Deutsche finden Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn richtig
15.02.2012 | 08:29 Uhr 2012-02-15T08:29:46+0100
Hamburg Die Forderung der Gewerkschaft IG Metall nach 6,5 Prozent mehr Lohn findet Anklang in der Gesellschaft. Nach einer Umfrage fänden 53 Prozent der Bevölkerung ein solches Lohnplus angemessen. Allerdings glauben die meisten nicht, dass die Gewerkschaft sich durchsetzen kann.
Die Mehrheit der Deutschen findet die Forderung der IG Metall nach 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt richtig. 53 Prozent der Befragten fänden ein solches Lohnplus angemessen, fünf Prozent schätzten die Forderung noch als zu niedrig ein, ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Forsa-Instituts im Auftrag des Magazins "Stern". Nur 38 Prozent meinten demnach, 6,5 Prozent seien zu viel.
Auf die Frage, mit wie viel Gehaltserhöhung sie realistisch rechnen, gaben die Arbeitnehmer deutlich zurückhaltender. Ein Drittel vermutete der Umfrage zufolge, dass es kein Cent mehr sein wird. 36 Prozent glauben an maximal zwei Prozent. Nur 27 Prozent sind überzeugt, dass am Ende ein Plus von drei Prozent oder mehr steht. (dapd)

02:20
#9
Steuerprogression kann das Arbeitgeberbrutto niemals "auffressen".
Ebensowenig können Sozialabgaben das!
21:09
#7:
Wie würden Sie vorgehen, wenn den Arbeitnehmern am Ende auch mal netto 2 - 3 % übrig bleiben sollen? Können die Arbeitnehmer etwas dafür, dass Steuerprogression, Sozialabgaben und die starke Inflationsrate das Arbeitgeberbrutto auffressen, wie es nun schon jahrelang geht? Das System stimmt nicht mehr!
19:49
Als aktiver Gewerkschafter der IG -Metall kommen einem da die Tränen ,wenn man sich mit der Tatsache konfrontiert sieht wie wenig Wissen in der Bevölkerung über die Lohn - Forderungs - Findung bekannt ist!
Erstens mal ist die Lohnforderung nicht gleich dem tatsächlichen
Erhöhungs - Prozentsatz !
Es handelt sich dabei um eine Tarif -Forderung für ein ganzes Gebiet also mit Hunderten von Firmen der Branche!
Und man muss berücksichtigen ,dass es nicht nur starke Firmen gibt!
Also ist die Höhe der Forderung immer das Ergebnis eines Kompromisses in einem Tarif -Gebiet!
Diskutiert von den Kollegen vor Ort!
Die Forderung selbst ist also nicht das Ergebnis eines Funktionärs -Diktats!
Und zu@ nachdenken:
Selbst die IG -Metall kann die gesamtgesellschaftlichen Verwerfungen -was auch die Lohnentwicklung betrifft - nicht allein und aus eigener Kraft ausgleichen!
Innerhalb des Wirkungsbereiches der Tarif-Bestimmungen der IG -Metall mit Gesamtmetall verläuft die Lohnentwicklung günstiger!
17:25
Mit einer solchen Lohnsteigerung werden wieder einige Arbeitsplätze wegfallen! Allerdings nicht die der Gewerkschaftsführer, die derartige Parolen trotz besseren Wissen rausgeben!
16:34
#4:
Richtig vorgerechnet! Glauben Sie, die Politiker, die sich am Steuertopf selbst reichlich bedienen, hätten das jemals errechnet? Im Leben nicht. Die wissen gar nicht mehr, welche Sorgen und Nöte die Arbeitnehmer, Rentner und Schwachen haben. Immer mehr kommen kaum noch zurecht. Was für eine Politik? Zum Kotzen!
13:32
Lohnsteigerungen ?!
Was für ein Quatsch !
Es gibt keine Lohnsteigerungen.
Das Einzige, was es gibt, ist die Relation der Einkommen untereinander.
