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Deutsche Bank zahlt Kirch-Erben 800 Millionen Euro

13.02.2012 | 13:01 Uhr
Deutsche Bank zahlt Kirch-Erben 800 Millionen Euro
ARCHIV: Der Medienunternehmer Leo Kirch. Foto: Joerg Koch/dapd

Frankfurt.   Die Deutsche Bank hat sich auf einen Vergleich mit den Kirch-Erben geeinigt. Damit geht ein jahrelanger Rechtsstreit um die Schuld an der Pleite des Kirch-Medienkonzerns zu Ende.

Die Deutsche Bank legt Verhandlungskreisen zufolge ihren jahrelangen Rechtsstreit mit der Familie des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch bei.

Vertreter des Instituts und Anwälte der Kirch-Erben hätten sich auf einen Vergleich geeinigt, sagten mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen am Montag. Die Summe orientiere sich an dem jüngsten Einigungsvorschlag des zuständigen Münchener Richters, der 775 Millionen Euro vorgeschlagen hatte.

Der Vorstand der Deutsche Bank müsse dem Vergleich noch zustimmen, sagten die Insider. Weder die Bank noch ein Kirch-Sprecher wollten sich zu den Informationen äußern, über die auch das „manager magazin“ berichtete.

Kirch hatte die Deutsche Bank auf Schadenersatz verklagt, weil er eine Äußerung des damaligen Bank-Vorstandschefs Rolf Breuer als Ursache des Zusammenbruchs seines Medienimperiums sah.

Der Aufstieg und Fall des Medienimperiums von Kirch

Der Aufstieg des Medienunternehmers Leo Kirch begann 1956, als er mit geliehenem Geld die Rechte für Federico Fellinis Film "La Strada" kaufte. Kirch baute eines der größten Medienimperien in Europa auf. 2002 brach es unter hohen Schulden zusammen. Die wichtigsten Stationen:

1956: Kirch eröffnet ein Filmhandels-Geschäft und wird zu einem wichtigen Filmlieferanten für ARD und ZDF.

1985: Kirch beteiligt sich an der Gründung des ersten Privatsenders Sat.1.

1997: Kirchs Sender ProSieben geht an die Börse.

1999: Silvio Berlusconi steigt beim Film- und Sportrechtehandel KirchMedia ein.

2000: Rupert Murdoch steigt bei Kirchs defizitärem Abosender Premiere ein.

Sommer 2001: Kirch kauft die Formel-1-Rechte.

Dezember 2001: Es gibt Spekulationen über akute Geldnöte Kirchs. Murdoch bestreitet Pläne für eine feindliche Übernahme.

Januar 2002: Die Dresdner Bank fordert einen 460-Millionen-Euro-Kredit zurück. Springer will ProSiebenSat.1-Anteile für 770 Millionen Euro zurückgeben. Der Kirch-Konzern beziffert seine Schulden auf 6,1 Milliarden Euro.

Februar 2002: Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer äußert sich kritisch zu Kirchs Kreditwürdigkeit. ProSiebenSat.1 meldet einen Gewinneinbruch. Murdoch kündigt seinen Ausstieg bei Premiere an und fordert 1,6 Milliarden Euro zurück.

8. April 2002: KirchMedia meldet Insolvenz an.

8. Mai 2002: KirchPayTV meldet Insolvenz an.

2002: Kirch beginnt mit seinen zahlreichen Klagen gegen die Deutsche Bank und Breuer.

14. Juli 2011: Kirch stirbt im Alter von 84 Jahren. Seine Erben setzen die Prozesse fort.

Februar 2012: Die Prozesse enden Medienberichten zufolge mit einem Vergleich über 800 Millionen Euro. (rtr/dapd)

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Kommentare
13.02.2012
16:39
Blockierter Kommentar.
von hoppenstett | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.02.2012
16:02
Deutsche Bank zahlt Kirch-Erben 800 Millionen Euro
von shovel74 | #1

Nimmt die Deutsche Bank jetzt den vorlauten Herrn Breuer in Regress? Oder zahlt mal wieder der Aktionär?

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