Deutschland lockt Griechen und Spanier
18.07.2011 | 08:02 Uhr 2011-07-18T08:02:00+0200
Berlin. Die Bundesagentur wirft ein Auge auf Arbeitskräfte aus Krisenländern. Während Spanier, Griechen und Portugiesen keine Beschäftigung finden, sucht Deutschland Fachkräfte.. Auch Bayerns Innenminister spricht sich für eine Anwerbung in EU-Staaten aus.
Im Kampf gegen den Fachkräftemangel setzt die Bundesagentur für Arbeit zunehmend auf qualifizierte Zuwanderer aus den europäischen Krisenländern Spanien, Griechenland und Portugal. „Es gibt ein großes Potenzial in Spanien“, sagte die Direktorin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung, Monika Varnhagen, der Zeitung „Die Welt“. „Tausende von Ingenieuren sind arbeitslos, auch IT-Spezialisten.“
Vernhagen sagte, 17.000 Spanier seien grundsätzlich an einer Arbeit in Deutschland interessiert. In Portugal gebe es ein großes Interesse von Pflegekräften, nach Deutschland zu kommen. Auch für griechische Mediziner sei Deutschland interessant. Potenzial für Ingenieure, Ärzte, Pflegepersonal und Facharbeiter gebe es aber auch in Bulgarien und Kroatien.
Varnhagen sagte, Haupthindernis für qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland seien fehlende Deutschkenntnisse. In vielen Ländern Europas werde Deutsch gar nicht mehr als Fremdsprache angeboten. „Viele Hochqualifizierte lernen nur Englisch und gehen dann eben auch in englischsprachige Länder, wenn sie in ihrem Heimatland keine Beschäftigung finden“, sagte sie. Zudem böten angelsächsische Länder den qualifizierten Zuwanderern nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern ein ganzes Rundum-sorglos-Paket für die ganze Familie, mit Sprachkurs, Wohnung, Arbeit für die Ehefrau und Kindergartenplatz fürs Kind.
Wie im Wirtschaftswunder
Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) schlägt laut „Welt online“ angesichts des Fachkräftemangels die gezielte Anwerbung qualifizierter Arbeitnehmer in Ost- und Südeuropa vor – nach dem Vorbild der Wirtschaftswunders. Eine allgemeine Freigabe der Zuwanderung von Spezialisten aus nichteuropäischen Staaten lehne Herrmann weiter strikt ab. Vorrang sollen EU-Bürger haben: „Wir haben in der EU immer noch über 20 Millionen Arbeitslose“, sagte Herrmann.
Seit 1. Mai genössen Arbeitnehmer aus den osteuropäischen EU-Ländern volle Freizügigkeit und könnten ohne weiteres nach Deutschland kommen. „Wir können gezielt Arbeitskräfte aus Osteuropa oder auch Südeuropa anwerben, so wie wir das in früheren Jahrzehnten auch gemacht haben, wenn die Konjunktur brummte.“ In Spanien liege die Jugendarbeitslosigkeit zwischen 20 und 30 Prozent. „Es müsste möglich sein, dass deutsche Firmen gut qualifizierte Arbeitnehmer dort finden“, sagte Herrmann. „Das liegt jedenfalls näher, als Arbeitskräfte aus Afrika und Asien zu holen.“ Gerade bei Ärzten und Ingenieuren gebe es einen großen Mangel.
dapd/mk

02:11
Wer in der Demokratie schläft, wacht anderswo auf?!?
22:38
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
20:40
Wenn ich das lese bekomme ich ganz andere gefühle. also in meinem freundeskreis wimmelt es nur von arbeitslosen akademikern, Wirtschaftswissenschaftlern, Diplom Ingenieure und und und halt alles fachkräfte wie oben beschreiben..halt alle über 40 und zu teuer. also ist es doch nichts anderes als wieder ausbeutung und verarschung der leute. die wirtschaft braucht billig lohn empfänger und menschen zum ausnützen weil fachkräfte gäbe es geung nur will die industrie keinen über 40 mit erfahrung einstellen..ich selber hab auch visas gestellt für canada und australien, damit ich hier platz im eigenen land für einen suedeuropäer machen kann....ich bin mit 43 unvermittelbar..auch lt. inoffiziellen aussagen des arbeitsamtes..nett aber dafür einen suedeuropäer..vielleicht kann ch mit ihm wohnungstausch machen und das arbeitsamt zahlt auch in spanien...wäre ein vorschlag oder die industrie so stark zu belasten wenn sie die guten fachkräfte einstellt, so dass ein deutscher in pension gehen kann..cool..ich bin froh wenn ich weg komme aus der wirtschaftswunderregion deutschland. aber ich kann eh spanisch, koennte ja nach spanien gehen....werden arbeitsplätze dann frei...
ich schliesse mich ausdrücklich der mehrheit hier an..mit 43 wie ich keine chance trotz hervorragenden referenzen und zeugnissen und diplomen,
15:55
Es kann nicht sein, dass wir diese hoch verschuldeten Länder mit Milliardenkrediten aus dem Eurorettungsfond unterstützen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit der Staatssanierung nehmen, indem wir durch Abzug ihrer Fachkräfte deren Wirtschaftskraft schwächen.
Hätten einheimische Fachkräfte vernünftige Arbeitsbedingungen ( unbefristete Verträge, angemessene Vergütungen, etc. ) würde sich diese Problem nicht stellen
14:22
#13 Sie haben völlig Recht. knapp 3 Millionen Arbeitslose zzgl der nochmal 2-3 Millionen die nicht in der Statistik auftauchen, da wundert es mich sehr das das Märchen vom Fachkräftemangel immer noch benutzt wird. Es ist traurig zu sehen, wie unser Land immer weiter dem Abgrund entgegen taumelt und unsere Volksvertreter weiterhin die Lage verharmlosen.
12:58
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
12:27
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
12:01
Wer will schon in das Niedriglohnland Deutschland? Außerdem ist der Fachkräftemangel ein Märchen: Über 5 Millionen echte Arbeitslose, darunter viele Ingenieure, Fachkräfte und Menschen, die man weiterbilden kann. Was haben die Arbeitgeber dafür getan? Wenig: Darum gehen viele deutsche Fachkräfte ins Ausland. Das ist der Knackpunkt.
11:46
Ich gönne den Spaniern und Griechen einen neuen Job und Anfang in Deutschland.
Bevor Griechen und Spanier in ihren Heimatländern arbeitslos bleiben bzw. werden versuchen sie es lieber in Deutschland. Doch nicht weil Deutschland so toll ist und Zukunft bietet, sondern weil es besser ist in Deutschland zu arbeiten als gar nicht.
Ich teile jedoch nicht die Ansicht, daß damit ein Fachkräftemangel behoben wird. Es gibt ausreichend Fachkräfte mit deutschen Wurzeln. Nur sind sehr viele dieser Fachkräfte nicht mehr in Deutschland tätig. Ursächlich liegt dies an den schlechten Rahmenbedingungen in Deutschland. Hohe und ungerechte Steuern und Sozialabgaben, Zwangsbeiträge an die IHK´s und unüberschaubare Gesetze und Vorschriften sorgen dafür, daß immer mehr qualifizierte Techniker, Ingenieure, Ärzte usw. Deutschland verlassen.
Auch der vorübergehende Zuzug von Fachkräften aus anderen Ländern (egal aus welchen Gründen) wird daran nichts ändern. Solange die Rahmenbedingungen in Deutschland nicht verbessert werden wird ist weiterhin unzählige Fachkräfte ins Ausland ziehen.
11:45
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.