Das aktuelle Wetter NRW 8°C
OECD-Prognose

Deutschlands Wirtschaftsmacht droht stark zu schrumpfen

09.11.2012 | 17:22 Uhr
Funktionen
Deutschlands Wirtschaftsmacht droht stark zu schrumpfen
Deutschland wird in den kommenden 50 Jahren seinen Platz als fünfstärkste Wirtschaftsmacht verlieren und weltweit auf Platz zehn zurückfallen.

Berlin/London.  China könnte nach Ansicht der OECD die USA 2016 als größte Wirtschaftsmacht der Welt ablösen. Schnell wachsende Schwellenländer werden einen immer größeren Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung erbringen. Indien, Brasilien und Indonesien holen auf - und deutlich zurückfallen wird Deutschland.

Schwellenländer wie Brasilien werden Deutschland in den kommenden 50 Jahren als Wirtschaftsmacht überholen. Bis 2030 werde Brasilien Deutschland als weltweit fünftgrößte Volkswirtschaft ablösen, sagt ein am Freitag veröffentlichter Ausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) voraus. Bis 2060 werde Deutschland auf Platz zehn zurückfallen.

China in OECD-Prognose an der Spitze

Angeführt wird die Liste der Wirtschaftsmächte dann von China, statt wie bisher von den USA.

Der Wechsel an der Spitze dürfte laut OECD bereits 2016 erfolgen. Auch Indien sieht die Organisation längerfristig vor den USA. Zusammen mit China wird es schon in gut zehn Jahren ein größeres Bruttoinlandsprodukt erwirtschaften als die sieben stärksten Industriestaaten (G-7).

Innerhalb Europas sieht die OECD den größten Bedeutungsverlust auf Deutschland, Österreich und Luxemburg zukommen. Deutschlands Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung soll von 4,8 Prozent 2011 auf zwei Prozent 2060 sinken. Generell würden "jüngere" Staaten wie Brasilien die europäischen Länder und Japan, die eine "ältere" Bevölkerung haben, beim Wachstum überholen, sagt die in Paris ansässige Organisation voraus.

Lebensstandard in Niedriglohnländern verbessert sich

"Die Welt, in der unsere Kinder und Enkel leben werden, wird sich von unserer heutigen Welt fundamental unterscheiden", sagte OECD- Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung des Berichts. Positiver Effekt: der Lebensstandard wird sich in den Niedriglohnländern verbessern. So dürfte sich laut OECD das Pro-Kopf-Einkommen in den ärmsten Ländern bis 2060 vervierfachen. In China und Indien könnte es dann sogar sieben Mal höher sein als heute.

In einem halben Jahrhundert werde die Kluft zwischen den Lebensverhältnissen in aufstrebenden und hoch entwickelten Nationen weniger ausgeprägt sein als heute. Allerdings dürften "klare Unterschiede" zwischen einzelnen Ländern bestehen bleiben, sagt die OECD, die in ihrem Bericht die Entwicklung in ihren 34 Mitgliedsstaaten sowie acht anderen Ländern aufzeigt. (dapd/rtr)

Kommentare
11.11.2012
02:53
Deutschlands Wirtschaftsmacht droht stark zu schrumpfen
von peerkeinstueck | #11

Wer die Wirtschaftsleistung für 2060 voraussagen kann, der kann sicher auch die Lottozahlen für nächste Woche vorhersagen.

50 Jahre! Das ist, als wenn man 1962 hätte voraussehen können, wie die Welt heute aussieht.

Das ist absurd.

11.11.2012
00:02
Deutschlands Wirtschaftsmacht droht stark zu schrumpfen
von Hugo60 | #10

@Braunfox
Ohne die ca. 2200 Mrd. Euro Staatsschulden wäre der gesellschaftliche Wohlstand schon längst gesunken und für Infrastruktur und Bildung hätte noch weniger zur Verfügung gestanden.

Das alles nur, weil man sich nicht traut, die Steuern der Reichen auf eine adäquates Niveau zu heben.Stattdessen senkte man die Steuern.

Die Reichen wissen nicht wohin mit Ihrem Geld und leihen es dann dem Staat. Sie leihen dem Staat also jenes Geld, welches man ihnen qua Steuersenkung geschenkt hat.



10.11.2012
23:17
Deutschlands Wirtschaftsmacht droht stark zu schrumpfen
von Braunfox | #9

Die BRDDR wird doch schon seit geraumer Zeit ausgepresst wie eine Zitrone! Mit mehr als 860 Milliarden Euro haften die Bürger der BRDDR bereits im Rahmen der Euro-Rettung - zu den ca 2200 Milliarden Euro Staatsverschuldung. Die linksgrün-gut-menschliche Politik sorgt "nachhaltig" dafür, dass gesellschaftlicher Wohlstand sinkt und damit auch für Infrastruktur und Bildung immer weniger Geld zur Verfügung steht - die Spirale dreht weiter abwärts. Wer dann noch so dumm ist in der ungeregelten Migration "Lösungen" zu sehen, der steuert geradewegs die nächsten massiven Problemklippen an, deren "Schaumkronen" man derzeit schon unübersehbar wahrnehmen kann.

