Deutsche Bank steht vor Milliardenstrafe

New York/Frankfurt..  Die Deutsche Bank steht in der Affäre um die Manipulation des Zinssatzes Libor Medienberichten zufolge kurz vor einer milliardenschweren Einigung in den USA und Großbritannien. Demnach soll das größte deutsche Geldhaus die Rekordsumme von mehr als 1,5 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) zahlen, berichteten die „New York Times“ und der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Die Deutsche Bank teilte mit, sie arbeite weiter mit den Behörden zusammen, die die Libor-Angelegenheiten untersuchten.

Der Referenzzins Libor ist ein von Banken angegebener Durchschnittswert, zu dem die Institute sich gegenseitig Geld leihen. Der Zinssatz, den Händler einiger Großbanken über Jahre zum eigenen Vorteil manipuliert haben sollen, ist ein Richtwert für Finanzgeschäfte von Hunderten Billionen Dollar. Zahlreiche Kredite sind daran gekoppelt.

Nach den Berichten würde Deutschlands größtes Bankhaus im Falle des Vergleichs die höchste Strafe zahlen, die im Libor-Fall je verhängt wurde. Die bisherige Rekordsumme hatte die Schweizer UBS mit 1,5 Milliarden US-Dollar aufgebrummt bekommen.

Dafür könnte die Deutsche Bank den seit Jahren dauernden Konflikt auf einen Schlag mit dem US-Justizministerium und anderen Aufsichtsbehörden in USA und Großbritannien beilegen. Die EU hatte dem Geldhaus bereits Ende 2013 eine Strafe von 725 Millionen Euro auferlegt.