Deutsche haben weniger Lust am Qualm

Wiesbaden..  Die Deutschen rauchen weniger. Oder zumindest kaufen sie weniger legal versteuerte Zigaretten ein. Im Jahr 2014 wurden in Deutschland offiziell nur noch 79,5 Milliarden Zigaretten verkauft. So wenige wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Im vergangenen Jahr ging der Konsum legal versteuerter Zigaretten damit erneut um fast ein Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Der Vergleich zu 1991 ist bemerkenswert: Damals wurden 146,5 Milliarden Zigaretten verkauft – annähernd doppelt so viele wie heute. Hauptgrund für den Rückgang ist neben dem Trend zu einer gesünderen Lebensweise der Preis. In den vergangenen Jahren hat der Fiskus immer wieder an der Steuerschraube gedreht. Anfang 2014 wurde die Tabaksteuer erhöht, erst Anfang 2015 war die letzte Erhöhung fällig.

Zigarrenabsatz legt zu

Die Einnahmen aus der Tabaksteuer legten 2014 um mehr als eine halbe Milliarde Euro auf knapp 25 Milliarden Euro zu. Auch Feinschnitt für Selbstgedrehte wurde höher besteuert, der Konsum ging aber nur um 0,1 Prozent zurück. Kräftig zugelegt hat der Absatz von Zigarren und Zigarillos (+8,4 Prozent) sowie von Pfeifentabak (+13,4 Prozent). Inwieweit die Steuererhöhungen den Schwarzhandel mit Zigaretten beeinflusst haben, konnten die Statistiker nicht beziffern. Nach einer Ipsos-Studie wurden 2013 aber 22 Milliarden Zigaretten in Deutschland geraucht, die hier nicht versteuert wurden.