Deutschland muss erstmals wieder Getreide importieren
09.01.2012 | 11:36 Uhr 2012-01-09T11:36:10+0100
Frankfurt/Main. Deutschland ist beim Getreide offenbar kein Selbstversorger mehr. Erstmals seit mehreren Jahrzehnten sind deshalb Medienberichten zufolge Getreideimporte nötig. Die Ernte lag laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr bei 41,5 Millionen Tonnen. Benötigt würden aber 44 Millionen Tonnen.
Erstmals seit 25 Jahren ist Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich auf Getreideeinfuhren angewiesen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete, immer mehr Ackerflächen würden für den Anbau von Mais verwendet, aus dem in Biogasanlagen elektrischer Strom gewonnen wird.
"Wir haben eine zunehmende Verdrängung von Getreide durch Mais für Biogasanlagen", sagte der Agrarstatistiker Georg Keckl dem Blatt. "Die Leute merken gar nicht, wie viel Geld schon über den Strompreis in die Landwirtschaft geht", fügte der Leiter der niedersächsischen Erntestatistik hinzu. Der Selbstversorgungsgrad bei Getreide - das Verhältnis des Verbrauchs zur Herstellung im Inland - sei in der landwirtschaftlichen Saison 2011/2012 auf 96 Prozent zurückgegangen.
Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge betrug die Getreideernte im vergangenen Jahr 41,5 Millionen Tonnen. Wie Statistiker Keckl dem "Focus" sagte, beträgt der Bedarf an Getreide im Inland aber 44 Millionen Tonnen.
Ernte 2011 besonders niedrig
Dies deckt sich etwa mit Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Demnach betrug der Getreideverbrauch in Deutschland im Wirtschaftsjahr 2009/2010 42,6 Millionen Tonnen. Damals allerdings habe der Selbstversorgungsgrad noch bei 117 Prozent gelegen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hatte die Ernte 2011 als ausgesprochen niedrig bezeichnet. Als Grund nannte er das schlechte Wetter. Auch 2010 sei die Ernte bereits unterdurchschnittlich gewesen. Die Anbauflächen sind demnach aber kaum gesunken.
Der Agrarstatistiker Keckl allerdings sagte dem "Focus", Agrarfelder würden in ökologische Ausgleichsfläche verwandelt, was die Anbauflächen und damit den Ertrag senke. Zudem werde immer mehr Getreide zu Biosprit verarbeitet. Auch setzten die deutschen Bauern mittlerweile weniger auf einen hohen Ertrag als auf gesunde Pflanzen. (afp/dapd)

19:30
#5:
Das schlechte Wetter kann man nicht anführen, weil es immer wieder schlechtes Wetter gibt. Wahrscheinlich immer schneller durch den Klimawandel. Die Sauerei bleibt die mangelhafte Politik ohne Beachtung der Konsequenzen. Lebensmittel gehören nun mal nicht in den Tank, in den Sprit und in überteuerte Biosgasanlagen. Die Eintönigkeit in der Natur, auf den Feldern lässt schon massiv grüßen. Und Monokulturen schreien immer stärker nach Düngung und massiven Pestiziden. Das ist die Folge, außer den steigenden Lebensmittelpreisen. Der Subventionsabbau der Landwirtschaft könnte einiges verträglicher regeln.
21:16
Tempolimit und Umstieg auf die Schiene sind das Gebot der Stunde auch im Hinblick auf die Welternährung.
Passend dazu:
"Schädlinge gewöhnen sich an Gentech-Mais"
http://www.neues-deutschland.de/artikel/215027.schaedlinge-gewoehnen-sich-an-gentech-mais.html#c13121
19:48
Immer wenn die Politik, bzw. die politischen Parteien sich vor den Karren der Lobbyisten spannen lassen und planwirtschaftlich in Märkte eingreifen, um ihren Mäzenen gesetzgeberisch wettbewerbsfreien Profit zu verschaffen, entstehen natürlich Schieflagen.
Die Pervertierung des Aggrasektors, der sich die Subventionen abgreift, die ihm ausgerechnet unter dem Label "Umweltschutz" gereicht werden, wenn in Monokulturen Nahrungsmittel in überteuerten Alkohol als schädlicher Benzinzusatz mit Zwangsabnahme dem Verbraucher aufgezwungen werden. Obwohl Alkohol Schmierfilme in Motoren verringern kann und Korrosion fördert.
