeitgeber zu schimpfen, wohl gemerkt hat er Jahre davon profitiert, mitgemacht und läss aber seine eigene Rolle im Dunklen. Leiharbeiter, Lohndumping, Outsourcing und nicht gerade heiliger Umgang mit Mitarbeitern gibt es heute leider fast überall - IKEA scheint da nicht so gravierend zu sein. Die Diakonie der evangelischen Kirche ist da übrigens nicht viel anders. Ihr gegenüber unterscheidet sich IKEA möglicherweise doch in einem Punkt: IKEA ist kulanter im Umgang mit den Kunden.
Christkind