10.11.2012
14:34
Deutschlands Wirtschaftsmacht droht stark zu schrumpfen
von Hugo60 | #8

Sinn und Zweck der Übung ist es, die Menschen in den Industriestaaten darauf vorzubereiten, dass es bald Schluss mit Lustig sein wird-
Dei Menschen sollen glauben, dass das alles eine natürliche Entwicklung sei, die unabänderlich ist.
Hier wird die neoliberale Revolution vollendet. Die Umverteilung von Unten nach Oben, die kommende massenhafte Verelendung wird rechtzeitig bereits heute mit Rechtfertigungsgründen unterlegt.

Experimentierfeld ist zur Zeit Griechenland, denn auch dort ist nichts zwangsläufig.
Alles dort ist bis ins kleinste Detail geplant.

09.11.2012
19:01
Deutschlands Wirtschaftsmacht droht stark zu schrumpfen
von kadiya26 | #7

Dass es Deutschland im Moment, oberflächlich betrachtet und relativ gesehen, ganz gut geht, liegt an den vielen Menschen, die für ihre Arbeitskraft in prekären Beschäftigungsverhältnisse ausgebeutet werden, oder schlimmer noch, überhaupt keinen Anteil am scheinbaren Wohlstand haben.

Dieses Fehlverhältnis wird sich auf Dauer nicht wegreden lassen. Vor allem, weil rein gar nichts dagegen getan wird. Deshalb muss der Laden ganz einfach auseinander fliegen: Niemand (schon gar nicht die Regierung) schert sich um die Zukunft.

09.11.2012
18:34
wenn 1 Milliarde Chinesen mehr produzieren als 80 Millionen Deutsche
von meigustu | #6

ist das nur normal.

Für uns ist nur wichtig, uns insbesondere von Energieimporten aber auch von Rohstoffimporten unabhängig zu machen.

Wenn das nicht gelingt malochen wir uns nur für einen warmen Hintern im Winter krumm.

09.11.2012
18:07
Deutschlands Wirtschaftsmacht droht stark zu schrumpfen
von DerMerkerNRW | #5

OECD Prognose bis 2060, wiederspricht sich schon in sich selbst!
Dieser Verein ist Heute schon nicht in der Lage ein Szenario für die nächsten 3 Jahre zu treffen, da sind 50 Jahre einfach lächerlich!
Die Diktatur China wird in den nächsten Jahrzehnten soviel mit sozialen Unruhen und Umweltdesastern zu kämpfen haben, das ihre Prduktivität erst einmal in den Keller geht!
Brasililen kann schon von der Mentalität nicht an die Deutsche Wirtschaftskraft ran reichen! Hier wird sich noch schön zu Tode gearbeitet und dort wird das Leben genossen!

Diese Länder kochen wie die OECD nur mit Wasser!

09.11.2012
18:01
Deutschlands Wirtschaftsmacht droht stark zu schrumpfen
von xxyz | #4

Dynamik ist immer einfach, wenn man von wenig bis nichts kommt. Die sozialen Herausforderungen Deutschlands wird es auch in den anderen Länder geben.

Blöd ist nur, dass Deutschland statt in Bildung und Wettbewerbsfähigkeit zu investieren, Millionen für wenig sinnvolle Projekte ausgibt (siehe Kröten in Hagen).

09.11.2012
17:57
Deutschlands Wirtschaftsmacht droht stark zu schrumpfen
von holmark | #3

tja, so ist das mit dem Wettbewerb. Das Siegertreppchen hat nicht Platz für alle...

09.11.2012
17:45
Deutschlands Wirtschaftsmacht droht stark zu schrumpfen
von wkah | #2

und darüber wird unsere Kanzlerin mal wieder unheimlich überrascht sein.

Aus dem Ressort
Auf die sanfte Tour
Erbschaftssteuer
Karlsruhe kippt Privilegien für Betriebsvermögen. Doch Wirtschaftsverbände reagieren erleichtert. Denn es hätte schlimmer kommen können.
Billigflieger sind im Durchschnitt teurer geworden
Studie
Der Durchschnittspreis für einen einfachen Flug stieg einer Studie zufolge im Vergleich zum Vorjahr von 50 bis 130 Euro auf 70 bis 140 Euro an.
GDL meldet "Durchbruch" bei Bahn-Tarifverhandlungen
Bahn
Entspannung im Tarifkonflikt zwischen Deutsche Bahn und GDL. Unternehmen und Gewerkschaft haben sich auf einen Abschluss für das Jahr 2014 geeinigt.
"Pop-Up-Stores" – auf einmal da, schon wieder weg
Verkaufs-Trend
Pop-Up-Stores sind Geschäfte, die nur für einen begrenzten Zeitraum eröffnen. Das Konzept etabliert sich auch im Ruhrgebiet - allerdings sehr langsam.
Das Weihnachtsgeschäft mit Elektrogeräten boomt
Technik
Vor dem Fest boomt der Handel mit Elektrogeräten. Smartphones, Zahnbürsten und Mixer landen unterm Christbaum. Großer Gewinner ist der Internethandel.