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Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia

16.01.2013 | 20:23 Uhr
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender der Deutschen Bank, spricht beim Neujahrsempfang der Deutschen Bank in Essen.Foto: UvB

Essen.   Der neue Co-Konzernchef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, sprach in der Essener Philharmonie. Die Razzia in der Frankfurter Zentrale hält er nach wie vor für unverhältnismäßig.

Die Inszenierung hätte kaum passender sein können: Ein Bläserensemble intonierte zu Beginn des Neujahrsempfangs der Deutschen Bank „Nobody knows, the trouble I’ve seen“ – dann sprach am Dienstagabend der neue Co-Konzernchef Jürgen Fitschen in der Essener Philharmonie über eben diesen Ärger, den laut dem Gospel er gesehen hat, aber niemand sonst kennt. Fitschen, der zusammen mit Anshu Jain im Sommer die Nachfolge von Josef Ackermann angetreten hatte, äußerte vor allem Ärger über die Razzia, bei der Mitte Dezember 500 Polizisten die beiden Türme der Frankfurter Bank-Zentrale durchsucht hatten. Fitschen bekräftigte seine Kritik an dem Einsatz: „Ich habe Verständnis dafür, dass die Staatsanwaltschaft ihre Arbeit ordentlich machen will“. Er bleibe aber dabei, dass die Form des Einsatzes „unverhältnismäßig“ gewesen sei. „Das war geschäftsschädigend, und auch nicht gut für den Standort Frankfurt.“

Recht haben und Recht bekommen

Dies habe er auch dem hessischen Ministerpräsidenten Bouffier in einem anschließenden Telefonat gesagt, so Fitschen. Nach den hohen Wellen, für die dieser Anruf in der politischen Diskussion gesorgt hat, habe er sich jedoch „entschuldigt“, sagte der Banker. „Nicht für das Telefonat, ich sehe keinen Anlass dazu – sondern für das, was daraus geworden ist: der Eindruck, die Deutsche Bank und meine Wenigkeit versuchten sich über das Recht zu stellen.“

Fitschen gehört – wie Finanzvorstand Krause – zu den Deutsche-Bank-Mitarbeitern, gegen die die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt im Zusammenhang mit dem Handel von CO2-Emissionszertifikaten unter anderem wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt. Fitschen und Krause haben die Umsatzsteuererklärung 2009 unterzeichnet, die in dem Verfahren eine Rolle spielt. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich nicht nur recht habe – das wäre zu billig – sondern auch Recht bekomme“, gab sich Fitschen in Essen kämpferisch.

„Vieles kompliziert, nicht transparent“

Mit Blick auf die Deutsche Bank bekräftigte er den Plan eines Kulturwandels, den er im Dezember bereits in Essen skizziert hatte – dies vor allem mit Blick auf die Kundenorientierung. In der Vergangenheit sei „vieles, was an Produkten entwickelt worden ist, zu kompliziert, nicht transparent“ gewesen. Dadurch habe die Deutsche Bank Vertrauen verloren. „Zu viele von Ihnen haben das Gefühl, die Banken haben Geschäfte gemacht, damit sie Geld verdienen, aber nicht um Ihre Bedürfnisse abzudecken“, sagte Fitschen in Richtung der geladenen Kundschaft.

Doch nun habe die Bank „einen Plan, den wir durchziehen werden, und wir haben auch keine Angst davor, in manchen Quartalen schmerzhafte Nachrichten vermelden zu müssen“, bekräftigte Fitschen. Der Ärger für ihn dürfte mit dem Jahr 2012 also kaum beendet sein.

Thomas Rünker



Kommentare
19.01.2013
12:46
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von wkah | #13

Na sehen Sie - dann brauche ich ihnen die Beziehung Merkel-Deutsche Bank doch nicht erklären.
Da besteht ja dann noch Hoffnung.......................

2 Antworten
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von wkah | #13-1

gilt woelly

Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von woelly | #13-2

geil wkah

18.01.2013
17:24
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von wkah | #12

bei ihrem ausgeprägten poitischen und wirtschaftlichen Wissen, muss ich ihnen das doch nicht erklären - oder waren sie die letzten 8 Jahre nicht auf diesem Planeten.