Auch die Verstromung von Biogas zu abenteuerlich hohen Kosten ist völlig unwirtschaftlich. Ohne die Zwangsfinanzierung durch die Verbraucher wären solche Lobbyisten-Geschäftsmodelle von heut auf morgen durch ungehinderten Marktwettbewerb sofort Investitutionsruinen und die Verbraucherpreise würden im freien Wettbewerb zum Vorteil der Kunden sinken, wie man in allen anderen Märkten sieht.
Darum sollten viel häufiger Gesetze auf den Prüfstand, die lediglich im Auftrag von Geldgebern dem Bürger in die Tasche greifen, ohne das irgend ein erkennbarer Nutzen - außer für die geschmierten Politiker und ihre Auftraggeber - enstehen kann.
Das gescheiterte NRW-Regierungsmanöver, allen Hauseigentümern für eine insgesamt Riesensumme am Kanal rumfummeln zu lassen, ist geradezu ein Paradebeispiel solcher Vetternwirtschaft, in der die Bevölkerung regelrecht abgezogen wird, wenn sich Lobbyistenverbände, ungehindert von einer unkritischen Pressse, Parteien vor den Karren spannen können und die Journalisten mit Werbekampagnien anfüttern und mit ins Boot holen.
Statt sich mal diese Politiker vorzunehmen, die die richtig geldgeilen mafiösen Dinger drehen, ergeht sich die Presse scheinheilig darin, die jeweils aktuelle Sau durchs mediale Dorf zu prügeln und dem Pöbel Kinkerlitzchen zum Austoben zu präsentieren, wo mehr Ehrlichkeit und sinnvolle Kritik einem perfiden Zeitgeist weicht, dreht sich alles nur noch im widerlich schamlosen Opportunismus. So als sei die politische Korrektheit ein deutsches, tradierendes Syndrom was die aber schlimmstenfalls nur die Blender mit Presseausweis und Parteibuch demaskiert.
18:52
Na, dann werden wir "die Tage" wieder lesen können, womit uns das Ausland ernährt ...
all diese netten Stoffe, die hier schon längst verboten sind ?
Da mag der Eine oder Andere über Künast wettern, wie er mag.
Und wenn er selbst noch Ölscheich ist, auch er frist.
17:47
Das ist die Folge des dummen Geschätzes von Frau Künast." Die Landwirte könnten zu den Ölscheichs von morgen werden.
http://www.vistaverde.de/news/Wirtschaft/0408/30_bioenergie.php
16:43
Lieber E10 als was zu essen.
Danke Frau Merkel.
15:57
liegt (noch) nicht in der Verknappung der weltweiten Anbauflächen durch den Klimawandel, auch nicht an der Erzeugung von Biosprit. Die größte Bedrohung liegt darin, dass Spekulanten den Lebensmittelmarkt als neues Finanzmarktobjekt entdeckt haben.
15:07
Kein E 10 in den Tank !
Deutschland kann wenigstens zukaufen, es gibt viele Länder die können das gar nicht, weil es weltweit zu wenig Getreide gibt und das viel zu teuer ist, also hungern oder verhungern sie.
13:57
...aber nicht, weil immer mehr potentielle "Brote" als Bio-Treibstoffzusatz verflüssigt und "verfahren" werden. Sondern weil die Ernte aufgrund des ungünstigen Wetters so viel schlechter ausfiel.
Allein für den Agra-Standort Schleswig-Holstein rechnet der dortige Bauernverband mit wetterbedingten Ernteausfällen von bis zu 30 (in Worten: Dreissig) Prozent. Dem gegenüber spielt der besinnungslos vorrangetriebene Ausbau der Ernteflächen für Mais (Bio-Gas mit EHEC-Potential) sowie E10-Weizen fast gar keine Rolle.
Gottseidank kann noch kein Politiker oder Polemiker dem Wetter diktieren, wie es sich zu verhalten haben soll.
Mich würde die Quelle Ihrer Behauptung interessieren.
Folgende potentielle Keywords gegoogelt:
"30 prozent rückgang getreide schleswig holstein"
www.schleswig-holstein.de/...GetreideernteGesamt/ein_node.htm
http://www.bauernverband.de/?mid=434328&redid=152813&layout=print
13:26
Ein DANK an unsere Regierung an Merkel&Co