07:17
Meine Lohnsteigerung besteht seit 2007 aus....
MwST +3 %
5x ca. 2 % jährlicher Inflation.
Gestiegenden Energiekosten für Benzin Heizung und Strom von etwa 40 %.
Gestiegenen Kosten meiner Krankenversicherung +10 Euro je Quartal.
Ich zahle fast 20 % meine Gehaltes in die Rentenkasse und soll noch privat vorsorgen ?
Grob fehlen mir 20 % meine Geldes.
Wie soll ich mir da Kinder leisten ?
Der Kitaplatz würde 400 Euro kosten bis Mittag !
Klar, ohne Job wären 3-5 Kinder Klasse, dann ist die Hartz4 Bude gleich 3 x so groß.
Aber Neuwagen kaufe ich mir so nichtmehr, wofür auch bei 50% Wertverlust in 2 Jahren.
Da von geforderten 6 %, doch nur max 3 durchgesetzt werden, und davon 50% an den Fiskus gehen verstehe ich das Problem nicht, alleine die Einnahmen aus der Mineralölsteuer sorgen für soviel Einnahmen, dass locker 10% mehr drin wären.
nur das will Herr Schäuble nicht hören.
20:42
dann nur 6,5% mehr _fordern_?
Also soll das Lohnloch noch größer werden?
12:58
#1:
Vieles ist sicherlich richtig. Aber man muss auch sehen, dass am Ende für die Bürger auch netto etwas mehr bleibt. Da stimmt unser System nicht mehr. Bei einer Forderung von 6,5 % kommt wohl eine Bruttoerhöhung von um die 3,5 % heraus. Wenn davon die Sozialbeiträge, die progressiven Steuern und die echte Inflation von über 2 % abgezogen werden, bleibt für die Arbeitnehmer am Ende wieder so gut wie nichts übrig. Schon sehr bedrückend, wenn man gleichzeitig sieht, dass die Arbeitgeber neben der Bruttoerhöhung auch noch weitere Lohnnebenkosten tragen müssen. Wem dient nun die ganze Erhöhung? Wie gesagt, das System stimmt nicht mehr, und die Arbeitnehmer fühlen sich ausgenommen. Wo sollen die ihre Motivation hernehmen?
Indem die Arbeitgeber ihre Gewinne offenlegen und in die Lohnentwicklung einfließen lassen!
10:11
Man muss sich vergegenwärtigen, dass Lohnsteigerungen auch verdient werden müssen. Wenn alle einfach so und ohne Steigerung der Produktivität 6,5% mehr Lohn/Gehalt bekommen, führt das nicht unbedingt dazu, dass sich alle auch entsprechend mehr leisten könnten. Vielmehr ist in einem solchen Fall mit einem breiten Anstieg der Preise zu rechnen, der den Lohnzuzwachs dann weitgehend wieder auffrißt.
Unter dem heute vielgerühmten Bundeskanzler Helmut Schmidt haben die Beschäftigten durchaus Lohnsteigerungen von 5 % durchsetzen können - allerdings bei einer Inflationsrate von rund 8 %. Dass die damalige Zufriedenheit und die heutige Verklärung dieser Zeiten auf einer Milchmädchenrechnung basieren, dürfte anhand der Zahlen unschwer nachzuvollziehen sein.
Zudem dürfen Lohnsteigerungen nicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gefährden - auch wenn die französioschen Sozialisten dies im Eigeninteressse gerne so hätten (wer glaubt, dass die Franzosen den umgekehrten Fall ebenso beurteilen würden? Ich nicht!). Auch ein Anstieg der Inlandsnachfrage könnte wohl kaum ein Wegbrechen des Exportes ausgleichen, der heute immerhin 50% des Bruttosozialproduktes ausmacht.
Also: Lohnsteigerungen ja, aber mit Augenmaß. Ein bischen mehr als ein bloßer Inflationsausgleich darf es in wirtschaftlich halbwegs erfolgreichen Zeiten aber wohl durchaus sein.