3 Antworten
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von wkah | #12-1

upps sollte eigentlich eine Antwort unter Beitrag 11 sein

Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von woelly | #12-2

Doch, und ich habe mich, im Gegensatz zu ihnen, immer sehr wohl gefühlt. Wobei es mir jetzt in NRW aber sehr mulmig wird. Eine Flucht nach Bayern ist daher angedacht, denn der Borjans will NRW ja einmauern.

Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von wkah | #12-3

Die Antwort ist unter 13 zu finden
allerdings
1. woher schliessen sie, ich würde mich in NRW nicht wohlfühlen.
2. Was haben jetzt die Länderpolitik von NRW und Bayern mit der Deutschen Bank zu tun - Bayern hat doch genug mit der Hypo und Ministerin Merk zu tun

17.01.2013
13:28
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von wkah | #11

@ woelly

nee - er hätte Merkel anrufen sollen , die hat doch viel innigere Beziehungen zur Deutschen Bank

5 Antworten
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von woelly | #11-1

Sie müssen "innige Beziehung" vom Geld trennen. Das ist ganz was anderes. Wobei mir jetzt nicht klar ist, welche Beziehung sie zum Geld haben. Bei Steinbrück ist das eindeutig erkennbar!

Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von wkah | #11-2

Die innige Beziehung schliesst Geld mit ein - zumindest bei Merkel - sollten sie doch wissen.

Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von woelly | #11-3

Sie sollten doch auch wissen, dass das nicht stimmt!

Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von wkah | #11-4

Habe da andere Infos

Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von woelly | #11-5

Und welche biltte?

17.01.2013
12:38
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von woelly | #10

Herr Fitschen hätte ja auch Herrn Steinbrück anrufen können! Denn, wie der Stern berichtet, verwaltet ja die Deutsche Bank das Millionen Vermögen vom Kanzlerkandidaten Steinbrück. Da ist es schon sehr bemerkenswert, wenn die Deutsche Bank von der SPD mit Schimpf und Schande überschüttet wird und Herr Steinbrück dort Großkunde ist. Es ist nicht zu glaunen, was die SPD da veranstaltet!

17.01.2013
11:40
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von donfernando | #9

Da hat der Deutsche-Bank-Chef recht: Die Razzia war geschäftsschädigend. Es gibt genug Leute, die aus gutem Grund nicht gerne Geschäfte mit einem Partner machen, bei dem die Polizei aus und ein geht. Und genau diese Geschäfte sind eben jetzt geschädigt worden.
Man darf gespannt sein, wie viele Leute übrigbleiben, die noch Geschäfte mit der Deutschen Bank machen wollen, weil es Geschäfte sind, bei denen die Anwesenheit von Polizisten kein Anlass zur Sorge bietet.



17.01.2013
10:16
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von sak1 | #8

die elite meint sie können sich über recht und gesetz hinwegsetzen, dass kann alles nicht mehr wahr sein in deutschland. in was für einer traumwelt leben diese manager eigentlich!?

17.01.2013
08:41
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von TVtotal | #7

Klar, wie kann sich ein Staatsanwalt nur erdreisten eine Durchsuchung durchführen zu lassen!

17.01.2013
08:11
Bis ein Richter an soetwas rangeht dauert es
von meigustu | #6

Man kann also davon ausgehen, dass der Mann deutlich mehr Dreck am Stecken hat als offiziell bekannt. Das so eine Aktion dem Bankplatz Frankfurt schadet wird schon stimmen, aber sollen wir deshalb Gesetze ändern. In den Ländern mit den renommierteren Bankplätzen ist der Breitenwohlstand deutlich niedriger als bei uns.

17.01.2013
07:56
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von kikimurks | #5

Was erdreistet sich auch die Staatsanwaltschaft die über Recht und Gesetz stehende Deutsche Bank ins Visier zu nehmen. Wie dreist ist das denn? Sollen die sich doch gefälligst um die anderen Verbrecher kümmern!

17.01.2013
06:39
Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen rechtfertigt Kritik an Razzia
von worldsaway | #4

Stimmt das Vorgehen war wirklich unverhältnismäßig. Wären Fitschen und die DB nach den gleichen Maßstäben wie "Normalos" behandelt worden, dann wäre dieser Verbrecher in Handschellen abgeführt, in Untersuchungshaft gesteckt, der Bankenturm, versiegelt und jede weitere Geschäftstätigkeit untersagt worden.

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